Öhringen
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Kaltblüter bleiben trotz Hitze cool

Schwarzwälder Fuchs Elena zur Gesamtsiegerstute gekürt − Hengstquadrille aus Marbach auf der Laga

Von unserer Redakteurin Bettina Hachenberg
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Kaltblüter bleiben trotz Hitze cool
Vorstellung im Trab: rheinisch-deutsches Kaltblut Marri mit Fohlen bei Fuß.

Signale der Jagdhornbläser, Pfeifen des Dampfbähnles, Martinshorn der Feuerwehr, Kreischen von Motorsägen, dazu schwüle Hitze bei Temperaturen um 33 Grad − all’ das lässt die schwergewichtigen Rösser am vergangenen Sonntag auf der Landesgartenschau ziemlich kalt. Sechs Hengste und rund 30 Stuten samt einigen Fohlen bei Fuß machen damit ihrem Namen alle Ehre: Allesamt sind sie Kaltblüter − Pferde, die ein eher ruhiges und ausgeglichenes Temperament auszeichnet.

Schwarzwälder | 29.8 | Öhringen | 29.08.2016 | 209 Bilder

Gemeinsam haben der Fränkische Pferdezuchtverein Öhringen, die Interessengemeinschaft der Kaltblutzüchter im Pferdezuchtverband Baden-Württemberg und das Haupt- und Landgestüt Marbach zur Schau der schönsten Kaltblutstuten im Land auf die Gartenschau eingeladen. Umrahmt wird die Präsentation von einer Quadrille mit sechs prächtigen Schwarzwälder Kaltbluthengsten. Unter der Regie von Herbert Strobel stellen zwei frisch gebackene Pferdewirte und vier Auszubildende des Gestüts die Landbeschäler Federsee, Vento, Dachsbub, Rotenberg, Falkenstein und LVV Modigliani vor.

Zuchtrichter

Kommentiert wird die zweimal gerittene Quadrille, die trotz brütender Hitze und mangelnder Schattenplätze viele Zuschauer anlockt, von Dr. Carolin Eiberger. Zusammen mit den Zuchtrichtern Wolfgang Kühlechner (Gunzenhausen) und Wilhelm Kuri (Waldkirch) beurteilt die stellvertretende Leiterin des Marbacher Gestüts an diesem Schautag die Stuten. Typ, Körperbau, Korrektheit der Gänge, Trab, Schritt, Gesamteindruck und Interieur fließen in die Bewertung des offenen Richtverfahrens ein.

Wie schon die sechs Marbacher Hengste gehören auch das Gros der vorgestellten Stuten und zwei Pferdefamilien der Rasse Schwarzwälder Kaltblut an. Die vom Stockmaß nicht allzu großen Kaltblüter beeindrucken mit ihrer Fuchsfarbe und ihrem üppigen, hellen Behang. Da sie für einen Kaltblüter relativ leicht sind, werden sie nicht nur als Zug- und Kutschpferde, sondern zunehmend auch unter dem Sattel eingesetzt. Besonders bei Freizeitreitern erfreuen sie sich zunehmener Beliebtheit als umgängliche, zuverlässige, liebenswerte Kameraden, die durchaus ordentlich Temperament entwickeln können.

Schwergewichtiger sind da schon die Rassen Rheinisches Kaltblut und Noriker, die am Vormittag vorgestellt werden. Deutlich leichter dagegen der Freiberger, in dem ein Laie fast kein Kaltblut mehr erkennt. Vier Stuten dieser Rassen werden den Richtern präsentiert.

Schweiß

Bei den Vorführern der Tiere ist dabei in den Trabrunden nicht nur Puste gefragt, in der Hitze fließt auch ganz schön der Schweiß. Bernd Stelzer kann dies dennoch nicht erschüttern. Der Züchter und Hengsthalter aus Abtsgmünd hat mit seinen Süddeutschen Kaltblütern zuhause noch weitaus schwerere Exemplare im Stall als die Schwarzwälder Stuten aus Zucht und Besitz von Hartmut Fürst aus Aalen, die er an diesem Tag mit vorstellt. Und bei denen er mit Fürst’s Franzi gleich mal den Sieg im Ring der drei- und vierjährigen Stuten und als am besten herausgebrachte Stute holt. Reservesiegerin der Schau wird Elara von Egon Fischer aus Bad Wurzach.

Regelrecht ins Schwärmen gerät Richter Wolfgang Kühlechner, als er den Gesamtsieg für die siebenjährige Elena, Tochter des Hengstes Riemer, aus Zucht und Besitz von Margarete und Clemens Häfele aus Bad Wurzach verkündet. "Der Prototyp einer Schwarzwälder Stute mit schönem Gesicht, guter Oberlinie, schöner Kruppe, energischem Schritt."

Die Gartenschau-Besucherinnen Gabi und Heike Ott aus Obersulm verfolgen die Schau fasziniert von Anfang bis Ende. "Es sind einfach tolle Tiere." Danach lockt die Beiden nur noch eines: der Ohrnstrand.

 
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