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Öhringen

Hohenloher Krankenhaus dreht Tanzvideo zu Jerusalema

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Mitarbeiter am Hohenloher Krankenhaus in Öhringen haben mit dem Deutschen Roten Kreuz ein Musikvideo zum Hit Jerusalema gedreht. Darauf kommt es zu Solidaritätsbekundungen im Internet. Auch eine Drohne wird bei den Dreharbeiten eingesetzt.

von André Daub
Konzentriert bei den Dreharbeiten zum Internet-Hit: Rettungskräfte des DRK sowie Mitarbeitende und Auszubildende des Hohenloher Krankenhauses.
Foto: privat
Konzentriert bei den Dreharbeiten zum Internet-Hit: Rettungskräfte des DRK sowie Mitarbeitende und Auszubildende des Hohenloher Krankenhauses. Foto: privat  Foto: privat

Immer höher steigt die Kamera, bis das Ensemble aus tanzenden Pflegern, Ärzten, Operationstechnischen Assistenten und Rettungssanitätern um das Hohenloher Krankenhaus in Öhringen immer kleiner wird. Getanzt wird zu der Hitsingle Jerusalema des südafrikanischen DJs Master KG und Sängerin Nomcebo Zikode.

Zu sehen ist die Performance in einem auf Youtube veröffentlichten Video mit dem Titel "Jerusalema Dance Challenge" des Hohenloher Krankenhauses. Mehr als 30.000 Aufrufe hat das am 29. Dezember letzten Jahres online gestellte Video. Es zeigt Bilder aus der Notaufnahme, dem OP und der Kantine, immer hinterlegt von der Hitsingle und begleitet von den Tanzschritten der Beschäftigten.

Gefilmt wird in fast allen Abteilungen

Rund 80 Menschen haben sich an dem sonntags außerhalb der regulären Arbeitszeit gedrehten Video beteiligt. Sie arbeiten beim Deutschen Roten Kreuz, in der Notaufnahme, im OP, in der Anästhesie, auf der Intensiv-, sowie Pflegestation, in der Rehaabteilung, in Sekretariat und Verwaltung, an der Information oder in der Küche der Klinik

"Die Rückmeldungen in Freundeskreis und Familie waren gut", erzählt Lena Bippus. "Viele waren erfreut zu sehen, dass in so schwierigen Zeiten etwas Schönes möglich ist", berichtet die Operationstechnische Assistentin. Auch auf der Videoplattform lesen sich die Kommentare positiv. "Mir standen Tränen in den Augen. So mega schön; haltet durch, wir brauchen euch!", etwa schreibt eine Margot Butzengeiger.

Bippus gibt in dem Video die Vortänzerin für das Kollegium. "Ich habe die Choreografie schon auf einer Hochzeit getanzt und kannte sie daher zu Genüge." Der Tanz sei ähnlich einfach wie Macarena. "Man schaut sich das an und dann kann man es."

Mit der Tochter geübt

Richtig Spaß gehabt hat Carmen Thoma, Krankenschwester auf der Intensivstation. "Dabei bin ich selbst bin nicht so die Riesentänzerin." Über die Weihnachtszeit habe sie mit ihrer 15-jährigen Tochter die Schritte einstudiert. "Da haben wir etwas zu lachen gehabt."

Gedreht wurde in Schichten und innerhalb von sieben Stunden - selbstverständlich unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. Viele Ehrenamtliche haben das Team unterstützt, etwa indem sie gefilmt haben. "Einer von ihnen hat die Drohne geflogen, mit der die Luftaufnahmen gemacht wurden", berichtet Bippus.

Zusammenhalt und Teamgeist gezeigt

Zur Vernachlässigung von Patienten kam es dabei nicht. "Die für Sonntage übliche Notfallversorgung war gewährleistet und die Patienten auf den Stationen versorgt ", so Nicole Bieszcz, stellvertretende Pflegedirektorin. Sie ist stolz auf das Durchhaltevermögen des Teams: "Besonders in dieser krassen Zeit", sagt sie mit Blick auf die Corona-Pandemie. Natürlich gebe es Menschen, die in allem immer nur das Schlechte suchen. Das Video demonstriere aber vor allem eines: Zusammenhalt.

Dieser "Teamgeist" habe die Tänzerin in ihr "geweckt", sagt Carmen Thoma. Im Vorfeld habe sie die Jerusalema Challenge mitverfolgt. "Was andere Berufsgruppen da außerhalb ihrer Arbeitszeit auf die Beine gestellt haben, hat mich fasziniert." Sie sei froh, dass es ihnen nun auch gelungen sei, diesen Zusammenhalt nach außen zu spiegeln.

Das Lied hinter dem Video

In dem in der Sprache Zulu geschriebenen Lied geht es um den Wunsch nach Verlässlichkeit und Unterstützung. Das Ende 2019 veröffentlichte Stück wurde auch durch weltweit im Lockdown entstandene Tanzvideos weltberühmt. Die dabei zum Song gezeigten Choreographien und Schritte kommen im offiziellen Musikvideo der Künstler nicht vor. 

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