Ingelfingen
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Neues Dorfgemeinschaftshaus: Schmuckstück für Hermuthausen

Einweihung mit vielen Beiträgen der Vereine und Gruppen. 2,2 Millionen investiert. Altes Domizil war nicht zu retten.

Von Rainer Lang
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Lesezeit  2 Min
Neues Dorfgemeinschaftshaus: Schmuckstück für Hermuthausen
Als "Schmuckkästchen" wurde das neue Dorfgemeinschaftshaus, das an das alte Schulgebäude angeschlossen ist, von Bürgern und Gästen gelobt. Fotos: Rainer Lang  Foto: Rainer Lang

Die große Geduld ist belohnt worden. Ingelfingens Bürgermeister Michael Bauer erinnerte bei der feierlichen Einweihung des Dorfgemeinschaftshauses im Ortsteil Hermuthausen daran, dass dessen Sanierung immer wieder verschoben worden sei. Erst mit Fördergeldern aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum zehn Jahre später sei wieder Bewegung in die Sache gekommen. Bauer, der als Gastgeschenk das Rednerpult mitgebracht hatte, von dem aus er die Gäste begrüßte, befand, dass "ein richtiges Schmuckstück" entstanden sei. Dass dies "gut angelegtes Geld" sei, gab Ortsvorsteher Friedrich Breuninger den Landtagsabgeordneten Catherine Kern (Grüne) und Anton Baron (AfD) mit auf den Weg, die zur Einweihung des Neubaus im Ortskern gekommen waren.

Treffpunkt für alle

Neues Dorfgemeinschaftshaus: Schmuckstück für Hermuthausen
Bürgermeister Michael Bauer (r.) und Ortsvorsteher Friedrich Breuninger (l.) mit dem Geschenk des Architekturbüros, überreicht von Architekt Martin Knorr (M. l. )und Bauleiter Daniel Gärtner.  Foto: Rainer Lang

In einem Dorf brauche es einen "Ort der Gemeinschaft und einen Treffpunkt für geselliges Beisammensein", unterstrich Bauer. Der großzügige bis in den Dachraum offene Saal eigne sich sowohl für private Feste als auch für Kulturveranstaltungen. Dessen energiesparende und umweltfreundliche Technik lobte Bauer genauso wie den neuen Sanitärbereich, den man jetzt erreichen könne, ohne über den Hof gehen zu müssen.

Bei der Umsetzung des Vorhabens habe sich der "große Wert einer intakten dörflichen Gemeinschaft" gezeigt. Denn die Hermuthäuser packten schon beim Abbruch kräftig mit an und hätten danach "sehr, sehr viele Stunden Arbeit geleistet". Der Ortsvorsteher freute sich nicht nur darüber, dass alles unfallfrei über die Bühne gegangen ist, sondern auch über "das überschwängliche Lob der Nutzer". Denn schon im März 2021 ist das Haus nach zweijähriger Bauzeit fertiggestellt worden. Wegen Corona wurde die Einweihung verschoben.

Bekanntes Marionettentheater

In kurzen Beiträgen präsentierten Vereine und Gruppen, was der Ort alles zu bieten hat. Den Anfang machte die Kinderturngruppe unter Leitung von Susanne Stier mit Aufführungen im Hof. Im Saal folgten Auftritte des Posaunenchors Hermuthausen und der Chorgemeinschaft Hermuthausen/Buchenbach. Im Beitrag vom Verein Hôômelich (heimelig) nahmen die Schauspieler die Einweihung auf die Schippe. Das Highlight am Schluss brachte das in Hermuthausen ansässige und inzwischen international bekannte Marionettentheater Pendel.

Delegation aus Partnergemeinde

Neues Dorfgemeinschaftshaus: Schmuckstück für Hermuthausen
Der bis in den Dachraum offene Saal eignet sich für Kulturveranstaltungen und private Feste. Gruppen und Vereine wie die Chorgemeinschaft Hermuthausen/Buchenbach gestalteten das Einweihungsfest.  Foto: Rainer Lang

Schon zuvor führte die Marionette "Ben, der Bär" an der Hand von Detlev Schmelz durchs Programm. Mit seiner Partnerin Marlene Gmelin hat er die Kunstform Marionette zu höchster Perfektion entwickelt. Welche faszinierenden Figuren in vier Jahrzehnten entstanden sind, ist im Hällisch-Frankischen Museum noch bis Oktober zu sehen. Im Fokus steht dabei das Projekt "Ein paar Grad plus - die Klimakonferenz", eine Fabel mit Marionetten, die auch verfilmt wird. Ein Trailer, für den die Sprachaufnahmen im neuen Dorfgemeinschaftshaus in Hermuthausen entstanden sind, wurde bei der Klimakonferenz in Glasgow gezeigt.

Auch eine Delegation aus der thüringischen Partnergemeinde Haina würdigte das neue "Schmuckkästchen". Martin Knorr vom Öhringer Architekturbüro Knorr und Thiele erinnerte daran, dass das alte Dorfgemeinschaftshaus so baufällig war, dass eine Sanierung nicht mehr sinnvoll erschien. So sei ein neuer und transparenter Bau entstanden, der über einen Zwischenbau an das alte Schulhaus angeschlossen ist.


Daten und Fakten

Die Kosten für das Bauprojekt beliefen sich auf 2,2 Millionen Euro, 500.000 kamen als Förderung vom Land. Das neue Ensemble von Saal und Zwischenbau öffnet sich zu einem Innenhof mit Spielplatz und Grünbereich. Die Vorgabe, dass es mindestens 120 Sitzplätze geben sollte, ist mit 126 Plätzen sogar übertroffen worden. Für Aufführungen wurde ein Kubus mit rotem Vorhang als Bühne in den Raum gestellt. Ortsbildtypisch erhielt der Bau ein steileres Satteldach mit Scheunenziegeln. Viele der Arbeiten wurden von örtlichen und regionalen Handwerkern ausgeführt, wie das Dach von Holzbau Junker in der direkten Nachbarschaft. Der umbaute Raum umfasst knapp 3000 Kubikmeter. Zur Stabilisierung wurden 4,2 Tonnen Stahlbauteile verwendet.

 
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