Mulfingen
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Nach vielen Diskussionen: Wertplatz-Erschließung in Mulfingen geht in die nächste Phase

Straßenbau und Wasserleitungen im Neubaugebiet Wertplatz waren bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Mulfingen Thema, damit verbunden auch Hochwasserschutz. Es gab viele Diskussionen, doch eine Lösung konnte nicht für alles gefunden werden.

Draskovits
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Wertplatz Erschließung in Mulfingen geht in die nächste Phase
Im nächsten Schritt können nun die Wasserrechte beantragt werden, dann kann es endlich losgehen am Wertplatz.  Foto: privat

Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Mulfingen ist es nicht nur die Außentemperatur von 36 Grad, die den Gemeinderäten den Schweiß auf die Stirn treibt. Auch das Thema, die Erschließung des Wertplatzes, treibt den Räten die eine oder andere Schweißperle auf die Stirn. Denn die Themen Hochwasserschutz und Baugebiete sorgen für Diskussionen - und nicht jeder Punkt kann am Ende beschlossen werden.

Straßenbau am Wertplatz ist klar und lösbar

André Metzger vom zuständigen Ingenieurbüro Dreikant, verantwortlich für die Planung der Verkehrsflächen sowie der Ver- und Entsorgungsleitungen, erklärt den Gemeinderäten sowohl das Thema Straßenbau als auch die Entwässerung. Wobei die "Zwangspunkte" beim Thema Straßenbau klar und lösbar seien: Es braucht Anschlussbreiche an den Bestand, die Topografie ist ausschlaggebend und die Planung der Kita musste bedacht werden, "die ja sukzessive mit den Höhen angepasst werden musste" und damit auch die Straßen. Die Straßennamen sind noch nicht in Stein gemeißelt, ist es Bürgermeister Robert Böhnel wichtig zu erwähnen.

Stand jetzt wird es mehrere flache Straßen geben, wie die Wertstraße, Am Mühlbach oder den Verbindungsweg zur Kupfergasse (siehe Infokasten), aber auch steile Bereiche wie die Wertsteige mit acht Prozent und Am Badplatz mit elf Prozent Steigung. "Unterschiedliche Bereiche haben dabei unterschiedliche bautechnische Anforderungen", erklärt Metzger. Und so werden die flachen Bereiche mit Pflaster befestigt, "das ist von der Oberfläche her hochwertig." Die steilen Bereiche bekommen Asphalt, "denn Pflaster ist nicht so gut beim ständigen Anfahren und Bremsen, man müsste viel nachbessern." Lediglich die Gehwege an diesen Straßen werden gepflastert. Allgemein, so verspricht der Ingenieur, orientiere sich die Gestaltung beim Straßenbau an der Ortsmitte.

Welche Bauabschnitte kommen zu erst?

Die Ratsmitglieder konnten sich allerdings beim Thema Straßenbau auch nach langer Diskussion nicht einigen. Denn damit einher geht auch die Frage, welche Bauabschnitte begonnen werden und welche Straßen es dazu bedarf - und es gehören nicht alle Grundstücke der Gemeinde. Zudem hat die Gemeinde finanziell nicht mehr die selben Möglichkeiten, wie noch im vergangenen Jahr (wir berichteten). Auch wenn Bürgermeister Robert Böhnel gerne eine Entscheidung hätte - "wir müssen den Investoren ja auch irgendetwas vorzeigen" - wird mit neun Stimmen der Antrag von Ratsmitglied Thomas Lanig angenommen und das Thema, mit welcher Straße und welchem Baugebiet begonnen wird, auf eine der nächsten Sitzungen verschoben.

Hochwasserschutz ist problematischer

Für weitere Diskussionen sorgt das Thema der Kanalisation, beziehungsweise des Hochwasserschutzes. Dessen Planung sei auch wesentlich problematischer, so der Ingenieur: "Hier müssen wir natürlich auch die Anschlüsse an das bestehende System beachten. Das bestehende System hat aber zu geringe Kapazitäten für Schmutz- und Regenwasser." Die einzige Möglichkeit, wenn man nicht auch noch das bestehende System "aufdimensionieren" wolle, so Metzger: getrennte Abflüsse. Das heißt: Das Regenwasser geht direkt in die Jagst. Dann allerdings "ist das Thema Hochwasser interessant", erklärt der Ingenieur, der zwei Varianten vorschlägt. Die Ratsmitglieder haken an dieser Stelle genau nach, denn klar scheint für alle Redner: Sicherheit geht vor.

Und so entscheidet sich der Rat nach vielen Nachfragen und Diskussionen mit einer Gegenstimme für das Konzept mit doppelter Sicherheit: Eine Starkregenentlastungsleitung, die in die Jagst führt- ein Rohr, welches durch den Damm verläuft und mit einem Einlaufbauwerk versehen ist, das dafür sorgt, dass sich nichts verkeilt. Zudem wird es direkt daneben ein Pumpwerk geben. Denn: "Die Ableitung in die Jagst funktioniert wenn es kein Hochwasser gibt", so Metzger, "ansonsten könnte sich das Wasser im Kanal zurückstauen. Dann läuft der Pumpschacht voll, die Pumpen springen an und pumpen das Wasser durch einen anderen Schacht, der höher und weit über der HQ 100 Marke liegt."

Kosten für die Erschließungsmaßnahmen

Die Kosten für alle Erschließungsmaßnahmen liegen derzeit bei 3,3 Millionen Euro. Straßenbau (1,4 Millionen), Wasserleitungen (315.000), Regenwasserleitung mit Pumpwerk (630.000) und Starkregenentlastung (155.000 Euro).

 
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