Öhringen
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In der Kinderspielstadt: Piraten vernichten 15 Kilo Mehl

Von Schatzsuchern und Segelmalern: Junge Reporter in der Kinderspielstadt unterwegs.180 Kinder und 71 Betreuer haben zwei Wochen Spaß.

Yvonne Tscherwitschke
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Lesezeit 3 Min
In der Kinderspielstadt: Piraten vernichten 15 Kilo Mehl
Die jungen Reporter sind am Donnerstag in der Kinderspielstadt unterwegs und befragen Teilnehmer und Betreuer wie hier in der Seilerei. Fotos: Tscherwitschke/Spielstadtreporter  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

Das große Piratenschiff legt an auf dem Hof der Realschule. Die Mannschaft ist trotz widrigen Wetters in Griechenland an Land gegangen. Dort wird es am heutigen Freitag olympische Spiele geben. Vorher aber hat die Mannschaft einiges zu tun - und noch manches zu erleben.

Kunstvolle Segelmaler

So wurde am gestrigen Donnerstag erst einmal der neue Kapitän (Bürgermeister) verkündet, sowie die neue Flagge in Auftrag gegeben. Gemalt wird sie nach dem Entwurf von Kaja (12): Die Flagge zeigt das Schiff und im Hintergrund die Realschule. Zusammen mit Lina (10) und Sofia (10) wird der Entwurf nun auf ein Segel gebracht. Das wird den ganzen Tag dauern. Doch dafür bekommt das Team dann Geld. Öros heißt das in der Kinderspielstadt. Kaja hat vollstes Vertrauen in ihre Freundinnen, dass das Bild so schön wird, wie von ihr skizziert.

In der Kinderspielstadt: Piraten vernichten 15 Kilo Mehl
Agnes ist in der Kostümwerkstatt im Glück: So viele tollen Stoffe.  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

Kreativ geht es auch in der Seilerei zu. Das berichten Carina (17) und Elias (18). Sie sind die Betreuer an der Station und Carina hat gerade eine Flasche mit Makramee umwickelt. Sie hat das zuvor schon gekonnt, für die Spielstadt aber noch neue Techniken dazu gelernt. "Zum Beispiel, die Perlen noch einzuknüpfen."

Arbeiten und entspannen

Auch im Tattoo-Studio arbeiten kreative Menschen. Sie schminken, flechten Haare, machen sie bunt und verpassen den Piraten Tattoos und eine Massage, wenn die Arme vom Segel aufziehen am Morgen lahm geworden sind. Im Tattoo-Studio ist Laura (29). Sie ist eine der Betreuerinnen, die fast jede Spielstadt dabei war, egal ob in Öhringen oder der Partnerstadt Großenhain. Erst als Teilnehmerin, seit vielen Jahren nun als Betreuerin. Und das, obwohl sie nun selbst bereits arbeitet. "Es macht einfach Spaß zu sehen, wie die Stadt in den zwei Wochen entsteht, es ist toll, die glücklichen Kinder zu erleben, die sich hier kreativ austoben können und strahlen", erklärt sie, warum sie einen Teil ihres Urlaubs hier verbringt.

In der Kinderspielstadt: Piraten vernichten 15 Kilo Mehl
Kaja (Mitte) bemalt mit ihren Freundinnen das Segel nach ihrem Entwurf.  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

Kombüse im Schnippel-Stress

Jede Menge zu tun hat die Kombüse: Ronja (28)ist zum fünften oder sechsten Mal dabei und schnippelt mit Unterstützung gerade Fruchtspieße. Die kommen bei den Piraten gut an, weiß sie. Vor allem aber die Crêpes. "15 Kilo Mehl haben wir die ersten drei Tage schon verbraucht", erklärt sie und deutet auf den großen Berg Lebensmittel im Vorraum. Mittagessen wird gebracht. "Das schmeckt gut", sagt Greta Hallmann. Gestern gab es Tortellini mit Soße. Die Crêpes und andere Leckereien gibt es in der Strandbar auf dem Festland.

Matschen für den Leuchtturm

Einige Meter entfernt am Hafen wird gerade der Leuchtturm gebaut. Lotta (11), Sophie (11) und Lillit (9) stampfen mit nackten Füßen den Lehm in großen Bottichen. Das macht ganz offensichtlich riesigen Spaß - und es ist kühl. Wenn sie fertig sind, dann wird im Leuchtturm der Pizzaofen eingeheizt. Auch darauf freut sich das Team von Sören. Nur zwei arbeitslose Leuchtturmbauer sind gerade noch etwas unzufrieden. David (9) und Finn (8) warten auf Material-Nachschub.

Gegenüber läuft ein heftiger Disput: Im Gericht streiten sich zwei Casino-Betreiber, wer die Idee für das geldwerte Geschäft hatte. Der frisch gewählte Kapitän muss eingreifen und wird zur Aussage geholt Die Polizei ist auch im Gerichtssaal. Doch die hat an diesem Tag noch ganz andere Probleme: Ein Schatzsucher ist auf dem Gelände unterwegs und versucht mit Spitzhacke bewaffnet, den Schatz für sich zu finden. Ein anderer ist mit Metalldetektor ausgerüstet. Auch ein Bankräuber soll sich unter den Piraten befinden. Er muss noch identifiziert und verhaftet werden.

In der Kinderspielstadt: Piraten vernichten 15 Kilo Mehl
Lotta, Sophie und Lillit matschen beim Lehmofenbau.  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

Verdientes Geld ausgeben

Die Ersparnisse der Piraten sind nicht in Gefahr. Die Heuer der nächsten Tage wird bezahlt für die 180 Kinder und die 71 Betreuer. Das verdiente Geld können alle auf dem Markt und an den Ständen ausgeben. In der Kreativgrotte entstehen bei Julia zum Beispiel Ringe und bunte Fische. Es gibt aber auch Ohrringe, Ketten und Kostüme. Für letztere sorgt Agnes in der Schneiderei. Sie zeigt, wie Piratenhüte gemacht werden. Sie kennt das vom Hohenloher Trachtenverein. Dort ist die Arbeit aber viel aufwendiger. "Für einen Trachtenhut brauchen wir 100 Stunden", erklärt sie. Eine Piratenmütze geht viel schneller.


Die jungen Autoren:

Den Text geschrieben haben am Donnerstag zusammen mit HZ-Redakteurin Yvonne Tscherwitschke die folgenden Reporter der Kinderspielstadt: Ida Schoch (10), Felix Scheuk (10), Greta Hallmann (8), Enna Tränkle (10), Lasse Frei (10), Nils Gaugel (9), Samira Baust (12), Maike Böhringer (10), Nele Birkhold (13), Leni Troschitz (9).

 
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