Kupferzell
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Umweltstiftung der BI Westernach vergibt Umweltpreise für 2021

Nistkästen für Singvögel und Insekten, Bildungs- und Erlebnisangebote in nachhaltigem Umgang mit Natur und Artenschutz und nachhaltige Wiederaufforstung: Drei Projekte zeichente die Umweltstiftung der Bürgerinitiative Westernach mit dem Umweltpreis aus.

Von Andreas Scholz
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Umweltstiftung der BI Westernach vergibt Umweltpreise für 2021
Gemeinsam mit den Preisträgern freuen sich BI-Vorstand und Laudatoren über die Verleihung der Umweltpreise der Bürgerinitiative Westernach. Foto: Andreas Scholz  Foto: andreas scholz

Aufgrund von Corona konnte die Umweltstiftung der Bürgerinitiative (BI) Westernach erst vor ein paar Wochen die Umweltpreis-Träger für 2020 auszeichnen.

Seit vergangenen Freitag stehen auch die Preisträger für 2021 fest. Das Vereinsteam um Hermann Ludwig, Vorsitzender der Umweltstiftung der BI Westernach, kürt während der Preisverleihung im Gasthaus Lamm in Westernach insgesamt drei Projekte aus der Region, die großen Nachhaltigkeitscharakter besitzen.

26. Jahr der Umweltstiftung

"Die Stiftung ist im 26. Jahr tätig und hat schon 17 Preisverleihungen durchgeführt, dabei wurden 84 Preisträger gewürdigt. Ich kann mich noch an die Auszeichnung von einer der ersten Fotovoltaikanlagen hier in der Region erinnern, die noch ohne Einspeisevergütung um 1996 ihren Betrieb aufgenommen hat", sagt Ludwig zum Auftakt. Der Musiklehrer und Musiker Marco Vajuso aus Öhringen sorgt mit Gitarrenklängen und Stücken aus der Feder von Johann Sebastian Bach von Bach und Francisco Tárrega für die musikalische Umrahmung der Preisverleihung.

Der erste Preisträger des Abends bei gemütlicher Atmosphäre im Gasthaus von Familie Abel ist Alfred Müller aus Künzelsau. Der Rentner bekommt eine Auszeichnung für den Bau von Nistkästen für Singvögel und Insekten, die er nach dem Upcycling-Prinzip zimmert und bevorzugt im Bioenergiedorf Hesselbronn aufhängt. "In der Intensivlandwirtschaft mit Maisfeldern und mehrfach kahlgemähten Wiesen suchen die Vögel und Insekten nach Nistmöglichkeiten und Wasserstellen. Nahrung haben die Vögel wegen der Silos der Biogasanlage genügend", erklärt Müller.

Bildungs- und Erlebnisangebote

Anders sehe es bei den Insekten aus, die nur die Hausgärten und die verbliebenen Streuobstwiesen beweiden können. "Vogelnistkästen werden auch von Wespen und Hornissen bewohnt", weiß der Vogelfreund. Als Baumaterial für die Nisthilfen dienten Alfred Müller unter anderem das hölzerne Tor einer Feldscheune. "Denken Sie bitte auch an die Fledermäuse, die können auch eine Unterkunft gebrauchen", wirft Friedrich Bullinger ein. Der Laudator überreicht Alfred Müller nach der Vorstellung seines Nistkastenprojekts eine Urkunde und einen Preis.

Über eine Urkunde und einen Preis aus den Händen von Laudator Horst Geiger darf sich auch das Team vom Elisenhof mit Sitz in Wackershofen freuen. Das oberste Vereinsziel: "Bildungs- und Erlebnisangebote in nachhaltigem Umgang mit Natur und Artenschutz".

Da Sahra Laiblin, die erste Vereinsvorsitzende und gleichzeitig Gründerin der Solawi Hall, an der Preisverleihung nicht teilnehmen kann, stellt Melanie Laun als zweiter Vorstand die Ziele und Veranstaltungsangebote des Elisenhofs näher vor. "Der Elisenhof hat sich im vergangenen Jahr gegründet. Wir haben viele Ideen und bieten auch schon zahlreiche Kurse an." Ernährungslehre, Wildnispädagogik und Hofpädagogik bilden die Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit.

Obstbaumpatenschaften sind beliebt

Der Verein hat seit der Gründung auch schon zahlreiche Obstbäume gepflanzt. "Die Nachfrage zur Übernahme einer Obstbaumpatenschaft ist erfreulich hoch", bestätigt Melanie Laun. Vor allem Schulklassen liegen dem Elisenhof-Team am Herzen. "Es fördert das Verständnis für die Natur und die nachhaltige Feldbewirtschaftung, wenn zum Beispiel die Kinder auf dem Acker selber Möhren ernten dürfen oder frischen Apfelsaft pressen."

Den Elisenhof haben auch schon Annette Käppler, Helena Rückert und Raissa Weiß mit ihren Klassen besucht. Die Lehrerinnen von der Gemeinschaftsschule Neuenstein werden für ihr ambitioniertes Projekt "Nachhaltige Landwirtschaft/Upcycling/Wiederaufforstung" von BI-Mitglied Peter Sturm ausgezeichnet. "Das Pflanzen von Bäumen ist nur eine von vielen Aktionen, die in unseren Schulklassen gut ankam."

Über den Einsatz seiner Lehrerinnen freut sich nicht nur Rektor Matthias Wagner-Uhl. Kupferzells Bürgermeister Christoph Spieles ist von dem Nachhaltigkeitsgedanken in der Gemeinschaftsschule Neuenstein ebenfalls angetan. "Meine Kinder gehen ja auch in Neuenstein zur Schule und das starke Engagement der Lehrerinnen freut mich."

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