Öhringen
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Öhringer Räte machen im Sommer Klausur zu Mobilität

Der Öhringer Gemeinderat diskutiert die Ergebnisse aus den Bürger-Workshops. Ein Kritikpunkt der Bürger ist der zu große Anteil an Individualverkehr. Im Herbst sollen möglichst konkrete Maßnahmen fürs Leitbild feststehen.

Yvonne Tscherwitschke
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Öhringer Räte machen im Sommer Klausur zu Mobilität
Die Innenstadt vom motorisierten Individualverkehr entlasten, das ist Ziel des Mobilitätskonzepts.  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

Bei einer zweitägigen Klausurtagung wird sich der Öhringer Gemeinderat mit dem Mobilitätskonzept für die Gesamtstadt beschäftigen. Jetzt, vor der Sommerpause, gab Frank Schäfer vom Büro BS Ingenieure, einen Überblick über das bereits Geleistete. "Es geht heute nur um den Zwischenstand. Das Planungsbüro muss dann auch sagen, was was kostet", erklärte Oberbürgermeister Thilo Michler den Gemeinderäten. Denn "man kann immer alles so und so sehen", verwies er auf den Abwägungsprozess. Im Frühsommer kommenden Jahres sollten die daraus resultierenden Entscheidungen dafür getroffen werden.

Konkrete Maßnahmen

Planer Frank Schäfer erinnerte an die Auftaktveranstaltung vom 4. September. Der Gemeinderat treffe sich im August zur Klausur. Er erwartet für Ende September Aussagen zu ersten Maßnahmen, festgemacht an einem Leitbild. "Das versuchen wir mit Ihnen zu entwickeln", sagte Schäfer und zeigte, wie ein solches Leitbild aussehen könnte. Zu den drei übergeordneten Zielen gibt es je sechs Maßnahmen. "Das zusammen ergibt das integrierte Mobilitätskonzept."

Wie könnte so ein Ziel aussehen? Schäfer nannte als Beispiel die Verringerung des motorisierten Individualverkehrs. "Die dazu gehörigen Maßnahmen könnten dann Spuren für Busbeschleunigung, mehr Radwege, engere Taktung des öffentlichen Nahverkehrs sein."

 

Kritik der Bürger

Es gibt noch viel zu tun. Es sei aber auch schon einiges erledigt, blickt Schäfer zurück auf den Prozess, der im November 2021 mit Verkehrszählung und der Auftaktveranstaltung begonnen habe. Im Frühjahr 2022 habe es dann Workshops mit großer Beteiligung der Bürger gegeben, in denen viele Anregungen und Ideen gesammelt worden seien, auch Kritik an bis dato unbefriedigenden Situationen. Parallel dazu seien Gespräche mit Experten geführt worden. Aktuell befinde man sich im Stadium der Konfliktanalyse.

Noch wichtiger als der Blick auf den Ist-Zustand ist der auf die künftigen Entwicklungen. Eine wichtige Frage sei, wo sich bis 2035 Wohnschwerpunkte entwickeln. Denn Wohnbau bringt Verkehr, verdeutlichte Schäfer. Und auch mit Blick auf die Klimaziele müsse versucht werden, ein Drittel der Fahrten raus der Stadt zu bekommen. "Da gelten die drei V: vermeiden, verlagern, verträglich gestalten", sagte Schäfer im Gemeinderat.

 

Ganztägig viel Verkehr

Die Besonderheit in Öhringen: Es gebe den ganzen Tag Verkehr, nicht nur zu den Stoßzeiten am Morgen und am Abend. "Wir haben ein konstant hohes Verkehrsaufkommen", analysierte Schäfer die Verkehrszählung. Nach der Auswertung der Fragebögen durch Haushalte und Betriebe wisse man auch, dass der Anteil des motorisierten Individualverkehrs bei 66 Prozent der Wege und damit sehr hoch sei. Öffentlicher Nahverkehr werde nur für zwei Prozent der Wege genutzt. Das sei ein extrem niedriger Wert. "Normal ist hier vergleichbar ein Wert zwischen zehn und 15 Prozent", erläuterte Schäfer. In Öhringen würden sogar mehr Wege zu Fuß als mit dem Bus gemacht.

Aus den Daten werde ein digitales Verkehrsmodell erstellt. Das zeige, dass es in Öhringen viel Übereck-Verkehr gebe, mehr als Durchgangsverkehr. "Jetzt gilt es, die Strukturdaten in Verkehr zu übersetzen", sagte Schäfer

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