Stimme+
Dörzbach

Die Dörzbacher Schule ist viel zu klein: Schulleiterin findet klare Worte

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Die Rektorin der Dörzbacher Grundschule beklagt im Gemeinderat fehlende Klassen- und Betreuungsräume. Teils werden Gruppen auf den Fluren betreut. Wie es weitergehen soll.

Die Grundschule Dörzbach ist zu klein. Ob ein Ausbau des Dachgeschosses die Lösung ist, unter anderem darüber diskutiert der Gemeinderat.
Foto: Archiv/Ludwig
Die Grundschule Dörzbach ist zu klein. Ob ein Ausbau des Dachgeschosses die Lösung ist, unter anderem darüber diskutiert der Gemeinderat. Foto: Archiv/Ludwig  Foto: Ludwig, Tamara

Danny Chrzan ist eine Frau klarer Worte. So kennt man sie als ehemalige Ortsvorsteherin von Meßbach, so kennt man sie als Rektorin der Dörzbacher Grundschule. Und diese klaren Worte findet sie auch in der jüngsten Gemeinderratssitzung, in der sie den akuten Platzmangel im Schulgebäude beklagt. Nicht zum ersten Mal, wie sie betont. Zwar gibt es von Seiten der Gemeinde Pläne, das Dachgeschoss der Schule auszubauen, bis zum kommenden Schuljahr im September wird das jedoch nicht passiert sein. Und ob das dann tatsächlich ausreicht, ist längst nicht sicher.

Ziemlich sicher hingegen ist, dass Danny Chrzan nach den Sommerferien sieben Klassenzimmer benötigt. Das zeigen die vorhandenen Anmeldungen neuer Schüler. Zur Verfügung stehen jedoch nur sechs Zimmer. "Wo soll ich meine Schüler unterbringen?", fragt Chrzan ins Ratsrund. Und nicht nur ein Klassenzimmer fehlt, wie die Pädagogin erläutert.

Ganztag bringt zusätzlichen Platzbedarf

Von den 109 Kindern, die derzeit die Grundschule in Dörzbach besuchen, nutzen 60 die Ganztagsbetreuung. Dieses Angebot bringt zusätzlichen Platzbedarf mit sich, denn sowohl ein Spielezimmer wie ein Ruheraum seien eigentlich Vorschrift, beide jedoch nicht vorhanden. Die Betreuung der Ganztageskinder finde teils auf den Fluren statt. Parallel zum Unterricht wird ein Raum für die Sprachförderung benötigt. Die Akademie für Innovative Bildung und Management (AIM) betreue hier derzeit sechs Gruppen mit Kindern an zwei Tagen die Woche. "Wir haben einen Migrationsanteil von 40 Prozent an unserer Schule, damit sind wir zehn Prozent über Landesschnitt", das mache den größten Teil des Bedarfs aus.

Einige Angebote fänden im Besprechungsraum statt. Dieser stehe dann jedoch nicht für seinen eigentlichen Zweck zur Verfügung. "Ich teile mir mit dem Sekretariat ein Büro, wenn Eltern ein privates Gespräch mit mir wünschen und der Besprechungsraum belegt ist, wohin gehe ich mit denen?", verdeutlicht Chrzan die Lage. "Wir brauchen den Platz im Prinzip vorgestern, nicht übermorgen", so ihr Fazit. Bürgermeister Andy Kümmerle und den Gemeinderäten sind die Sorgen der Schulleiterin bekannt. Beschleunigen können sie eine Lösung nicht.Zunächst ist so ein Bauvorhaben immer eine Sache des Geldes, das ist in Dörzbach stets knapp. Und deshalb ist man bei jedem Projekt auf entsprechende Zuschüsse angewiesen.

Die verlangsamen allerdings den Prozess, denn sie müssen zu einem bestimmten Zeitpunkt im Jahr beantragt werden, dann kommt bestenfalls irgendwann die Zusage - oder eben nicht. Erst wenn der Zuschussbescheid da ist, kann es an Ausschreibungen und die weiteren Planungen gehen. Von diesem Zeitpunkt an dauert das Ganze dann nochmals seine Zeit. "Wir brauchen Mittel aus dem Ausgleichsstock", so Kümmerle. Mittel hierfür können aber erst wieder für 2025 beantragt werden, dann wäre der früheste Baubeginn im September 2025 mit einer voraussichtlichen Fertigstellung im September 2026.

Gemeinderat bringt Container ins Spiel

"Ich stelle mir die Frage, wie unsere Strategie für das Schuljahr 2024/25 ist?", bohrt Ratsmitglied Giso Eben von Racknitz in der Wunde. "Es wird von der Schule schon mit allen Mitteln und Tricks gearbeitet, das irgendwie zu managen, aber das entspricht so nicht unserem Anspruch", ergänzt Michael Helf. "Wahrscheinlich wird zuerst der Musikraum sterben müssen", so Danny Chrzan. Das dürfe aber nur eine Übergangslösung sein. Albert Haas bringt eine Container-Lösung ins Spiel. Das finden auch andere Räte gut, doch Andy Kümmerle hält "nicht viel von Containern". Er will sich über Möglichkeiten im benachbarten Kleinkinderhaus und in der Sporthalle kundig machen. Je nach Zuschüssen solle dann nicht nur der Ausbau des Dachgeschosses, sondern vielleicht sogar ein Anbau in Betracht gezogen werden.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben