Dörzbach
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Blütenreicher Lindwurm beim Dörzbacher Maifest

Nach drei Jahren Pause kann an der Kapelle St. Wendel zum Stein wieder gefeiert werden. Festumzug mit 300 Mitwirkenden.

Von Rainer Lang
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Lesezeit 2 Min
Blütenreicher Lindwurm beim Dörzbacher Maifest
Viele Frühlingsblumen schmückten den Maien-Festzug , der angeführt vom Musikverein von der Grundschule entlang grüner Wiesen und der Jagst bis zum Festplatz an der Kapelle führte. Fotos: Rainer Lang.  Foto: Rainer Lang

Für Sabrina Regner ist es eine Premiere gewesen. Die Klassenlehrerin der vierten Klasse der Grundschule Dörzbach nahm am Samstag zum ersten Mal mit ihren Schülerinnen und Schülern am Festumzug des traditionellen Maifests teil. Angeführt vom Musikverein schlängelte sich ein Lindwurm von rund 300 Kindern und Erwachsenen bei strahlendem Sonnenschein durch Obstbaumwiesen entlang der Jagst und ein kurzes Stück durch den Wald bis zum Maifestplatz oberhalb der Kapelle St. Wendel zum Stein, wo unter den "Schönhuth-Linden" gefeiert wird.

Dreimal abgesagt

Drei Jahre mussten sich die Dörzbacher gedulden, denn das traditionelle Frühlingsfest wurde einmal wegen schlechten Wetters und zweimal wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Deshalb freute sich Lehrerin Regner, die erst seit drei Jahren im Ort unterrichtet, dass sie endlich das Dorffest miterleben kann. Ihr neun Jahre alter Schüler Carl Götz fieberte schon beim Start der Freigabe der an der Spitze mit Geschenken versehenen Kletterbäume am Ende des Festes entgegen. Auch für Danny Chrzan war es eine Premiere, und zwar in ihrer Funktion als Schulleiterin.

Ein buntes Bild im Schulhof

Los ging es im Schulhof, wo sich ein buntes Bild bot. Jede Klasse war mit einem Blütenring ausgestattet. Die Eltern der Kindergartenkinder und Grundschüler hatten ihre Sprösslinge wie immer mit verzierten Maienstöcken ausgestattet, an denen als Marschverpflegung Würste und Brötchen oder Brezeln baumelten, und mit Haarkränzen geschmückt. Für die elf Jahre alte Lara Mack und ihre drei jüngeren Geschwister hatte der Papa den Stock aus dem Wald geholt und mit Schnitzereien verziert.

Blütenreicher Lindwurm beim Dörzbacher Maifest
 Foto: Rainer Lang

Die Tradition pflegen

Der Dörzbacher Kurt Teuke ist seit dem Kindergartenalter dabei. Der 67-Jährige schätzt das Gemeinschaftsgefühl und die Traditionspflege. Nicht nur für den Nachwuchs sei die Feier ein Ereignis, meint Teuke. Auch Flügelhorn-Spieler Martin Schmitt aus dem Nachbarort Oberginsbach macht begeistert mit. In den vergangenen 43 Jahren hat er nur ein Fest verpasst, als er seine Meisterprüfung ablegte.

"Wenn unter den Bäumen der Bärlauch wächst, dann ist Maifest", erklärte Schmitt gut gelaunt. Er erinnerte daran, dass die Musiker traditionell den Marsch "In die weite Welt" spielen, wenn es über die Jagstbrücke geht. Schmitt bedauerte nur, dass es für den Musikverein, der mit zwei Dutzend Blech- und Holzbläsern dabei war, nicht wie früher, ein eigenes Bierfass gibt. Dass es aber auch in diesem Jahr genug zu essen und zu trinken gab, dafür sorgte der Bürgerverein Meßbach.

Blütenreicher Lindwurm beim Dörzbacher Maifest
Mit dem katholischen Gemeindereferenten Karl-Heinz Schaut und der früheren Schulleiterin Theresia Sattler fand die Andacht in der kleinen Kapelle statt.  Foto: Rainer Lang

Die Schönheit der Schöpfung

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Andy Kümmerle, der auch den vielen Sponsoren dankte, folgte die Andacht in der Kapelle unterhalb des Festplatzes, die jedoch nur wenigen Gästen Platz bot. Nit dem katholischen Gemeindereferenten Karl-Heinz Schaut und der früheren Schulleiterin Theresia Sattler brachte die kleine Gemeinde ihre Freude über die Schönheit der Schöpfung zum Ausdruck. Unterdessen bereiteten sich auf dem Festplatz die Kindergarten- und Grundschulgruppen auf ihren Auftritt vor. Die Kleinen hatten ein Lied vorbereitet. Und nach Gedicht und Tanz ging es für die Grundschüler mit Spielen weiter.

Hintergrund: 1836 gestiftet

Das Dörzbacher Maifest ist ein großes Ereignis im Ort. Es wurde nach Angaben der Kommune 1836 durch den damaligen Pfarrer Ottmar Friedrich Heinrich Schönhuth als Kinderfest gestiftet. 2011 wurde das 175-jährige Bestehen gefeiert. Das Fest findet jedes Jahr an einem Wochenende im Mai oberhalb der Kapelle St. Wendel zum Stein statt. Da unter freiem Himmel gefeiert wird, gibt es kein festgelegtes Datum. Je nach Wetterlage wird das Maifest den Angaben zufolge eine Woche nach hinten verschoben.

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