Dörzbach
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Auch Dörzbach ist nun beim Altfett-zu-Sprit-Modellprojekt dabei

Bislang gab es die Möglichkeit, Fett-Reste für die Herstellung synthetischen Kraftstoffs anzuliefern, nur in Öhringen, jetzt ist auch die Jagsttal-Gemeinde dabei: Der Automat steht, die Sammeldosen werden verteilt. "Jeder Tropfen zählt" heißt es nun auch hier.

Christian Nick
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Auch Dörzbach ist nun beim Altfett-zu-Sprit-Modellprojekt dabei
Neuer Standort, neues Glück: Mit dem Automaten in Dörzbach steigt die Zahl im Kreis auf insgesamt fünf − und das Projekt wächst über Öhringen hinaus.  Foto: privat

Der bislang landesweit einmalige Modellversuch ist erfolgreich angelaufen: Diese Bilanz zogen die Verantwortlichen vor zwei Wochen gegenüber der Hohenloher Zeitung- und kündigten bereits an, dass es bald einen neuen Automaten-Standort geben werde, um das Projekt "Jeder Tropfen zählt" - mit dem aus Altfett-Resten synthetischer Bio-Kraftstoff hergestellt wird - auszuweiten.

Nun ist klar: Auch in Dörzbach können die Bürger ab sofort Ölreste aus Konserven oder übrig gebliebenes Bratfett abliefern - an einem neuen Automaten auf dem Parkplatz des örtlichen Edeka-Supermarkts an der Max-Planck-Straße. Die dafür notwendigen froschgrünen Sammeldosen werden - wie die Abfallwirtschaft des Hohenlohekreises informiert - dieser Tage bereits von der Freiwilligen Feuerwehr an sämtliche Haushalte im Gemeindegebiet verteilt.

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Interesse auch bei der Landesregierung

"Wir sind von uns aus auf die Gemeinde Dörzbach zugegangen und haben gefragt, ob Interesse besteht", berichtet Abfallwirtschaft-Sprecherin Anja Kohr. Und das bestand in der Tat: Die Verwaltung um Bürgermeister Andy Kümmerle war direkt im Boot bei den Plänen, welche das Versuchsprojekt nun erstmals über die Grenzen der Großen Kreisstadt Öhringen hinaus ausdehnen. "Gleich als zweite Gemeinde bei ,Jeder Tropfen zählt" mitmachen zu dürfen, ist eine tolle Sache", freut sich Kümmerle. Das Projekt zeige, "wie leicht sich Umweltschutz und Nachhaltigkeit in den Alltag jedes Einzelnen integrieren lassen". Er sei überzeugt, "dass die Dörzbacher das neue Angebot mit Begeisterung annehmen werden".

Warum die Wahl gerade auf die 2500-Einwohner-Gemeinde gefallen ist? "Sie ist von den Strukturen her ein idealer Gegenpol zu Öhringen", erklärt Anja Kohr. Ihr Kollege Sebastian Damm, Chef der Abfallwirtschaft, sagt: "In der Jagsttal-Gemeinde wollen wir sehen, ob das Projekt bei den Bürgerinnen und Bürgern in ländlichen Regionen ebenso gut ankommt wie beim Pilotprojekt in der Großen Kreisstadt".

Unterdessen sind durchaus auch Blicke aus der Landeshauptstadt auf das Experiment im Kreis gerichtet: "Den Modellversuch zur Sammlung und hochwertigen Verwertung von Altspeisefetten und Altspeiseölen aus privaten Haushalten verfolge ich mit großem Interesse", so Umweltstaatssekretär Andre Baumann. Sollte das Projekt sich erfolgreich präsentieren, werde "ein derartiges Sammelsystem viele Nachahmer im Land finden, davon bin ich überzeugt", sagt der Ministerialbeamte.

Zeichen stehen auf Expansion

Am Erfolg des Konzepts, das in Bayern schon mit über 20 Automaten-Standorten betrieben wird, haben die Verantwortlichen indes keinen Zweifel: "Die Zeichen stehen klar auf Expansionskurs", zeigt sich Anja Kohr zuversichtlich, künftig auch noch in weiteren Kreis-Kommunen die grünen Sammelbehälter ausgeben zu können. Es bestünde jedenfalls reges Interesse, das Projekt auszuweiten. Zahlreiche Anfragen von Bürgern anderer Kommunen belegten dies, so die Abfallwirtschaft-Vertreterin.

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Roland Weissert, Geschäftsführer beim Energiehandel Edi, ist der Bio-Kraftstoff-Pionier im Kreis und Initiator des Projekts: "Jede neue Sammelstelle trägt dazu bei, dass aus bestehenden Rohstoffen Kraftstoff hergestellt werden kann, der die Umwelt zwischen 70 und 90 Prozent weniger mit CO2 belastet als fossiler Diesel. Diese Möglichkeit müssen wir nutzen."

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