Interview
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Nachgefragt: Wie viel Freizeittourismus kann Heilbronn?

Professor Christian Buer von der Hochschule Heilbronn erklärt im Interview, warum die Stadt eigentlich das Zeug zum Touristenmagneten hat, ihren Charme aber noch nicht ausreichend ausspielt.

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Heilbronn Wartberg
Blick über den Wartberg auf die Stadt. Foto: Manuel Maier

Professor Christian Buer von der Hochschule Heilbronn beschäftigt sich unter anderem mit Trends im Bereich Gastronomie, Hotellerie und Tourismus. Im Interview erklärt er, was Heilbronn mit Blick auf Freizeittourismus noch fehlt.

 

Professor Buer, ist Freizeittourismus in Heilbronn möglich?

Christian Buer: Wir haben hier alles, was man braucht: Attraktionen wie die Experimenta, Wellness-Angebote, Radwege in der Natur, Weinberge, Schifffahrt-Erlebnisse auf dem Neckar und so weiter. Wir müssen die Möglichkeiten nur konsequenter erschließen und nutzen.

 

Was bedeutet das?

Buer: Wir müssen mutiger werden und sagen: Ja, Heilbronn ist auch Tourismus! Die Naherholungsfunktion der Stadt, des Flusses und der Natur in der Umgebung wird immer noch hauptsächlich der eigenen Bevölkerung angepriesen, aber wir müssen Heilbronn auch für Externe als touristisches Erlebnis vermarkten, kommunizieren und darüber besser informieren.

 

Wie kann das funktionieren?

Wie viel Freizeittourismus kann Heilbronn?
Christian Buer  Foto: privat

Buer: Hier kommt wieder der Mut ins Spiel: einfach ausprobieren, auch mal etwas Verrücktes wagen. Das sollte sich auch an spezielle Zielgruppen richten, die wir anziehen möchten. Zum Beispiel könnte man einen Freizeit-Sportpark aufbauen, für Familien mit Kindern, die hierher kommen und etwa außer dem Besuch der Experimenta noch etwas anderes erleben wollen. Wir könnten neue Mobilitätskonzepte ausprobieren oder die Stadt zeitweise zu einem Testgebiet für kulinarische Abenteuer machen, in dem zum Beispiel Insekten als Snacks angeboten werden oder Startups ihre gastronomischen Ideen ausprobieren. Die Studierenden haben wir ja schon, die sich mit diesen Themen beschäftigen. Und wir sollten keine Angst vor Fehlern haben. Wenn etwas nicht funktioniert, probieren wir eben etwas anderes.

 

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