Künzelsau
Lesezeichen setzen Merken

Auf dem Jakobsweg durch Hohenlohe

Die traditionelle Ausstellung des Kultursommers in der Sparkasse dreht sich um den populären Jakobsweg. Dieser führt auch an den Spielstätten des Kultursommers vorbei.

Von Rainer Lang
  |    | 
Lesezeit  2 Min
Auf dem Jakobsweg durch Hohenlohe
Sie waren schon auf dem Jakobsweg unterwegs: (von links) Autorin Ulrike Gall, Restaurator und Künstler Klaus Hub und Fotografin Eva-Maria Kraiss . Fotos: Rainer Lang  Foto: Rainer Lang

Die Faszination für den Jakobsweg ist ungebrochen. Nicht zuletzt deshalb ist die Wahl für das Thema der traditionellen Ausstellung des Hohenloher Kultursommers bei der Sparkasse Hohenlohekreis in Künzelsau auf den populären Pilgerweg gefallen, wie Marcus Meyer bei der Eröffnung der Ausstellung bericht. Besonders interessant findet der Intendant des Hohenloher Kultursommers, dass der Abschnitt durch Hohenlohe an den Spielstätten des Kultursommers vorbei führt. Auf die Spur des Wegs führen die Besucherinnen und Besucher Gemälde, Skulpturen und Fotografien.

Eine Ausstellung zur Anregung

Für Werner Siller vom Vorstand der Sparkasse gibt die Ausstellung "vielleicht auch die Anregung, dass sich jemand auf den Weg macht". Nach Ansicht von Siller, der Meyer vor rund 130 Gästen auch einen Scheck der Sparkasse für den Kultursommer 2022 in Höhe von 40.000 Euro überreichte, geht es beim Pilgern darum, dass man zur Ruhe kommt.

Bei der als "Vernissage concertant" gestalteten Eröffnung präsentiert das Irish-Folk Trio Bailé aus dem Badischen mit Hendrik Morgenbrodt, Michael Poelchau und Brian Haitz dem Publikum die unterschiedlichen keltisch-gälischen Rhythmen und Tänze mit Dudelsack, Gitarre und Geige. Diese Musik sei auch für Galizien und Asturien im Norden Spaniens typisch gewesen, heißt es.

100 Gemälde und Skultpuren

Auf dem Jakobsweg durch Hohenlohe
Das Irish-Folk Trio Bailé mit (von links) Hendrik Morgenbrodt, Michael Poelchau und Brian Hait umrahmte die Kultursommer-Vernissage in der Sparkasse Künzelsau.  Foto: Rainer Lang

Die Frage, was man ausstellen könne, habe sich nach einem Gespräch mit dem Künzelsauer Restaurator und Künstler Klaus Hub schnell geklärt, erzählt Meyer. Hub ist nämlich nicht nur erst vor kurzem mit seiner Frau vom Jakobsweg zurückgekehrt, dessen letzte Etappe die beiden zehn Jahre nach dem Start ihres persönlichen Projekts mit Freunden bewältigt haben. Hub hat inzwischen seine Reiseeindrücke in mehr als 100 Gemälden und Skulpturen verarbeitet, die meisten sind innerhalb eines halben Jahres entstanden.

"Glück pur" steht unter einem Aquarell, das die Ankunft am Zielort Santiago de Compostela darstellt. Groß- und kleinformatige Bilder erzählen von der Rast am Wegesrand, Begegnungen oder dem Unterwegssein. Am schwungvollen Pinselstrich erkennt man die Impulsivität und Emotionalität Hubs. In einem Kurzfilm hat er einen kleinen Ausschnitt der Route lebendig werden lassen.

Das spezifisch Hohenloische am Pilgerweg

Um das spezifisch Hohenlohische zu zeigen, hat Meyer die Schwäbisch Haller Fotografin Eva-Maria Kraiss beauftragt, Impressionen vom Jakobsweg einzufangen. Da sind saftige Wiesen genauso wie die St. Anna Kapelle in Mulfingen, Heilquelle und Wallfahrtsort seit dem 16. Jahrhundert. Sie zeigen eindrucksvoll die Schönheiten der Route.

Auf dem Jakobsweg durch Hohenlohe
Einen 40 000- Euro-Scheck überreichte Werner Siller (rechts) an Marcus Meyer.  Foto: Rainer Lang

Da oft ein einschneidendes Erlebnis der Auslöser fürs Pilgern auf dem Jakobsweg ist, hat Meyer zur Eröffnung auch Ulrike Gall eingeladen. Die Gommersdorferin war mit 52 Jahren gesundheitlich an einem Tiefpunkt angelangt. Vor ihrer Haustüre ging es los mit ihrem Leben in einem Rucksack. Insgesamt bewältigte sie in 116 Tagen 2700 Kilometer. "Der Weg war für mich ein persönlicher Auferstehungsmarsch aus der Krankheit heraus", sagte sie. Diesen hat sie inzwischen auch in Buchform festgehalten mit dem Titel "Ich gehe, falle, stehe auf!".

Weitere Informationen

Die Ausstellung ist bis Mitte September in der Schalterhalle der Sparkasse Hohenlohekreis zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.

Die Route durch Hohenlohe ist Teil des erst 1998 ausgeschilderten fränkisch-schwäbischen Jakobswegs von Würzburg nach Ulm. Dieser zählt damit zu den neuesten alten Jakobswegen in Europa (www.hohenlohe-schwaebischhall.de unter dem Stichwort Jakobsweg).

 
Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
Kommentare werden geladen
  Nach oben