Waldenburg
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Alle drei Kindergärten in Waldenburg sind voll belegt

Es besteht dringender Handlungsbedarf, um die Wartelisten möglichst kurz zu halten: Was die Stadtverwaltung unternehmen will, um die Kapazität auszubauen.

Christian Nick
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Lesezeit 2 Min
Alle drei Kindergärten in Waldenburg sind voll belegt
Ort einer Interimslösung: Im evangelischen Kindergarten "Kleeblatt" soll mittels weiterer Gruppen Platz geschaffen werden, bis das Problem zu geringer Kapazitäten für die Kinderbetreuung grundsätzlicher angegangen werden kann. Foto: Archiv/Döring  Foto: Döring

Alle Jahre wieder: Bereits im Juli 2021 hatten Verwaltung und Rat bei der turnusgemäßen Vorstellung der Kindergarten-Bedarfsplanung dringenden Handlungsbedarf kommuniziert. Nun hat sich die Lage - eine Situation, welche die Bergstadt mit zahlreichen weiteren Kommunen im hiesigen Landkreis teilt - noch weiter verschärft: Zum Beginn des neuen Kindergarten-Jahres im September werden alle drei städtischen Einrichtungen komplett belegt sein.

Hohe Geburtenzahlen - 2021 gab es im Stadtgebiet ganze 19 Geburten mehr als im Vorjahr - und attraktive Baugebiete, die zahlreiche Neubürger anziehen werden: Die Situation wird in der Zukunft noch prekärer und die Warteliste noch länger werden.

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Es muss gehandelt werden

Für die Verwaltung um Bürgermeister Bernd Herzog ist die Marschrichtung klar: "Langfristig brauchen wir mehr Gruppen und einen neuen Kindergarten", so Hauptamts-Mitarbeiterin Karin Bach bei der jüngsten Sitzung des örtlichen Gemeinderats. Wie eine kurzfristige Lösung aussehen könnte? Hierzu stehen die Verantwortlichen der Stadt bereits mit den zuständigen Vertretern des Kommunalverbands für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) im Kontakt.

Eine Idee: die Eröffnung einer vierten Gruppe im Kiga "Kleeblatt" und die Schaffung eines sogenannten Vorschul-Kindergartens. Damit, so Rathauschef Herzog, mache man "aus den räumlichen Gegebenheiten eine Tugend" - denn das Schulgebäude befindet sich bekanntlich direkt nebenan. "Das wäre eine Möglichkeit, sehr kurzfristig für Entlastung zu sorgen."

Doch langfristig führt wohl kein Weg an einem neuen Kindergarten-Bau vorbei. Nicht nur, weil die Geburtenzahlen das erzwingen - sondern auch, weil die existenten Gebäude allesamt schon ordentlich in die Jahre gekommen sind. "Da muss man sich Gedanken machen. Das steht an", sagt Herzog.

Ein dickes Minusgeschäft

Die Finanzierung eines ebensolchen Neubaus indes wird nicht gerade dadurch erleichtert, dass - trotz der ebenfalls im Rahmen der Ratssitzung bei einer Gegenstimme beschlossenen Erhöhung der Elternbeiträge um pauschal 3,9 Prozent - die Kinderbetreuung ein massives Minusgeschäft ist: Selbst vom angestrebten Ziel einer wenigstens 20-prozentigen Kostendeckung ist die Stadt gegenwärtig meilenweit entfernt und bewegt sich wohl eher im einstelligen Bereich.

"Wir haben halt das Problem, dass wir nicht im Geld schwimmen", brachte es Heinrich Schüz (Bürgervereinigung) auf den Punkt. Nichtsdestotrotz stehe die Kommune eben in der Verantwortung, jene Pflichtaufgabe zu erfüllen und ausreichend Kapazitäten zu schaffen. Ganz besonders angesichts des Rechtsanspruchs auf einen Platz für Kinder im Alter ab drei Jahren. Die Warteliste - sie sei hier eben keine Option.

Ob man angesichts der angespannten Lage - und der Zeit fordernden Schaffung neuer Strukturen - nicht als Interimslösung einfach die bestehenden Kiga-Gruppen vergrößern könne? Die Frage von Martin Wieland (Bürgervereinigung) lag durchaus nahe. Die Antwort fiel jedoch ernüchternd aus: Die Flexibilität sei bereits zur Gänze ausgereizt, so Verwaltungschef Herzog.

Warum die Kommune nur montags, dienstags und donnerstags Ganztagesbetreuung offeriere, wollte Bärbel Haas-Dimmler (Freie Wählergemeinschaft) wissen. An den anderen Wochentagen bestehe in der Stadt keine entsprechende Nachfrage, informierte Karin Bach.

Gebührenerhöhung kommt

Um 3,9 Prozent werden die Beiträge im kommenden Kindergartenjahr angehoben. Die Stadt orientiert sich an den Empfehlungen der Kirchenleitungen und Kommunalen Landesverbände. Bei der Kindergarten-Betreuung über drei Jahre steigen die Preise gestaffelt nach Kinder-Zahl pro Familie zwischen fünf und einem Euro pro Jahr, im Krippen-Bereich zwischen drei und 14.

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