Hintergründe des Messerangriffs in Öhringen sind noch völlig unklar
Am Tag nach der Messerattacke auf einen 21-jährigen Mann gibt es neue Erkenntnisse. Über das Tatmotiv ist jedoch weiterhin nichts bekannt. Viele Öhringer sind fassungslos.

Bei dem Opfer der Messerstecherei in Öhringen handelt es sich um einen 21 Jahre alten Syrer. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Erklärung am Freitagmorgen mit. Der Mann war am Donnerstag kurz nach 13 Uhr in der Öhringer Poststraße vor einem arabischen Lebensmittelgeschäft niedergestochen und verletzt worden. Bei dem Täter soll es sich um einen 33 Jahre alten Albaner handeln. Der Mann wurde nach einer Großfahndung festgenommen. Nicht bestätigten Augenzeugenberichten zufolge soll der Mann in der Neuensteiner Bahnhofsstraße verhaftet worden sein.
Was der Ladenbesitzer über den Vorfall sagt
Nach Angaben des Besitzers des arabischen Lebensmittelladens, Abdulhamid Alarab, handelt es sich bei dem Opfer um einen Stammkunden seines Ladens. "Er kam regelmäßig zum Einkaufen und Essen vorbei", sagt der 43-Jährige unserer Redaktion.
Zur Tatzeit seien seine Frau und sein zehnjähriger Sohn im Geschäft anwesend gewesen. Zu den Hintergründen und etwaigen Motiven des Messerangriffs könne er keine Angaben machen: "Meine Frau hat den Täter zuvor noch nie gesehen. Wir wissen auch nicht, ob sich Täter und Opfer kannten." Vor dem Angriff habe der Tatverdächtige unter anderem auch in seinem Laden nach einem Messer gefragt, die Tatwaffe dann später, so Alarab, im nahe gelegenen Tedi-Markt gekauft.
Augenzeugen sind verstört und verängstigt
Seine Frau habe die Tat selbst nicht gesehen, sei aber durch den Lärm des umstürzenden Stuhls, auf dem das Opfer gesessen hatte, aufgeschreckt − und unmittelbar danach Zeuge geworden, als der junge Mann bereits blutend am Boden gelegen sei. Der 21-Jährige habe sich dann aufgerappelt und sei zunächst weggelaufen. Auch der 33-jährige Tatverdächtige sei nach dem Angriff geflüchtet.
"Wir hätten uns nie vorstellen können, dass sowas direkt vor unserem Laden passiert", sagt der Geschäftsmann. Seine Frau und insbesondere auch der zehnjährige Sohn, der die zwei großen Blutlachen in der Fußgängerzone selbst gesehen habe, seien "immer noch sehr verstört und verängstigt". Seine Ehefrau habe nach der Tat so sehr gezittert, dass sie nicht selbst die Polizei alarmieren habe können.
Wie es zu dem Angriff kam, ist weiter unklar
Bei der Fahndung war ein Hubschrauber im Einsatz. Neben Schutz- und Kriminalpolizei waren auch Beamte der Bundespolizei vor Ort. Die Festnahme erfolgte gegen 16 Uhr. Im Zuge der Fahndung und der anschließenden Spurensicherung vor dem Tatort waren Teile der Öhringer Fußgängerzone zeitweise gesperrt. Zum Grund der Auseinandersetzung können auch Polizei und Staatsanwaltschaft zum jetzigen Ermittlungsstand keine Angaben machen. Der Tatverdächtige soll am Freitagnachmittag dem Haftrichter vorgeführt werden. In der Zwischenzeit hat er sich in der Haftanstalt Heilbronn befunden.
Der Vorfall hatte sich mitten am Tag in der Öhringer Fußgängerzone ereignet. Entsprechend viele Menschen wurden Zeuge der Geschehnisse, als der Tatverdächtige auf das vor dem Geschäft sitzende Opfer eingestochen haben soll. Der Mann wurde schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht.
Öhringer sind betroffen
Erst als Rettungswagen und Polizei in der Fußgängerzone im Bereich des Oberen Tors eintrafen, wurden die Menschen in den umliegenden Geschäften darauf aufmerksam, was sich vor ihren Türen ereignet hatte. Zeitweise war der Bereich weiträumig abgesperrt, um die Spurensicherung nicht zu behindern. Der Einsatz der Polizei wurde von vielen Menschen beobachtet.
Auch am Tag darauf herrscht noch Entsetzen über den Angriff am hellichten Tag in der Fußgängerzone: "Ich kann das gar nicht glauben, dass sowas hier passiert", sagt eine Frau mittleren Alters. Karl-Heinz Haas, der in unmittelbarer Nachbarschaft wohnt: "Ich habe Krawall gehört und dann den Krankenwagen." Man müsse selbst in einer kleineren Stadt "heutzutage offenbar mit allem rechen", so der 66-Jährige.
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