Künzelsau
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Raumnot in Grundschule zwingt Künzelsau zum Handeln

Der Gemeinderat billigt den Erwerb von Klassen-Containern für die sanierungsbedürftige Grundschule Amrichshausen - allerdings nur unter Vorbehalt.

Angela Gross
von Angela Groß
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Raumnot in Grundschule zwingt Künzelsau zum Handeln
Nach der Entscheidung zum Erwerb der Container für die Grundschule zeigten sich die Eltern, die einen Tag nach der Sitzung des Gemeinderats zum Elternabend in das marode Gebäude kamen, erleichtert. Foto: Rainer Lang  Foto: Rainer Lang

Eine Vorlage ohne Kostenangaben, dies hat der Künzels-auer Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag nicht hinnehmen wollen. Es ging um die Beschaffung von Klassencontainern für die Grundschule Amrichshausen angesichts der sich zuspitzenden Raumnot in dem sanierungsbedürftigen Bau.

Verzweifelter Appell

Die Verzweiflung war Schulleiterin Daniela Kaiser anzusehen, als sie an die Räte appellierte, der Beschlussvorlage der Verwaltung zuzustimmen. Denn mit der Ermächtigung zum Erwerb der Container wäre die Hängepartie um die vorläufige Erweiterung der Schule beendet. Dem Appell folgte der Rat mit dem Vorbehalt, die Fraktionen im weiteren Verfahren einzubeziehen.

SPD kritisiert, dass es noch kein Sanierungskonzept gibt

SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Saknus hatte den Unmut im Rat über die von der für Schulen zuständigen Fachbereichsleiterin Julia Knobel präsentierte Beschlussvorlage in Worte gefasst. Die SPD stehe hinter dem Vorhaben, die Grundschule zügig zu sanieren, bekräftigte er. Zugleich bemängelte er, dass es noch kein Sanierungskonzept gebe. Noch nicht geklärt sei, ob abgerissen, neu gebaut, saniert oder angebaut werde. Grundsätzlich machte Saknus klar, dass es von Seiten der SPD "keine Ermächtigung ohne Zahlen" geben werde. Die Vorlage müsse die Kosten für die beiden Klassencontainer und den Sanitärcontainer beinhalten.

Forderung erntet Widerspruch

Er forderte eine Rückstellung des Beschlusses bis zur nächsten Sitzung. Außerdem brachte er als alternative Interimslösung die Auslagerung in freie Klassenräume im Ganerbengymnasium ins Gespräch, weil es "keine Denkverbote" geben dürfe. Damit stieß er jedoch sowohl bei der Verwaltung als auch bei den anderen Fraktionen auf entschiedenen Widerspruch.

Das ist die Position der Verwaltung

Julia Knobel bekräftigte die Dringlichkeit und verwies darauf, dass es angesichts der Arbeitsbelastung nicht gelungen sei, bis zur Ratssitzung entsprechende Angebote einzuholen. Nur ein erstes Angebot über 5000 Euro Mietkosten im Monat liege vor. Knobel betonte, dass im Zuge des Ukrainekriegs nicht nur die Nachfrage nach Containern sprunghaft gestiegen sei, sondern auch die Kosten täglich klettern würden. Es sei noch nicht klar, was wirtschaftlicher sei, Miete oder Kauf. Eine Entscheidung müsse auch wegen der Lieferfristen sofort fallen, damit die Container zum Schuljahresbeginn stehen.

Das sagen die anderen Fraktionen

CDU-Stadtrat Gerhard Rudolph und Rainer Süßmann (Die Freien) hatten sich grundsätzlich für eine Umsetzung der Containerlösung an einem Standort wie im Gewerbegebiet ausgesprochen, wo eine Erweiterung möglich sei, wenn es zur vollständigen Auslagerung der Schule komme. Wie die übrigen Räte bevorzugten sie einen Kauf. Sabine Janny von den Unabhängigen Bürgern Künzelsau (UBK) kritisierte ebenfalls die fehlenden Zahlen. "Das hätte heute Abend drin sein müssen. Ich kann nicht ins Blaue hinein entscheiden", betonte sie.

"Die Zahlen wollen wir haben"

Rudolph bestand jedoch darauf, "die Sache nicht rauszuzögern. Die Lehrerschaft sei verzweifelt und "die Eltern gehen auf die Barrikaden gehen, wenn die Container nicht bis zum nächsten Schuljahr stehen", fügte er hinzu. Die SPD beharrte jedoch auf ihrer Position. "Die Zahlen wollen wir haben", so Saknus. Nach kurzer interner Beratung erklärten sich die Sozialdemokraten mit dem von Bürgermeister Stefan Neumann vorgeschlagenen Kompromiss einverstanden, bei den weiteren Entscheidungen über die Container die Fraktionen miteinzubeziehen.


Die Grundschule im Ortsteil Amrichshausen verfügt über drei Klassenräume. Zurzeit werden drei Klassen, eine Kombiklasse (3 und 4) und zwei einzelne Klassen (1 und 2), unterrichtet. Ein Teil des Unterrichts muss im Lehrerzimmer abgehalten werden, provisorisch, ohne Schultafel. Schulleiterin Daniela Kaiser sieht die Qualität des Unterrichts in Gefahr. Momentan unterrichten fünf Lehrerinnen 46 Schülerinnen und Schüler. Deren Zahl steigt kommendes Schuljahr laut Kaiser auf 62.

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