Forchtenberg
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Die Halle der TG Forchtenberg wirkt wie aus der Zeit gefallen

Eine Sanierung ist dringend notwendig. Noch stehen aber weder Kosten noch Finanzierung fest. Der Verein will außerdem sein Sportangebot ausweiten.

Armin Rössler
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Die Halle der TG Forchtenberg wirkt wie aus der Zeit gefallen
In die Jahre gekommen: Die Turnhalle der TG Forchtenberg müsste dringend saniert werden. Fotos: Armin Rößler

Zwei Themen beschäftigen die Turngemeinde (TG) Forchtenberg, den mit fast 1200 Mitgliedern größten Verein der Stadt, derzeit stark: einerseits die dringend notwendige Sanierung der in die Jahre gekommenen vereinseigenen Halle, zum anderen die geplante Ausweitung des Sportangebots. "Wir wollen den Verein noch attraktiver machen", sagt der Vorsitzende Rüdiger Grund.

Seit über 30 Jahren wurde nichts gemacht

Betritt man die TG-Halle, kann man der Einschätzung nur zustimmen, das 1924/25 von den Mitgliedern mit viel Eigenleistung errichtete Gebäude sei "in der Zeit stehen geblieben". Das gilt rein optisch, weil im Inneren vieles noch so auszusehen scheint wie bei der Renovierung 1963 zur 100-Jahr-Feier der TG. Damals kam auch der Erweiterungsbau hinzu. 1988 wurden noch Dach und Decke renoviert, "seit über 30 Jahren wurde nichts mehr investiert" - abgesehen von der im letzten Jahr erneuerten Heizung. Jetzt bröckelt das Mauerwerk, die sanitären Anlagen, die Technik und der Brandschutz sind alles andere als auf dem neusten Stand, von Barrierefreiheit keine Spur.

Mehr Sport wäre wünschenswert

Die Halle der TG Forchtenberg wirkt wie aus der Zeit gefallen
Der TG-Vorsitzende Rüdiger Grund öffnet die Tür zur Besichtigung.

Das alles hat dazu geführt, dass die Halle heute kaum noch genutzt wird. Nur Yoga und Schach werden dort momentan angeboten, "ein bisschen mehr Sport" wäre für Rüdiger Grund wünschenswert. So werde im Verein über neue Angebote im Bereich Gesundheitssport nachgedacht. Aber auch als Fest- und Versammlungshalle könnte sie nach einer Renovierung wieder mehr genutzt werden. "Früher wurden hier relativ viele Hochzeiten gefeiert", weiß Grund. Heute ist das wegen des wenig heimeligen Ambientes und der zu kleinen Küche kaum mehr der Fall. "Man müsste die Halle so renovieren, dass man sie für solche Anlässe vermieten kann", sagt der Vorsitzende.

Mitgliederversammlung muss entscheiden

Ob es zur Komplettsanierung kommt, die sich Grund wünschen würde? Eventuell sogar mit einer Erweiterung in Richtung der heutigen Parkplätze, um mehr Platz für Küche und sanitäre Anlagen zu schaffen? Oder ob notdürftig renoviert wird, gar nichts geschieht oder ein Abriss notwendig wird? Das steht derzeit noch nicht fest. "Darüber muss die Mitgliederversammlung entscheiden." Ein Architekturbüro ermittelt derzeit die Kosten, damit man bis Februar oder März eine vernünftige Grundlage hat. Natürlich müsse man dann auch auf Fördergelder von Sportbund, Land und Stadt hoffen. "2025 steht das 100-jährige Jubiläum der Halle an", sagt der Vorsitzende. "Es wäre schön, wenn wir sie spätestens zu diesem Zeitpunkt wieder einweihen könnten."

Fußball, Fitness und Padel-Tennis

Die Halle der TG Forchtenberg wirkt wie aus der Zeit gefallen
Auch im Inneren hat sich die TG-Halle den Charme der sechziger Jahre bewahrt, als hier letztmals renoviert wurde.

Deutlich schneller könnte es mit der Erweiterung des sportlichen Angebots vorangehen. Dafür sollen auf der freien Fläche zwischen der Weitsprunganlage am Sportplatz und der Schule ein Fußballfeld mit Bande, ein Outdoor-Fitnessparcours und ein Padel-Tennis-Court entstehen. "Wir müssen unser Angebot anpassen", sagt Grund. Padel-Tennis etwa, eine Mischung aus Tennis und Squash, "macht unheimlich viel Spaß" und sei "mit ein bisschen Ballgefühl" rasch zu erlernen. Dazu soll sich ein Calisthenics-Fitnessparcours gesellen, mit "vielen Geräten, an denen man viel machen kann" - mit Stangen verschiedener Höhe und Position sind sie Barren und Reck nachempfunden und laden zum klassischen Geräteturnen, aber auch zu akrobatischen Übungen ein. Und ein Bandenspielfeld sei für junge Fußballer "zum Lernen und Spielen viel interessanter" als ein herkömmlicher Platz. "Das sind Angebote, die man bringen muss, um auch neue Leute in den Verein zu holen", meint der TG-Vorsitzende.

Sponsor steht bereit

Bei geschätzten Kosten von rund 180 000 Euro für die drei Anlagen wurde aus der ortsansässigen Industrie schon die Bereitschaft signalisiert, einen Teil zu sponsern. "Wir brauchen auch hier die Stadt", sagt Grund dennoch. Der Verein könne den Rest der Finanzierung "nicht alleine tragen" und benötige das Gelände. Aber man schaffe auch einen Gegenwert: "Das macht die Stadt attraktiv." Als der Vorsitzende die Pläne jüngst im Gemeinderat vorgestellt hat, fiel die Reaktion für sein Empfingen "nicht negativ" aus. Deshalb ist Grund zuversichtlich, dass sich schon bis zum Frühsommer etwas tut.

 

Turngemeinde

1863 gegründet, zählt die TG Forchtenberg zu den ältesten Vereinen im Turngau Hohenlohe. In den sechs Abteilungen Tischtennis, Schach, Turnen, Faustball, Fußball und Leichtathletik bietet der Verein eine breite Palette sportlicher Aktivitäten für Jung und Alt. "Es brennt uns auf der Seele", sagt der Vorsitzende Rüdiger Grund über die Durststrecken während der Corona-Pandemie. "Je länger das dauert, desto mehr gewöhnen sich die Leute daran, nichts zu machen." Auch deshalb hofft man, mit einem erweiterten Angebot, neue Mitglieder zu aktivieren. 

 
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