Pfedelbach
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50 Kinder und Jugendliche thematisieren bei Adonia-Musical in der Pfedelbacher Nobelgusch christliche Werte

Veranstaltung bei der Philadelphia-Gemeinde Hohenlohe sollte schon 2020 stattfinden, wurde aber wegen Corona verschoben.

Von Renate Väisänen
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Lesezeit 2 Min
Die frohe Botschaft heißt Vergebung
Was Barmherzigkeit gegenüber der Rosenverkäuferin bedeutet, müssen Shanila (links) und Djamil vom Maharadscha (Silvio Weber) noch lernen. Foto: Renate Väisänen  Foto: Renate Väisänen

Eigentlich sei die Tournee des Konzerts für das Corona-Jahr 2020 geplant gewesen, berichtet Thomas Schmidt, Pastor der Philadelphia-Gemeinde Hohenlohe, der zusammen mit der Gemeinde Pfedelbach Veranstalter des zweiten Gastspiels des Adonia-Musicals ist. "Erst letzten Samstag haben sich die Kinder und Jugendlichen im Alter von zwölf bis 19 beim Kinder- und Jugendcamp getroffen und seitdem rund um die Uhr das Stück einstudiert. Pfedelbach ist der zweite Gastspielort von vier", weiß der Geistliche.

Bühnenkulisse erinnert an Hippie-Ära

Ordentlich was los ist im großen Saal der Nobelgusch kurz vor Vorstellungsbeginn des Musicals mit dem Namen "77 - Wie Gott mir, so ich dir": Rund 520 kleine und große Besucher fiebern in den Zuschauerreihen dem Spektakel entgegen. Einen Touch der späten Hippie-Ära verbreitet die Bühnenkulisse, die aus einem bunt beleuchteten Vorhang besteht. Darüber spannt sich ein Querbehang mit orientalisch anmutenden Muster-Mix, in dessen Mitte die Zahl 77 prangt. Links daneben haben die sieben Mitglieder der Adonia-Band ihre Plätze an Schlagzeug, zwei Keyboards, Querflöte, Geige sowie an E-Bass und E-Gitarre schon eingenommen. Nun begleiten sie mit mitreißenden Rhythmen die rund 40 Sänger bei ihrem Einlauf über den Saal zur Bühne.

Mehrstimmig vorgetragener Titelsong

"77 Mal erleben, was Größe heißt und Barmherzigkeit", heißt die frohe Botschaft im mehrstimmig vorgetragenen Titelsong, den die jungen Choristen mit einer Handchoreografie vortragen. Das ist das erste von zehn erfrischend poppigen Liedern, die im Lauf des Abends vom Adonia-Chor sowie von den zahlreichen Solisten gekonnt zum Besten gegeben werden.

Geld für Gutes einsetzen

Von der Barmherzigkeit seines Herrschers spüren die Hauptdarsteller des Musicals noch nicht allzu viel. Woher das Geld für einen neuen Fernseher nehmen? Und wie soll der anstehende Auslandsaufenthalt der Teenie-Tochter finanziert werden? Das fragen sich Djamal und seine Ehefrau Shanila. "Du kennst die Größe unseres Königs nicht", lautet die rettende Antwort für das mittellose, indische Ehepaar. Und tatsächlich: Bei der Audienz am Hofe des Maharadschas bekommt das Paar auf seine Bitte hin eine große Summe Geld ausgehändigt. "Ich leihe euch das Geld für fünf Jahre. Geht weise damit um und setzt euer Leben für das Gute ein", gibt der Herrscher den Beiden mit auf den Weg.

Doch das vermeintlich Gute im Leben der zu Geld gekommenen Familie besteht fortan aus Einkaufen, dem Erwerb von Statussymbolen, aus windigen Geldspekulationen und aus Hochmut gegenüber weniger gut Gestellten. Zwei weitere Male gewährt der wohlwollende Maharadscha dem Ehepaar noch große Kredite, die es letztendlich nicht zurückzuzahlen vermag. Und trotz dieser Tatsache vergibt der Herrscher den Beiden, indem er sie in die Freiheit entlässt, statt die Schuldner in den königlichen Kerker werfen zu lassen. Wenn sich Shanila jetzt ebenso barmherzig wie der Maharadscha der Rosenverkäuferin gegenüber zeigen würde, die ihr noch Geld schuldet, könnte das Adonia-Konzert schon zu Ende sein.

Musikalische Läuterung

Aber Shanila bedarf noch einer besonderen musikalischen Läuterung: "Wie du mir, so ich dir" thematisiert es ein Lied mit aggressiven Untertönen, das die Choristen vortragen. Doch ein weiterer Song verkündet die frohe Botschaft "Vergebung macht frei, Heilung kann beginnen, ich kann wieder singen". Mit jubelndem Applaus werden die jungen Musicaldarsteller und die Band vom Publikum verabschiedet.

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