Bretzfeld
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Mehr Aktive als Karteileichen beim TSV Bitzfeld

Zum 100. Geburtstag feiert der TSV Bitzfeld mit Gästen ein schönes Fest.

Yvonne Tscherwitschke
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Mehr Aktive als Karteileichen
Die Alten Herren können nicht nur Fußball, sondern auch einen Saal voller Menschen zum Lachen bringen. Fotos: Yvonne Tscherwitschke  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

Der Grund zum Feiern ist schon im Namen ersichtlich: TSV Bitzfeld 1922 heißt der Sportverein, der sich der Kürze halber immer TSV Bitzfeld nennen lässt. Jetzt aber, rund um die Jubiläumsfeierlichkeiten, wird der Name gern und häufig in voller Länge ausgesprochen.

Torte und Geschenke

Mit Grußworten und Geschenken, Rückblicken und einer Lasershow um Mitternacht wurde am Wochenende gefeiert. Dabei gab es viel zu lachen; wie bei dem kuriosen Auftritt der Alten Herren, die Arme und Beine auf dem Fußballplatz deutlich besser koordinieren als zwergenähnlich auf der Bühne. Auch beim Sketch der Theatergruppe wurde gelacht, brachten sich die drei Grazien doch wild entschlossen in Form, um für den Fotografen attraktives Motiv zu sein. Riesigen Applaus kassierten die Jungs und Mädels vom Kinderturnen, die in Dingsda-Manier Begriffe rund um die Sporthalle und den Verein erklärten. Wer richtig geraten hatte, der bekam eine der aufwändig erstellten und mit viel Infos gespickten Festschriften überreicht, die das Team um Schriftführerin Sandra Mävers in vielen arbeitsreichen Stunden erstellt hat - und deren erstes Heft Bürgermeister Martin Piott für 100 Euro in die Vereinskasse gerne ersteigerte.

Festschrift weckt Erinnerungen

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Heinz Wirth (rechts) erinnert sich an eine lange Phase der Vereinsgeschichte.  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

In der Vorbereitung für die Festschrift seien viele spannende Gespräche geführt worden, erklärt Sandra Mävers. Eine Idee davon bekam das Publikum im Interview von Moderator Stephan Stock mit Heinz Wirth. Er ist Jahrgang 1938 und damit eines der ältesten Mitglieder im TSV. Zum Verein sei er schon durch seinen Vater gekommen, berichtet er von Sportlern in weißen Turnhosen und wie er 1948 im Dreikampf seine ersten Erfolge errungen habe. Er erinnerte vor allem aber auch an den Hallenbau, für den die Mitglieder über 15 000 Arbeitsstunden eingebracht haben.

Gemeinsam statt einsam

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Moderator Stephan Stock (links) im Gespräch mit Fußballer Marco Sailer.  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

Gemeinschaft erleben - das macht den Unterschied von Online-Sportangeboten zu den Vereinsangeboten. Das betont auch Sportkreisvorsitzende Barbara Eckle, wenn sie beschreibt, wie die während der Pandemie boomenden virtuellen Angebote nun wieder brachlägen. Die Unterstützung des TSV haben auch Katharina Mähring, Deutsche Vizemeisterin im Hammerwurf, und der Ex-Bundesliga-Profi Marco Sailer erfahren. Auch sie berichten auf der Bühne von ihrer Erfahrungen mit dem TSV.

Gutscheine mitgebracht

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Das Vorstandsteam pflanzt mit Bürgermeister Martin Piott einen Baum.  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

Und wie schafft der TSV die nächsten 100 Jahre? "So ein Angebot muss man lebendig halten", weiß Barbara Eckle. Deshalb überreicht dann Turngau-Präsident Friedrich Bullinger Gutscheine für Fortbildungen. Landrat Matthias Neth betont die Notwendigkeit, sich für die Gemeinschaft zu engagieren, und bescheinigt Simon Eberle, das als Teil des Vorstands herausragend zu tun. Bürgermeister Martin Piott fürchtet, dass es in Zukunft nicht mehr so selbstverständlich sein werde, sich für andere einzubringen. "Sich wandeln, ohne seine Wurzeln zu verlieren", lautet die Empfehlung vom Landrat für einen weiter lebendigen Verein, der mehr aktive Mitglieder als Karteileichen habe.

Für vitale Wurzeln wurde mit Bürgermeister Piott ein Baum gepflanzt, den Bernd Weibler gespendet hat. Eine Idee davon, wie lebendig das Vereinsleben ist, gibt der Film, der im Vorfeld gedreht wurde. Er zeigt, dass schon die Kleinsten mit Begeisterung in den Seilen hängen und Fußball auch bei strömendem Regen schön sein kann. Wie fit die Mitglieder tatsächlich sind, das zeigte sich allein daran, dass bis weit nach Mitternacht in den 100. Geburtstag hineingefeiert wurde, so richtig mit Geburtstagstorte und Lasershow. "Es gibt nicht so viele Hundertjährige, die das schaffen", frotzelt Vereinsvorstand Simon Eberle, der dann auch Torte verteilte.

 
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