Schöntal
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Ehrenamt beim Deutschen Roten Kreuz: Dieser Oberkessacher ist Helfer durch und durch

Jörg Deuser aus Oberkessach ist mit ganzer Leidenschaft im Deutschen Roten Kreuz engagiert. Dabei macht sein Ehrenamt - so sagt er selbst - überhaupt keinen Spaß.

Tamara Ludwig
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Lesezeit 2 Min
Oberkessacher ist Helfer durch und durch
 Foto: Ludwig, Tamara

Eins stellt Jörg Deuser im Gespräch mit unserer Redaktion zu Beginn klar: Sein Ehrenamt beim Deutschen Roten Kreuz macht keinen Spaß. Und denkt man darüber nach, ergibt das absolut Sinn, schließlich sollte es auch kein Spaß sein, Menschen in lebensbedrohlichen Situationen erstzuversorgen, bewusstlose Personen zu reanimieren oder Angehörigen schlimme Nachrichten zu überbringen. Aber warum macht man das dann überhaupt? Über einen Erste-Hilfe-Kurs als Jugendlicher sei bei ihm der Helferdrang geweckt worden, berichtet Deuser.

Jugendrotkreuz gegründet und geleitet

Zusammen mit Gleichgesinnten gründete er in Oberkessach das Jugendrotkreuz, das er auch mehrere Jahre leitete. "Es ist mir einfach ein Anliegen, meinem Nächsten in Not zu helfen", sagt der inzwischen 43-Jährige über seine Motivation. Dazu gehört für ihn eben auch, dass er Aufgaben übernimmt, vor denen manche vielleicht zurückschrecken würden. Es sei ihm ein ureigenes Bedürfnis, nicht ratlos daneben zu stehen, wenn jemand Hilfe brauche, sondern qualifiziert helfen zu können, eine Lösung parat zu haben.

Und so ist Jörg Deuser inzwischen in seinem 30. Jahr beim DRK, ist Vorsitzender der Ortsgruppe Oberkessach, ist Erste-Hilfe-Ausbilder, hat eine Ausbildung in psychosozialer Notfallversorgung und setzt sich auch überörtlich für das DRK als Präsidiumsmitglied im Kreisverband ein.

Corona-Jahre sind Rekordjahre für die Helfer

Auf fast 500 Stunden Ehrenamt sei er im vergangenen Jahr gekommen. Davon hat er auch viele an der Corona-Abstrichstelle in Belzhag und an der Teststation in Schöntal geleistet. "Für die Ortsvereine waren die Corona-Jahre bislang absolute Rekordjahre", sagt Deuser. Alleine die Helfer vor Ort zählten 71 Einsätze nur in Oberkessach und umliegenden Weilern. Trotzdem brennt er noch immer für sein Ehrenamt. "Es ist einfach vielseitig und die Gemeinschaft ist toll", findet er.

Bleibt die Frage, ob es da noch Zeit für ein Privatleben gibt? Schließlich ist der gelernte Elektroinstallateur und Service-Techniker für Wärme- und Kälteanlagen auch beruflich eingespannt. "Ich habe immer das Bestreben, allem gerecht zu werden und versuche dabei, einen gesunden Mittelweg zu finden", sagt er. So nehme er sich so viel Zeit für seine Frau und seinen siebenjährigen Sohn, wie es geht. Seine Familie unterstütze ihn aber auch - "meine Frau hat mich ja so kennengelernt", sagt er und schmunzelt. "Und mein Sohn ist auch schon im Jugendrotkreuz."

Engagement für die Dorfgemeinschaft

Aber wie es in einem Dorf wie Oberkessach eben so ist - Deuser lebt dort "in 16. Generation" - hört das ehrenamtliche Engagement bei einer Organisation nicht auf. Zwar sei das DRK seine absolute "Prio eins", dennoch ist er noch Mitglied im Schützenverein, im Sportverein, im Dorf- und Kulturverein und im Oldtimer-Club. In letzterem lebt Deuser seine Tüftel-Leidenschaft aus, hat sogar ein kleines Privatmuseum bei sich zu Hause, wo er restaurierte, besondere Gegenstände und Oldtimer - vor allem Landmaschinen - aufbewahrt.

Und damit ihm nicht langweilig wird, engagiert er sich seit Kurzem in der Flüchtlingshilfe für die Ukraine. Das Magazin des DRK-Ortsvereins machte man dafür kurzerhand zur Sammelstelle für Kleidung und andere nützliche Artikel. "Wir haben eine Woche lang gesammelt und sortiert", berichtet Jörg Deuser. "Ich bin total stolz auf meine Mannschaft", sagt er über seinen Ortsverein, der insgesamt 54 Mitglieder zählt. Und Deuser? Der geht ganz selbstverständlich voraus.

Zur Person

Jörg Deuser ist 43 Jahre alt, verheiratet und hat einen siebenjährigen Sohn. Er lebt mit seiner Familie in Oberkessach. Deuser ist Vorsitzender des DRK-Ortsvereins mit 54 Mitgliedern. Er interessiert sich nicht nur für das Helfen bei körperlicher Versehrtheit, auch psychische Gesundheit ist ihm ein Anliegen. Deshalb nimmt er regelmäßig an Schulungen teil und hält Vorträge, etwa zu Trauerbewältigung.


Jubiläumsserie

Im Jubiläumsjahr stellt die HZ ihre Leser in den Mittelpunkt. Die Serie " 75 Gesichter - 75 Geschichten" wurde in der Jubiläumsbeilage am 29./30. Januar mit 16 Menschen aus den 16 Kommunen des Kreises gestartet und wird nun über das Jahr hinweg fortgesetzt.

 
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