Kupferzell
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Kindergarten-Kapazitäten in Kupferzell nähern sich dem Limit

Im Gemeinderat wurde die Bedarfsplanung fürs kommende Kiga-Jahr vorgestellt: Noch geht es ohne Warteliste, aber die Kommune steht vor Herausforderungen.

Christian Nick
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Lesezeit 2 Min
Kindergarten-Kapazitäten in Kupferzell nähern sich dem Limit
Sie haben es gut: Die Kids machen sich keine Gedanken um Belegungszahlen und Kapazitäten. Die Kupferzeller Verantwortlichen indes umso mehr.  Foto: Kühl

Es sind Sätze, die man dieser Tage vielerorts bei Gemeinderatssitzungen im Landkreis hört: "Die Lage ist angespannt und auf Kante genäht", so Bürgermeister Christoph Spieles anlässlich der Vorstellung der Kindergarten-Bedarfsplanung fürs Kiga-Jahr 2022/2023. Dennoch präsentiert sich die Situation in Kupferzell noch entspannter als in vielen anderen Kommunen: Man kommt dort vorerst noch ohne Warteliste aus.

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Insgesamt offeriert die Gemeinde ab September in fünf Betreuungseinrichtungen 328 Plätze in 17 Kiga-Gruppen: 283 für Kids im Alter über drei Jahren und 45 für die Betreuung der Kleineren. Dem gegenüber stehen - wie Karina Kolb, zuständige Verwaltungs-Mitarbeiterin, im Rahmen der jüngsten Sitzung des Gemeinderats erläuterte - 498 Kupferzeller Kinder: von denen freilich einige keinen Kiga besuchen und andere auswärts betreut werden, etwa wenn ihre Eltern andernorts berufstätig sind.

Vieles ist nicht exakt planbar

Auch in "Kupfi" gibt es bei der Planung für die zukünftige Entwicklung der Zahlen allerhand Unwägbarkeiten: Einige Kinder sind noch nicht bei einer Einrichtung angemeldet; wie viele Kids im Rahmen des Zuzugs in Baugebiete Neubürger des Orts werden, ist noch genauso vage wie die Frage, ob und wie viele Kinder geflüchteter Menschen künftig berücksichtigt werden müssen: "Es ist ja etwa auch noch nicht klar, ob in der Container-Unterkunft Familien untergebracht werden", so Kolb. Eines jedenfalls ist sicher: Die Geburtenzahlen in der Kommune sind hoch - und werden perspektivisch eher noch steigen.

Was gewisse Entlastung schafft: Die Kapazität im Kindergarten "Carlsschule" soll ab März 2023 um zehn U3-Plätze aufgestockt werden, im Westernacher Waldkindergarten finden 20 Kids Aufnahme - und mit der privaten Einrichtung "Schwalbennest" geht nun auch der umstrittene evangelikale Naturkindergarten mit 20 Plätzen an den Start. Wie es denn mit dessen Betriebserlaubnis aussehe? Das interessierte Peter Lemke (UWG). Noch sei diese nicht erteilt worden, informierte Kiga-Planerin Kolb. Man rechne jedoch damit, dass das zeitnah erfolgen werde.

Veränderungen für Eltern

Wie werde sich das Wachstum des Gewerbeparks wohl auswirken - und inwiefern könnten private Einrichtungen in der Umgebung helfen, Erleichterung zu schaffen, wollte Joachim Deitigsmann (FWV) wissen: Einige Kids der Kommune besuchen den Würth-Kiga, den Gaisbacher Waldkindergarten oder werden in Forchtenberg betreut, berichtete Kolb. Rathauschef Spieles: "Einheimische Kupferzeller Kinder haben natürlich Vorrang."

Angesichts der prognostizierten Entwicklung der Einwohner- und Geburtenzahlen sei es von großer Wichtigkeit, mit den beiden Kindergarten-Neubauten im Ortsgebiet rasch voranzukommen, betonte der Verwaltungschef. Dennoch müssen sich Eltern künftig auf Veränderungen einrichten: "Dass Geschwister-Kinder einfach den Kiga-Platz übernehmen können - das wird nicht mehr gehen." Auch die Einführung einer Warteliste scheint perspektivisch nicht ausgeschlossen.

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