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Schülermedienpreise für Schulklassen aus Öhringen und Obersulm

Für ihre Filmproduktionen wurden zwei Schulklassen aus Öhringen und Obersulm ausgezeichnet: Die Preiskategorien deuten schon darauf hin, was ihre Arbeit preiswürdig macht: "Besondere Ästhetik" und "Besonderer Mut". Worum geht es in den Filmen genau?

Von Regina Koppenhöfer
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Jugendgruppen erhalten Schülermedienpreise
Zwei Schülergruppen aus Öhringen und Obersulm erhielten die diesjährigen Sonderpreise des Schülermedienpreises Baden-Württemberg. Foto: Regina Koppenhöfer  Foto: Koppenhöfer, Regina

Dieser Tage wurden die Preisträger des Schülermedienpreises Baden-Württemberg 2020 geehrt und wieder sind Teams junger Leute aus der Region darunter. Zwei der neun zu vergebenden Preise gingen hierher. Bei einer kurzen Feierstunde am Donnerstag im Öhringer Jugendpavillon bekam eine private Gruppe aus Öhringen, die ihre Wurzeln in der Videowerkstatt des Öhringer Stadtjugendreferats hat, den Sonderpreis "Besondere Ästhetik" verliehen. Mit dem Sonderpreis "Besonderer Mut" wurde eine Schülergruppe des evangelischen Paul-Distelbarth-Gymnasiums Obersulm ausgezeichnet.

Die Initiative Kindermedienland ist eine Initiative der Landesregierung von Baden-Württemberg. Sie setzt sich dafür ein, "dass Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene kompetent und kreativ mit Medien umgehen". Darauf wies die Leiterin der Kindermedienland-Geschäftsstelle, Ulrike Karg, hin, die auch die beiden Sonderpreise in Öhringen verlieh.

25-Minuten-Film

Zu jenen, die ihren Job besonders gut gemacht haben, gehört das jugendliche Filmproduktionsteam des 25-Minuten-Streifens "Dependence". Um Sergej Trifonov, der eine Filmproduktionsfirma besitzt, hatten sich für das kreative Projekt gut ein Dutzend junger Leute geschart. Trifonov begleitete das Projekt ehrenamtlich und unterstützte die Schüler mit seinem Know-how und mit Profitechnik. "Dependence" ist ein Realfilm, der das Thema leistungssteigernde Drogen behandelt. Regie führte Mario Dietel. Der Gymnasiast hat auch das Drehbuch dazu geschrieben.

Beim Filmdreh mit dabei war auch Paula Stumpf. Die Zwölftklässlerin verrät im HZ-Gespräch, dass ihr das Schauspielen richtig Spaß gemacht habe und sie auch vom Inhalt des Film überzeugt gewesen sei: "Ich finde das Thema gut. Ich denke, dass es viele Menschen betrifft, vielleicht manchmal sogar schon in unserem Alter."

Thema Transgender

Mario Dietel war auch am zweiten ausgezeichneten Filmprojekt beteiligt. Dieses trägt den Titel "J´ètais. Je suis. Je serai.", übersetzt heißt dies "Ich war. Ich bin. Ich werde." Den Kurzfilm in französischer Sprache produzierten drei Zwölftklässler im Rahmen ihres Französischunterrichts am Paul-Distelbarth-Gymnasium Obersulm. In die Hauptrolle des Films war Lara Mocarski geschlüpft.

Sie stellte eine junge Frau dar, die unglücklich über ihr Geschlecht ist. "Ohne Berührungsängste", so meinte Laudatorin Ulrike Karg anerkennend, habe sich die Gruppe mit dem Thema Transgender beschäftigt und es ausführlich recherchiert. Ihre besondere Anerkennung sprach Ulrike Karg dabei der Jungschauspielerin Lara aus, die "viel Mut bewiesen" habe.

90 Einreichungen von Schülergruppen hat es bei der diesjährigen Runde des Schülermedienpreises gegeben. Unter den Medienproduktionen fanden sich selbst gedrehte Trickfilme, selbst programmierte Games, Schülerzeitungen, Realfilme, Comics, Webseiten, Radiobeiträge oder etwa auch Podcasts.

Lob vom Ministerpräsidenten

Anerkennung für ihre gelungenen Produktionen erhielten die Preisträgergruppen vom Schirmherrn der Initiative, Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Aufgrund der Coronakrise war er nicht selbst bei den Preisverleihungen vor Ort. Sein Lob für die gelungenen Projekte sprach er den jungen Leuten mittels einer Videobotschaft aus. Den Glückwünschen des Ministerpräsidenten schloss sich Ulrike Karg an, indem sie mit sichtlicher Freude den jugendlichen Preisträgern zurief: "Ihr könnt wahnsinnig stolz auf eure Leistung sein."

Sonderpreise für Schüler aus Öhringen und Obersulm

Seit dem Jahr 2010 wird in Baden-Württemberg der Schülermedienpreis verliehen. Es gibt jeweils erste, zweite und dritte Plätze in den Alterskategorien sechs bis zwölf Jahre sowie 13 bis 18 Jahre. Darüber hinaus werden die Sonderpreise "Besondere Ästhetik" und "Besonderer Mut" ausgelobt.

Dem Öhringer Gewinnerteam gehören die Jugendlichen Mike-Michel Bauer, Matteo Haag, Mario Dietel, Sascha Trifonov, Lukas Benner, Paula Stumpf, Paul Reizer und Finn Pfaller an. Begleitet und beraten wurden sie von Sergej Trifonov. Die erfolgreichen Schüler des Obersulmer Paul-Distelbarth-Gymnasiums waren Lara Mocarski, Fabienne Reuter und Mario Dietel.

Die Gymnasiasten aus Obersulm wurden bei ihrem Projekt von ihrer Lehrerin Mariana Schüler begleitet. Diese reichte den Film bei den französischen Filmfestspielen in Tübingen ein, wo er auch gezeigt wurde. Für die Preisträgergruppen gab es beim Schülermedienpreis des Landes jeweils einen gläsernen Pokal und Urkunden.

Jede Gruppe erhielt ein Preisgeld von 500 Euro. Die Öhringer Schülergruppe hat sich dazu entschlossen, 200 Euro davon an den Verein Arbeitskreis ausländische Mitbürger Öhringen zu spenden.

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