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Zahl der Flüchtlinge steigt auch in Heilbronn enorm

Seit Beginn des Ukrainekrieges kommen immer mehr Flüchtlinge in Heilbronn an. Die Stadt mietet Räume für neue Unterkünfte an. Kinder und Jugendliche werden in Kitas und Schulen integriert. Auch hier kommt es zu Engpässen.

Kilian Krauth
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Lesezeit 2 Min
Zahl der Flüchtlinge steigt auch in Heilbronn enorm
Aus der Ukraine flüchten vor allem Frauen mit Kindern, denen in Heilbronn an der Mönchseestraße mit besonderen Angeboten geholfen wird.  Foto: Seidel

Die weltweite Flüchtlingssituation hat sich 2022 mit dem Krieg in der Ukraine drastisch verschärft. Millionen von Menschen sind aus der Ukraine geflohen, zudem haben Fluchtbewegungen aus anderen Ländern zum Ende des Jahres deutlich zugenommen. So wurden bis Anfang November in Heilbronn 1506 Geflüchtete aus der Ukraine registriert. In städtischen Flüchtlingsunterkünften leben aktuell aber nur 489, davon 88 Kinder und Jugendliche.

Einige sind bereits in die Heimat zurückgekehrt, haben eigene Wohnungen gefunden oder sind in andere Kreise verzogen. Dies geht aus Zahlen des städtischen Amts für Familie, Jugend und Senioren hervor, die dieses auf Anfrage von SPD-Stadtrat Rainer Hinderer jetzt dem Gemeinderat vorgelegt hat.

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Insgesamt stieg die Zahl der Geflüchteten in städtischen Unterkünften - auch aus anderen Ländern - 2022 enorm: bis Ende November voraussichtlich auf zusammen 930 Asylbewerber und Ukrainer. 2021 waren es nur 215.

Unterbringung in Mietwohnungen

85 Prozent von insgesamt 1550 Plätzen sind derzeit belegt. Neben sechs großen Unterkünften und rund 40 kleineren Objekten hat die Stadt im Zuge der Ukrainekrise weitere 60 Liegenschaften angemietet, überwiegend Wohnungen, die nun als kleine Gemeinschaftsunterkünfte genutzt werden.

Zusätzlich wurden zwei Hallen zur Aufnahme vorbereitet, wovon eine wieder zurückgebaut wurde. Aktuell habe die Stadt noch ausreichend Kapazitäten, sofern die wöchentlichen Zugänge nicht in erheblichem Maße zunehmen. Man miete laufend neuen Wohnraum zur Unterbringung von Geflüchteten an und ist ständig auf der Suche nach geeignetem Wohnraum.

Kita-Plätze für Kinder

Insgesamt standen 97 Kinder aus der Ukraine auf der Vormerkliste fürs Kitas, 34 konnten in den Regelkindergarten integriert werden. Sie werden im nächsten Jahr eingeschult. 18 jüngere Kinder werden aktuell noch in drei Spielgruppen betreut, die auf Januar 2023 in eine Kindergarteneinstiegsgruppe umgewandelt werden: und zwar in der Gemeinschaftsunterkunft an der Mönchseestraße.

Die Heilbronner Schulen hätten die Kinder mit offenen Armen empfangen, heißt es im Rathaus. Von 356 registrierten Schülern aus der Ukraine bekamen 334 einen Platz, also 95 Prozent. Im Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum sind nun zwei, in Grundschulen 139, in Werkreal-, Real-, Gemeinschaftsschulen oder Gymnasien 130, in der gymnasialen Oberstufe sechs, auf Beruflichen Schulen 57.

Zwischenzeitlich seien aber die räumlichen und personellen Grenzen erreicht. "Es wird zunehmend schwieriger, Schulplätze zur Verfügung zu stellen, zumal die Zuwanderung aus anderen Ländern unverändert anhält", heißt es im städtischen Amt für Familie, Jugend und Senioren .

Großes Problem: Unbegleitete Minderjährige

Seit Sommer 2021 steigen die Fallzahlen im Bereich unbegleiteter minderjähriger Ausländer (UMA) stetig. So mussten von Januar bis Oktober 2022 mit 31 doppelt so viele in Obhut genommen werden, wie im Vergleichszeitraum 2021. Dadurch sind die stationären Plätze nahezu belegt. Die Unterbringung von neu ankommenden UMA stelle die Mitarbeitenden im Jugendamt "tagtäglich vor die Herausforderung, das Wohl dieser jungen Menschen und deren Kinderschutz sicher zu stellen".

In erster Linie sind hier sozialpädagogische Fachkräfte des Sozialen Dienstes gefordert, aber auch Amtsvormünder und Fachkräfte der Wirtschaftlichen Jugendhilfe sind tangiert. Dies binde in diesen Bereichen zeitliche und personelle Ressourcen, heißt es, die an anderen Stellen fehlten.

 

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