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Eberbacher Gassenfest: Wenn die Gasse wieder bebt

Beim Eberbacher Gassenfest feiern Generationen gute Musik und den Sommer. Bands rocken noch am Samstag und Sonntag die Bühne. Bars in jeder Scheune.

Yvonne Tscherwitschke
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Eberbacher Gassenfest: Wenn die Gasse wieder bebt
Eberbacher Gassenfest ist, wenn alle alles geben: Die Frontfrau von The Originators rockt die Bühne in der Gasse. Am Samstag ist die energiegeladene Band gleich nochmal zu hören.  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

Es ist so etwas wie eine Fahrt in die Vergangenheit: über die engen Wege, zum Schluss gerade mal Radweg breit, nach Eberbach. Zum Gassenfest. Wie zuletzt vor über zehn Jahren. Schließlich war fünf Jahre Gassenfest-Pause, nicht zuletzt wegen Corona. Ein wenig kleiner soll es zum Revival sein. Schwer vorstellbar, wenn man sich an die Menschenmengen zwischen Bühne Berg, Bühne Gasse und auf der großen Inselwiese erinnert. Aber auch ein schöner Gedanke. Es könnte fast wieder ein Gassenfest sein wie in den 1980er Jahren, als alles noch eine Spur provinzieller und nicht gar so professionell war. Es hört sich an nach in der Wiese sitzen, Musik hören, bitteres Bier trinken, dazu spannende, neue, unbekannte Musik hören.

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ST
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Was war los auf dem Eberbacher Gassenfest?

Die Band "Liedfett" aus Hamburg ist zum dritten Mal beim Eberbacher Gassenfest dabei und begeistert die Besucher. Neu dabei war "The Originators" aus Holland.

300 Helfer, 180 Einwohner

Eberbacher Gassenfest: Wenn die Gasse wieder bebt
Extasy bringen als zweite Band die Gasse zum Beben.  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

Die alten Häuser stehen noch. Rund um die Eberbacher Kirche rüsten sich DRK und Polizei für die Besuchermengen. Sie kommen, verhalten erst. Anfangs fühlt es sich wirklich an wie ein Dorffest für die Eberbacher. Es riecht nach Wildbratwurst, nach Pizza und Pommes. Die Menschen vor und hinter den Ständen kennen sich. Wo zur Hölle die Hüttenfreunde Eberbach die rund 300 Helfer für das Wochenende rekrutiert haben, wo im Dorf doch gerade einmal 180 Seelen leben? Rainer Baumann, Vorstand der Hüttenfreunde, grinst. "Anfangs hatte es wirklich den Anschein, als ob durch Corona einiges eingeschlafen wäre", sagt er. "Doch je näher der Termin rückte, desto schneller füllten sich die Helferlisten." Die zwei Wochen vor dem Gassenfest - darauf könnte er im Rückblick gut verzichten. Viel Zeit und den nächtlichen Schlaf hat im die gekostet. "Doch dann lief es", ist er froh.

Bars in jeder Garage, in jeder Scheune

Eberbacher Gassenfest: Wenn die Gasse wieder bebt
Eberbacher Gassenfest ist, wenn alle alles geben: Die Frontfrau von The Originators rockt die Bühne in der Gasse. Am Samstag ist die energiegeladene Band gleich nochmal zu hören.  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

Der Fassanstich ist vorbei. Die Bühnen sind aufgebaut. Sämtliche verfügbaren Garagen und Scheunen und Hütten haben sich in Bars verwandelt. Das ganze Ort ist auf den Beinen. "Das Fest ist einfach der Wahnsinn", urteilt Rainer Baumann. Und Gerd und Elvira Hannemann nicken zustimmend. Die beiden, Jahrgang 1972 und 1967, haben fast kein Gassenfest verpasst. Sie können sich noch an die Anfänge mit der Bühne in der Gasse und dem Bierstand gegenüber erinnern. Ihre Kinder feiern das Fest heute genau so wie ihre Eltern: "Bei uns ist die Bude mit Übernachtungsgästen voll", lacht Elvira Hannemann.

Kilometer Kabel verlegt

"Das Fest ist jedes Jahr gewachsen", blicken Jürgen Brendle (Jahrgang 1964) und Peter Krämer (Jahrgang 1966) auf die vielen Stände. Elektriker Jürgen Freimüller weiß das nur zu gut: "Es wurden Kilometer Kabel verlegt". Deshalb ist der Weg zur Bühne Jagst auch so gut zu finden. Die Bühne haben Leuchtröhren umgebunden bekommen. Und auch die Bühnentechnik ist perfekt.

Es wird dunkel. Die bunten Lichter gehen an. Die Gasse fühlt sich nach Urlaub an. Dazu trägt die Frontfrau von The Originators bei. Geballte Power. Schön, dass sie am zweiten Abend gleich nochmal zu hören ist. "Das groovt", urteilt Georg Hanselmann (Öhringen) fachmännisch. Er ist neugierig auf die Ska-Band No Sports auf der Jagstbühne. Was die alten Herren noch können? Die Menge zum Tanzen bringen, auf jeden Fall.

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Fest für die Generationen

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Kathrin Hub hat jede Menge Spaß mit Töchterchen Sophia.  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

Jung und alt haben Spaß. Oma Margot Hub (61) ist mit Kathrin (38) und Enkelin Sophia unterwegs, oben am Berg. Da dreht gerade Karl Münch seine Runde. Auch das ein Wiedersehen. Denn viele Jahre hat der 64-Jährige das Fest als Vorstand organisiert, den Presseleuten Rede und Antwort gestanden, bei einem Bier, auf der Wiese sitzend. Jetzt ist er froh, dass Jüngere die schlaflosen Nächte haben. Wobei: Drei Tage wach in Eberbach - das gilt noch heute. Für alle. Egal, wie alt.

Spielplan und Infos zu Eintrittspreisen und Parkmöglichkeiten unter www.gassenfest.de

 
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