Pfedelbach
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Kunsthistorischer Spaziergang durch Pfedelbach und das Leben von Maler Joachim Georg Creuzfelder

Reger Andrang herrschte bei Vorträgen und Führungen über das Leben des Hohenloher Malers Joachim Georg Creuzfelder.

Von Andreas Scholz
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Lesezeit  3 Min
Kunsthistorischer Spaziergang durch Pfedelbach und das Leben von Maler Joachim Georg Creuzfelder
Historiker Helmut Wörner (Mitte) erklärt bei der Führung, die auch in den Schlossgraben führt, vieles aus dem Leben und Wirken des Hohenloher Malers Joachim Georg Creuzfelder. Fotos: Andreas Scholz  Foto: andreas scholz

Alle, die sich für Barockkunst, Heimatgeschichte, Kirchenschätze und Schlösser interessieren, kommen am vergangenen Sonntag in Pfedelbach auf ihre Kosten. Die Außenstelle Pfedelbach der VHS Öhringen lädt für Vorträge und Führungen anlässlich des 400. Geburtstags von Joachim Georg Creuzfelder ins Pfedelbacher Schloss ein. Der Hohenloher Maler lebte einst viele Jahre in Pfedelbach und wirkte als Hofmaler. Seine Werke finden sich nicht nur in Pfedelbach, sondern auch in anderen Schlössern und Kirchen in Hohenlohe.

Gut besuchte Führungen

Gut besucht sind am Nachmittag bereits die beiden Vorträge im Bürgersaal des Schlosses. Der erste Vortrag widmet sich dem Leben und Schaffen Creuzfelders in Pfedelbach. Anschließend werden kunsthistorische Details zum Planetenzyklus im Pfedelbacher Schloss erläutert, das zu den wichtigsten und bekanntesten Werken des Hohenloher Malers zählt.

Kurz nach 16 Uhr sind mehr als 50 Kunstinteressierte bei der Führung um das Schloss und in der Pfedelbacher Kirche dabei: gemeinsam mit Helmut Wörner vom Hohenloher Zentralarchiv Neuenstein und Kunsthistorikerin Ursula Angelmaier wird den historischen Spuren Creuzfelders nachgegangen, die der Maler hier hinterlassen hat.

"1650 ließ sich Creuzfelder mit seiner Familie als Hofmaler in Pfedelbach nieder. Als Bürger Pfedelbachs, wo er vom Ende des 30-jährigen Kriegs bis ins neue 18. Jahrhundert hinein gelebt und gearbeitet hat, war er engagiert und hochgeachtet", erklärt Wörner. Der Historiker bleibt während der Führung auf der Brücke vor dem Eingang zum Schloss zum ersten Mal stehen und spricht unter anderem über die persönliche Beziehung Creuzfelders zu der Grafenfamilie in Pfedelbach.

Er präsentiert auch die Abbildung eines der Kirchberger Deckengemälde von Creuzfelder. Es zeigt die 16-jährige Luise Charlotte von Hohenlohe-Langenburg, die später nach Pfedelbach heiratete, wo ihr der Erbgraf das Charlottenschlösschen hoch droben erbauen ließ. Helmut Wörner erläutert, dass Creuzfelder eine ganze Reihe von Porträts der Familie von Hohenlohe-Pfedelbach gemalt hat.

Nächste Station: Creuzfelders Familienhaus

Kunsthistorischer Spaziergang durch Pfedelbach und das Leben von Maler Joachim Georg Creuzfelder
Kunsthistorikerin Ursula Angelmaier geht in der Pfedelbacher Kirche auf weitere Werke von Creuzfelder und Barockkunst im Allgemeinen ein.  Foto: andreas scholz

Bis zum Frühjahr 1652 wohnte Creuzfelder mit seiner Familie im Pfedelbacher Pfarrhaus 1. "Zwischen 1649 und 1664 kamen zwölf Kinder zur Welt. Die ersten drei in Öhringen und die weiteren in Pfedelbach." Wörner läuft bei warmen Sommertemperaturen mit der Gruppe in den Schlossgraben. Der Historiker verweist auf den ehemaligen Hofgarten: "Im Jahr 1655 stellte Graf Friedrich Craft dem begabten Maler ein rund 112 Quadratmeter großes Stück des herrschaftlichen Gartens westlich des Schlosses als Bauplatz zur Verfügung." Creuzfelder baute sein Haus neben der Hofprädikatur, dem späteren Gasthaus Sonne. "Im Laufe der Jahre kaufte er weitere Grundstücke, darunter auch Weinberge, hinzu."

Die Exkursionsgruppe spaziert abschließend vom Schloss zur Kirche. Die Geschichte der Peter- und Paulskirche ist eng mit der Pfedelbacher Grafenfamilie verwoben. Ursula Angelmaier erläutert weitere Werke Creuzfelders und besondere Kunstschätze in der Pfedelbacher Kirche, die in der Barockzeit entstanden sind. "Für den langjährigen Hofprediger Leonhard Käs hat Creuzfelder hier ein Epitaph angefertigt," erklärt die Kunsthistorikerin. Erhalten ist auch die von Creuzfelder gemalte Predella des ehemaligen Altars, deren Bilder die Kunsthistorikerin veranschaulicht. Angelmeier geleitet die Exkursionsteilnehmer zuletzt noch in das versteckte Herrschaftsstüblein und zeigt dort an der Wand von Creuzfelder eine prächtige Wappentafel der Grafen von Hohenlohe-Pfedelbach.

 


Jubiläumsprogramm

Anlässlich des 400. Geburtstags von Joachim Georg Creuzfelder gibt es 2022 eine Reihe an Veranstaltungen, die sich dem Leben und Wirken des Hohenloher Malers widmen. Joachim Georg Creuzfelder war in Hohenlohe bekannt. Nicht nur von der Grafenfamilie in Pfedelbach, sondern auch von den Grafenhäusern in Langenburg/Jagst oder Kirchberg/Jagst erhielt er viele Aufträge. So finden sich seine Werke nicht nur in der Pfedelbacher Kirche, sondern auch in den Kirchen in Langenburg/Jagst und Kirchberg/Jagst. Creuzfelders Frau stammte ursprünglich aus Langenburg/Jagst. "Creuzfelder hat mit seinem künstlerischen Wirken am Langenburger Hof auch zwei Mal die Amtsschulden seiner Schwiegermutter beglichen", weiß Helmut Wörner.

Im weiteren Jahresverlauf wird es noch weitere Veranstaltungen über Creuzfelder geben. Am 25. September beschäftigt sich ein Vortrag in der Stadtkirche in Waldenburg mit prägenden Frauengestalten des Hauses Hohenlohe: Creuzfelder hat einige von ihnen porträtiert. Am Samstag, 8. Oktober, gibt es im Hohenlohe-Zentralarchiv in Neuenstein mehrere Referate über das Leben Creuzfelders. Am Dienstag, 18. Oktober, wird im Bürgersaal in Pfedelbach unter anderem über Rubens gesprochen, der Creuzfelder bei seiner künstlerischen Arbeit offenkundig inspiriert hat. olz

 
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