Kupferzell
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Entscheidung über dritten neuen Solarpark in Kupferzell vorerst vertagt

Nordöstlich des Teilorts Löcherholz soll 2023 auf einer Fläche von knapp drei Hektar eine weitere Photovoltaik-Anlage gebaut werden. Die Gemeinderäte stehen dem Vorhaben indes skeptisch gegenüber - und haben dem Projekt zunächst nicht zugestimmt.

Christian Nick
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Entscheidung über dritten neuen Solarpark in Kupferzell vorerst vertagt
Auf diesem Hochplateau im Rüblinger Steinbruch erzeugen Tausende Solarmodule schon seit 2019 Ökostrom. Doch nicht jede Fläche ist so gut geeignet. Foto: Archiv/privat  Foto: Nick

Auch in Kupferzell wird nun Ernst gemacht mit der Energiewende: Unlängst hat der örtliche Gemeinderat sein Einverständnis zum Bau zweier weiterer Solarparks gegeben: Nördlich von Ulrichsberg wird auf einem bisher landwirtschaftlich genutzten Südhang der neue 5-Megawatt-Solarpark "Ulrichsberg" gebaut werden - und ein Landwirt plant, östlich von Goggenbach eine weitere 3,5-Hektar-Solarfläche - eine sogenannte Agri-PV-Anlage - errichten zu lassen. Beide Projekte sollen 2023 realisiert werden.

Schon im März hatte Rathauschef Christoph Spieles gegenüber unserer Zeitung anklingen lassen, dass seit Herbst vergangenen Jahres überdies Pläne für einen dritten neuen Solarpark bei der Verwaltung zur Prüfung vorliegen: Denen zufolge wird nordöstlich des Teilorts Löcherholz auf einer Gesamtfläche von rund 2,8 Hektar eine Freiflächen-Photovoltaikanlage avisiert. Besagtes Areal liegt in einem sogenannten regionalen Grünzug - seit Kurzem laut Regionalverband per se kein generelles Ausschlusskriterium für Photovoltaik mehr.

Technischer Ausschuss ist dagegen

Die Kupferzeller Verwaltung, die dem Vorhaben wohlwollend gegenübersteht, beabsichtigte nun in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, kraft Beschluss der Kommunalpolitiker den notwendigen Bebauungsplan aufstellen zu lassen - scheiterte aber damit. Denn: Es gab zahlreiche Vorbehalte unter den Räten. Der Hintergrund: Der Technische Ausschuss des Plenums hatte sich extra bei einem Vor-Ort-Termin selbst ein Bild von den Gegebenheiten gemacht. Dabei war man mehrheitlich zu der Auffassung gelangt, besagte Örtlichkeit nahe einer größeren Streuobstwiese, in Sichtweite der Ortschaft und in nördlicher Ausrichtung sei wenig geeignet.

 

Warum das Vorhaben nun dennoch per Bebauungsplan-Beschluss auf den Weg gebracht werden sollte - das erschloss sich der Mehrheit im Ratsrund daher nicht. Zumal, wie etwa Anke Weiß (SPD) anmerkte, der Rahmen von insgesamt zehn Hektar künftiger Solar-Fläche, welchen sich die Kommune kraft Beschluss des Gemeinderats erst vor rund einem Jahr in einem umfangreichen Kriterienkatalog für die Photovoltaik selbst auferlegt hatte, mit den bereits genehmigten Projekten schon ausgeschöpft sei. Bürgermeister Spieles beeilte sich erneut, darauf hinzuweisen, dass es sich bei besagtem Katalog "nicht um ein starres Kriterium" handele - konnte die Ratsmehrheit jedoch nicht überzeugen. "Wenn wir schon zehn Hektar haben, brauchen wir uns gar nicht mehr damit beschäftigen", fand FWV-Mann Dieter Karle.

Weitere Meinungsbildung erforderlich

"Es war eine bewusste Entscheidung, uns den Katalog aufzuerlegen, und es gab eine klare Empfehlung des Technischen Ausschusses gegen diese Fläche", sagte auch sein Fraktionskollege Volker Baumann: "Jetzt hat das Vorhaben hier nichts zu suchen."

Bei einer Enthaltung wurde sodann beschlossen, die Sache zunächst an den Westernacher Ortschaftsrat zu überweisen, um ein Meinungsbild von dort einzuholen.

 

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