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Letzte Schritte zur neuen Wasserversorgung

Möckmühl - Stadt investiert knapp zwei Millionen Euro in neues Leitungssystem im Norden

Von Christian Gleichauf
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Letzte Schritte zur neuen Wasserversorgung

Möckmühl - Nachdem das Land nun die Hälfte der Investition bezahlen wird, macht sich die Stadt Möckmühl schneller als geplant an die vierte und fünfte Ausbaustufe ihrer modernisierten Wasserversorgung. Der Gemeinderat gab am Dienstag grünes Licht für zwei Aufträge zum Bau eines Hochbehälters, einer Druckerhöhungsanlage und verschiedener Leitungen. Die Gesamtsumme liegt bei 1,5 Millionen Euro.

Erhöhte Reserve

Möckmühl sei mit einer unerwarteten Förderung bedacht worden, erklärte der Bürgermeister Ulrich Stammer. "Die gesamte Wasserversorgung Möckmühls wird so auf neue Beine gestellt", sagte er zum Auftakt. Und zum Schluss fasste er zusammen: "Sie steht künftig auf sicheren Beinen." Denn mit dem neuen Hochbehälter Nord wird nicht nur der Druck im Wohngebiet Schlossberg erhöht, sondern auch die Reserve, die im Brandfall als Löschwasser zur Verfügung steht.

Edgar Kraft vom Adelsheimer Ingenieurbüro Walter + Partner erläuterte im Ratssaal das Vorhaben. So soll das Pumpwerk in Ruchsen, das bisher Hagenbach und Korb mit Wasser versorgt, künftig den neuen Hochbehälter befüllen, der nördlich von Möckmühl auf rund 320 Meter Höhe gebaut wird. Von diesem Behälter fließt das Wasser ohne weitere Druckerhöhung sowohl nach Korb als auch nach Möckmühl. Einzig der Ortsteil Hagenbach benötigt dann noch eine verhältnismäßig kleine Druckerhöhungsanlage.

Vom Hochbehälter Nord werden neue Gussleitungen zum bisherigen Hochbehälter Schlossberg geführt, der stillgelegt wird. Des weiteren führen zwei Rohre nach Ruchsen − eine Zu- und eine Versorgungsleitung. Die Trasse verläuft dabei über einen ausgeprägten Knick am Essigberg, so dass bei einer später möglichen Erneuerung der Leitung nach Korb hier eine Abkürzung möglich ist. Bisher werden Dippach, Hagenbach und Korb noch über die alte Leitung aus Ruchsen versorgt.

Die Wasserqualität wird sich durch die Neuerungen wenig ändern. Denn bisher schon stammen 40 Prozent des Trinkwassers im Stadtgebiet (außer in Bittelbronn) vom Bodensee. Auch die Wasserhärte wird sich somit nicht verändern. Sie liege beim Gemisch Bodensee- und Eigenwasser zwischen 17 und 18 Grad deutscher Härte.

Günstig

Den Zuschlag − sowohl für die Bauwerke Hochbehälter und Druckerhöhungsanlage als auch für den Leitungsbau − hat die Bad Mergentheimer Firma Bokmeier erhalten. Mit weitem Abstand war sie der günstigste Bieter. "Wir haben die Firma bei ihren Arbeiten bisher als zuverlässigen Partner kennengelernt", erklärte der Bürgermeister. Deshalb gebe es keinen Grund, an dem Angebot zu zweifeln.

Die verbleibende Bauzeit sei "ehrgeizig, aber machbar", erklärte Edgar Kraft. Bis Ende 2012 müssen die Arbeiten abgeschlossen sein, um den 50-prozentigen Zuschuss entsprechend der Förderrichtlinie Wasserwirtschaft zu erhalten. Die technische Ausrüstung − Pumpen etwa oder die sogenannte Fernwirktechnik zur zentralen Steuerung der Hochbehälter − wird noch einmal 400 000 Euro kosten. Die Ausschreibung dafür folgt.

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