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Vom Mischgebiet zum urbanen Wohnen: Öhringen schafft stadtnah Wohnraum

Gemeinderat bringt zwei Bebauungspläne für die Kernstadt auf den Weg. Beim Krankenhaus und beim Friedhof soll verdichtete Bebauung ermöglicht werden. Auch Baulücken werden geschlossen.

Yvonne Tscherwitschke
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Vom Mischgebiet zum Urbanen Wohnen: ÖHringen schafft stadtnah Wohnraum
In der Gäwelestraße sollen alte Mehrfamilienhäuser einer verdichteten und zeitgemäßen Bebauung weichen. Fotos: Yvonne Tscherwitschke

Mit zwei Bebauungsplänen für die Kernstadt will Öhringen mehr Wohnraum schaffen. Der Bebauungsplan "Gäwelestraße" ordnet die Bebauung in einem Straßenzug in Öhringen-Nord neu. Mit "Kuhallmand, 2. Änderung" soll ein seither als Mischgebiet ausgewiesenes Plangebiet zu Urbanem Wohnen umgewidmet werden. Während die Zielsetzung im Mischgebiet eine möglichst gleichmäßige Verteilung von Wohnen und Gewerbe ist, kann im Urbanen Wohnen der Anteil der Wohnbebauung größer sein. Die Fläche ist knapp drei Hektar groß.

Ziel: Langjährige Baulücken schließen

Mit der Planänderung, erklärt Oberbürgermeister Thilo Michler, wolle man die langjährige Baulücke dort schließen. Da es sich um eine Maßnahme der Innenentwicklung handelt, könne der Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren aufgestellt werden, ergänzt Bauamtsleiter Kai Langenecker.

Verlagert werden soll aus dem Plangebiet "Kuhallmand" der Recyclinghof. Das soll bereits im Frühjahr 2022 geschehen. Dann soll das Bebauungsplanverfahren so weit gediehen sein, dass der Satzungsbeschluss dafür gefasst werden kann, skizziert Michler die Zeitschiene.

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Einschränkungen für Gewerbe

Die Sorge einiger Stadträte, dass mit der Umwidmung zu Urbanem Wohnen dort bereits ansässige Gewerbebetriebe Einschränkungen zu erwarten hätten, zerstreute Langenecker. Im Gegenteil seien bei Urbanem Wohnen von den Bürgern sogar höhere Lärmpegel aus umgebenden Gewerbebetrieben hinzunehmen. Erst vor wenigen Wochen wurde das Gewerbegebiet gegenüber der Stadtbahnhaltestelle West zu Urbanem Wohnen umgewidmet.

Katharina Krehl (UNS/Grüne) findet das Areal ideal für stadtnahes Wohnen. Ihr Fraktionskollege Peter Hohl erinnert, dass schon über Tempo 30 auf der Pfedelbacher Straße diskutiert worden sei, um die Lärmbelastung durch den Verkehr zu reduzieren. Verursacht werden problematische Lärmpegel durch den 24 Stunden-Betrieb der Tankstelle, die nächtlichen Anlieferungen für das Blumengeschäft, die nächtlichen Abfahrten vom städtischen Bauhof und vom Gelände des Energielieferanten Edi. Um Konflikte zu vermeiden, seien hier einige Reglementierungen notwendig. Die Tankstelle könne nur noch tagsüber betrieben werden.

Zufahrt zum Gewerbegebiet wird eingeschränkt

Die nächtlichen Zu- und Abfahrten ins westlich gelegene Gewerbegebiet werden eingeschränkt. Die Nachtzeit wird um eine Stunde auf den Zeitraum von 21 bis fünf Uhr verschoben, statt auf sechs Uhr. Aber auch der Verkehr tagsüber macht Lärm. So soll in den nächsten zwei bis drei Jahren die Fahrbahn der Pfedelbacher Straße einen lärmarmen Belag bekommen. Erschlossen wird das Gebiet über die Herrenwiesenstraße, die Pfedelbacher Straße und die Kuhallmand sowie über den St.-Anna-Weg.

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Im Bereich der Kuhallmand gibt es freie Flächen, die für Wohnbebauung genutzt werden sollen. Der Recyclinghof beim Friedhof soll im Frühjahr umziehen.

AfD-Stadtrat Anton Baron plädiert dafür, die Abbiegespur an der vielbefahrenen Kreuzung beizubehalten, weil sich sonst an der ampelgesteuerten Kreuzung zu viel Rückstau bilde. Und was passiert in der Gäwelestraße? Dort möchte ein Investor sechs Mehrfamilienhäuser samt der Garagen abbrechen und insgesamt vier neue Mehrfamilienhäuser errichten.

Gebäude erhalten gemeinsame Tiefgaragen

Das Plangebiet umfasst eine Fläche von einem halben Hektar. Die Gebäude sollen drei Vollgeschosse bekommen. Als Dachform wird Satteldach festgelegt. Im Osten des Plangebiets soll im rückwärtigen Bereich an der Schubertstraße ein Anbau mit zwei Vollgeschossen erfolgen. Hier ist neben Satteldach auch ein begrüntes Flachdach möglich. Die Gebäude bekommen zwei gemeinsame Tiefgaragen. Die Einfahrt zu den drei Mehrfamilienhäusern ist im Westen des Plangebiets, die zu dem Mehrfamilienhaus im Osten ist über die Schubertstraße geplant.

 
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