Öhringen
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Kinderspielstadt in Öhringen eröffnet: Wo Freude sichtbar wird

Basteln, bauen, bummeln - das können etwa 180 Kinder in der zweiwöchigen Kinderspielstadt an der Öhringer Realschule. Das Besondere: Sie werkeln etwa am Piratenschiff mit, verdienen Geld und geben es aus. Das ist sonst noch so geboten.

Jennifer Schnell
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Lesezeit 2 Min
Kinderspielstadt in Öhringen eröffnet: Wo Freude sichtbar wird
In der Seilerei zeigen Elias Schädlich (links) und Carina Walter den Kindern, wie sie Makramees, Seile oder Taschen knüpfen können.  Foto: Schnell, Jennifer

Erwachsen sein spielen, so richtig mit Jobs, Geld verdienen und wieder ausgeben - das können über 180 Kinder in der Kinderspielstadt. Auf dem Areal der Öhringer Realschule steht die nächsten zwei Wochen ihre Stadt. Hier können sie selbst entscheiden, ob sie als Polizisten und Richter für Recht und Ordnung sorgen, sich kreativ am Schiffsbau, der Verschönerung der Stadt oder dem Bau von nötigem Werkzeug beteiligen. Denn nur wenn alle mithelfen, dann kann die Piraten-Crew am Ende der zwei Wochen in See stechen. Das diesjährige Motto zieht sich durch alle Stationen: es gibt Fischernetze, Rennboote, Meerjungfrauen. Überall finden sich passende Möglichkeiten, sich kreativ auszutoben. Egal, wo sich die Kinder am ersten Tag engagieren - sie wählen jeden Morgen einen neuen Beruf aus.

Cocktail-Genuss und Piraten-Tattoos

Kinderspielstadt in Öhringen eröffnet: Wo Freude sichtbar wird
Gemeinsames Tanzen zum Warmwerden: Zu Beginn gibt es das Fliegerlied, auch wenn in diesem Jahr Piraten das Motto sind. Fotos: Jennifer Schnell  Foto: Schnell, Jennifer

Für Nora Fischer, Organisatorin im Leitungsteam, macht die Abwechslung das Projekt so attraktiv: "Zu den Highlights in diesem Jahr gehört sicher die Kreativgrotte mit vielen Bastel-Ideen. Oder der Strand, dort können Kinder Crêpes, Kuchen oder Cocktails genießen." Ein weiterer beliebter Bereich: Das Piraten-Tattoo-Studio, das eine Mischung aus Kosmetik- und Massage-Salon ist. "Da können die Kinder einfach mal entspannen, unter den Bäumen liegen und sich verwöhnen lassen" erzählt Fischer.

Kinderspielstadt in Öhringen eröffnet: Wo Freude sichtbar wird
Carina Fischer (Mitte) war bereits 2005 als Kind dabei, seit 2010 als Betreuerin.  Foto: Schnell, Jennifer

Die 25-Jährige war selbst schon 2005 als Kind mit dabei, seit 2010 betreut sie das zweiwöchige Erlebnis. Sie erinnert sich: "Für mich war immer das Schönste, dass anfangs die ganze Stadt noch unfertig ist. Von Tag zu Tag wächst die Stadt, entwickelt sich weiter, wird bunter. Und man baut sich gemeinsam was Großes auf. Am Abschlussfest will man gar nicht gehen."

Malen in der Kreativwerkstatt

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Die zehnjährige Sophia hat sich direkt für eine kreative Station entschieden. Hier kann sie Schilder für andere Stände, Post- oder Landkarten malen. "Ich lieb es zu malen. Ich male gerne mit Acryl auf Leinwand und hab´ auch Ölfarben Zuhause." Am liebsten malt die angehende Sechstklässlerin Tiere. Ihr Lieblingsmotiv sind Delfine.

Marco will als erstes zur Polizei, Florian möchte am liebsten in der Schiffswerft mitarbeiten. Die beiden Öhringer stehen gerade in der Schlange, um sich für ihre erste Station anzumelden und Essensbändchen abzuholen.

Eigenes Geld verdienen und ausgeben

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Pro Stunde Mitarbeit an einem Stand, verdienen die Kinder zwei "Öhros" - das ist die Währung der Kinderspielstadt. Davon müssen sie einen Teil als Steuern abgeben. Den Rest können sie sich bar auszahlen lassen oder zum Sparen auf ihre "magische Münze" laden. Mit den verdienten Öhros können sie Essen, Trinken oder selbst gebastelte Gürtel, Taschen und andere Spielstadt-Produkte kaufen. Etwa bei der Seilerei, die Carina Walter und Elias Schädlich betreuen. Beide mögen es, mit Kindern zu arbeiten: "Mir macht es extrem viel Spaß, den Kindern Knüpftechniken beizubringen und ihnen eine Freude zu machen", sagt die 17-jährige Walter.

Kinderspielstadt in Öhringen eröffnet: Wo Freude sichtbar wird

"Ich finde die Kiddie-News, die abends gezeigt werden, toll. Da dürfen sich die Kinder im Filmstudio präsentieren und erzählen, was sie alles gemacht haben" sagt Schädlich, der eine Ausbildung zum Zimmermann macht. So scheint der Plan aufzugehen: Die jüngeren Kinder lernen Eigenverantwortung, die Jugendlichen haben das getan und betreuen sie deshalb nun. Vermutlich werden viele, die nun spielen, später auch als Betreuer dabei sein.

Kinder im Fokus

Kinderspielstadt in Öhringen eröffnet: Wo Freude sichtbar wird

Im zweiwöchigen Ferienprogramm wird das Piraten-Motto gelebt. Von den Kostümen der Crew über den Stadtplan, der sich auf Festland, Hafen und Schiff aufteilt, bis zu den Ständen. Nora Fischer, Betreuerin und Organisatorin, erzählt: "2015 habe ich ein Mädchen weinen sehen, weil es nicht am Sporttag mitmachen wollte." Fischer ließ das Mädchen dann in der Bäckerei mitarbeiten. "Zum Schluss hat sie mir einen Brief und Schokolade überreicht und sich bei mir bedankt, dass ich einen schlimmen Tag für sie zu einem schönen gemacht habe."

 
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