Neuenstein
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Auf dem Weg zum großen Ziel: Besuch auf der Baustelle der L1051 bei Neuenstein

Die jahrelang aufgeschobene Instandsetzung der L1051, die im April begonnen wurde, ist mittlerweile bereits weit gediehen. In einigen Wochen kommt der benachbarte Salzweg an die Reihe. Bis Jahresende soll alles fertig sein.

Christian Nick
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Lesezeit 2 Min
Auf dem Weg zum großen Ziel: Ein Besuch auf der Baustelle der Landesstraße 1051
Schweres Gerät auf weichem Grund: Noch dauert es einige Wochen, ehe auch der letzte Bau-Abschnitt wieder einen festen Belag bekommen haben wird. Fotos: Christian Nick  Foto: Nick, Christian

Staub wirbelt durch die Luft und legt sich auf die Atemwege, erste Schweißperlen bahnen sich ihren Weg die Gesichter herab: Fast 30 Grad zeigt das Thermometer - doch das darf echte Bauarbeiter nicht schrecken. Berufsrisiko. Und so arbeiten die Männer der Firma Strabag auch gestern Nachmittag auf Hochtouren, als die HZ für eine kurze Stippvisite durch die braune Staubwüste marschiert, die früher einmal einen festen Belag hatte - und nun bald wieder einen neuen bekommt.

Was die Männer, mit Vermessungsgerät bewaffnet, gerade genau tun, würden sie dem Redakteur prinzipiell verraten - dürfen sie aber nicht, wie ein Anruf beim Chef bekräftigt. Gesprächiger sind da die Arbeiter der Öhringer Straßenmeisterei, die einige hundert Meter weiter südlich, wo sich die braune Wüste bereits wieder in schwarzen Straßenbelag verwandelt hat, gerade Markierungen auf die Oberfläche aufbringen: Die Autofahrer sollen ja den Weg zur A6 wieder finden.

Langes Warten war angesagt

Auf dem Weg zum großen Ziel: Ein Besuch auf der Baustelle der Landesstraße 1051
Hier ist es vollbracht: An der A6-Auffahrt erstrahlt die Straße im neuen Look.  Foto: Nick, Christian

"Optimales Wetter fürs Material, für uns nicht so", scherzt einer von ihnen ob der über der Straße flirrenden Hitze: Der Richtungs-Pfeil wird auf einen speziellen Grund gelegt - und dann mit dem Gas-Brenner fixiert. Wenn nicht für ewig, dann wenigstens hoffentlich für einen langen Zeitraum soll er halten.

Lange hatten auch die marode Strecke und die ungezählten Verkehrsteilnehmer, die sich täglich über ihre fast genauso zahlreichen Schlaglöcher rumpelten, warten müssen. Seit April laufen nun die Arbeiten, um der ramponierten Landesstraße zwischen dem Kreisverkehr am Neuensteiner Stadtrand und dem Kirchensaller Ortseingang endlich die dringend notwendige Frischzellenkur zu verpassen.

Und die Arbeiter kommen gut voran. "Die ersten zwei der insgesamt drei Bauabschnitte sind bereits abgeschlossen", berichtet Sabrina Thomä vom Technischen Amt der Kommune: Die Bereiche um den Emmertshof und die Autobahnauffahrt wurden mittlerweile gerichtet - seit zwei Wochen widmen sich die Bauleute nun dem letzten Abschnitt zwischen Emmertshof und Kirchensall, um eine neue Fahrbahndecke zu verlegen und die Straße auf sechs Meter zu verbreitern.

Im Hochsommer soll die L1051 dann auf fast drei Kilometern Länge in neuer Schönheit und Funktionalität glänzen - und unverzüglich mit der Erneuerung des Salzwegs unweit der beiden anliegenden Supermärkte begonnen werden, was dann bis spätestens Ende des laufenden Jahres abgeschlossen werden soll.

Überdies wird eine unter der Landesstraße verlaufende Wasserleitung auf Vordermann gebracht: Während das Land die kompletten Kosten für die Straßensanierung stemmt, trägt die Kommune den niederen sechsstelligen Betrag für die Leitungs-Erneuerung selbst.

Schleichverkehr macht Probleme

Auf dem Weg zum großen Ziel: Ein Besuch auf der Baustelle der Landesstraße 1051
Eine wegweisende Tätigkeit: Ohne die Markierungen, welche die Arbeiter der Öhringer Straßenmeisterei gerade anbringen, würde manch einer das Ziel nicht finden.  Foto: Nick, Christian

Im nördlichen Abschnitt ist weiterhin komplett für den Verkehr gesperrt. Die offizielle Umleitung verläuft über Mangoldsall - doch nicht jeder hält sich dran: Anwohner klagen über erhöhtes Verkehrsaufkommen in Löschenhirschbach. Dort ist ein Feldweg für den Busverkehr freigegeben. Aber eben auch nur für diesen. Doch zahlreiche andere Autofahrer befahren den eigentlich gesperrten Schleichweg ebenfalls.

Womöglich, so Thomä, müsse daher auch der strapazierte Feldweg irgendwann noch erneuert werden. Ob die Stadt angesichts der Verkehrsverstöße durch die Schleicher zwischenzeitlich noch Maßnahmen wie Kontrollen verfügen werde, entziehe sich ihrer Kenntnis, sagt Thomä auf Nachfrage.

Den Abschluss des millionenschweren Sanierungsprojekts markiert dann die Instandsetzung des Salzwegs, mit der in einigen Wochen begonnen werden wird: Rund 800 Meter der stark vom Durchgangsverkehr frequentierten und strapazierten Straße werden zwischen Kreisverkehr und Kreisstraßen-Kreuzung saniert. Rund 1,5 Millionen Euro muss die Stadt dafür berappen. Wie Thomä nun informiert, wird die Netze BW im selben Zuge auch eine aktuell dort noch überirdisch verlaufende Stromleitung unter die Erde verlegen.

 
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