Warum der Bau von fünf Wohnhäusern in Künzelsau noch dauern wird
Zwischen Langenburger Straße und Kapellenweg sollen fünf Wohnhäuser mit insgesamt 14 Wohnungen entstehen. Noch ist der Gestaltungsbeirat mit der Planung aber nicht ganz einverstanden.

Im Oktober 2020 war das Projekt aus Sicht der Künzelsauer Stadtverwaltung schon so weit zur Entscheidungsreife entwickelt, dass es im Gemeinderat beschlossen werden sollte. Doch obwohl es damals bereits mehrfach im Gestaltungsbeirat der Stadt behandelt worden war, wurde es umgehend in diesen zurückverwiesen. Und auch dort fanden sich neue Kritikpunkte. Fast eineinhalb Jahre später gilt das trotz Architektentauschs und diverser Änderungen in den Planungen auch nach der jüngsten Sitzung des Gremiums noch.
Architekt Erich Kallis hofft zu Beginn noch, den von Investorenseite geplanten Bau von fünf Wohnhäusern auf dem Gelände der Sigloch-Villa am Künzelsauer Südhang heute "final vorstellen" zu können. "Aus gestalterischer Sicht hat sich die Planung deutlich verbessert", sagt die Vorsitzende Christina Simon-Philipp zwar. Aber: Mit zwei wesentlichen Punkten ist der Gestaltungsbeirat dennoch immer noch nicht einverstanden - und wünscht deshalb, diese in der kommenden Sitzung in verbesserter Form "noch einmal zu präsentieren".
Einige Fragen sind noch offen
Entstehen sollen auf dem 4800 Quadratmeter großen Grundstück fünf Wohnhäuser, zwei entlang des Kapellenwegs mit zusammen fünf Wohnungen, drei an der Langenburger Straße mit insgesamt weiteren neun Wohneinheiten. Eines der Gebäude am Kapellenweg wurde nach Beschwerden der Anwohner, die ihre Aussicht verbaut sahen, gegenüber der ursprünglichen Planung bereits um das Penthouse-Geschoss reduziert.
"Die Geschossigkeit können wir mittragen", sieht Beiratsmitglied Mathias Hähnig eine "verträgliche Besetzung" des Südhangs mit den neuen Baukörpern. "Noch keine Reaktion" findet sich im aktuellen Entwurf aus seiner Sicht aber zum Kritikpunkt des Gestaltungsbeirats, "dass sich die Bebauung nicht ausreichend mit dem Hang auseinandersetzt". Dabei geht es um die noch offenen Punkte: die Erschließung der unteren Baukörper und ein fehlendes Gesamtkonzept für die Landschaftsgestaltung, das etwa Baumpflanzungen und den Spielplatz konkretisiert. "Mehrfach" habe der Beirat angeregt, so Hähnig, die Erschließungssituation der unteren Gebäude nochmals zu überprüfen.
Aus Sicht des Experten-Gremiums würde sich "die Situation zwischen nördlicher und südlicher Bebauung" durch einen Zugang von oben her im ersten Obergeschoss - statt wie jetzt vorgesehen im Erdgeschoss - deutlich entspannen. Wenn der Höhenunterschied reduziert werde, "macht das die Bearbeitung der Freiflächen wesentlich einfacher", sagt Kai Haag. Das ergebe gleichzeitig mehr Raum für den Spielbereich, derzeit noch vorgesehene Stützwände könnten entfallen. "Uns ist wichtig, dass das Grundstück als Garten am Hang behandelt wird, nicht als Böschung", ergänzt Christina Simon-Philipp. Das Gesamtbild stehe und falle mit der Begrünung: "Dieser Prüfauftrag ist nach wie vor da."
Verkehrsberuhigter Bereich soll kommen
Weniger Widerspruch erntet die von Ingenieur Jürgen Karajan (Stuttgart) vorgetragene verkehrliche Bewertung des Bauvorhabens - deren Fehlen im Herbst 2020 im Gemeinderat noch einer der großen Kritikpunkte gewesen war. Im Kapellenweg entstehen nach den Berechnungen 30 zusätzliche Pkw-Fahrten am Tag, bei einer Morgenspitze von zwei Autos pro Stunde sowie abends drei. "Es kommt zu keiner maßgeblichen Änderung der Verkehrssituation", sagt Karajan.
Da der Weg aber sehr schmal und Begegnungsverkehr schon heute schwierig sei, schlage man künftig die Ausweisung als verkehrsberuhigter Bereich vor. Feuerwehr- und Müllfahrzeuge könnten dort aber aktuell fahren, sagt Bürgermeister Stefan Neumann auf Nachfrage. "Eine sehr geringe Zunahme" des Verkehrs sieht Karajan auch auf der Langenburger Straße: mit 50 zusätzlichen Autos am Tag, einer Spitze am Morgen von drei sowie am Abend von fünf zusätzlichen Pkw. Veränderungen wie beispielsweise eine Linksabbiegerspur seien deshalb "verkehrsrechtlich nicht notwendig", so der Planer.

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