Heilbronn
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Wengerter Martin Heinrich ist jetzt 70 und kein bisschen müde

Der Heilbronner Weingärtner Martin Heinrich lässt zum 70. Geburtstag 3000 Euro in den Wein-Panorama-Weg am Wartberg fließen.

Kilian Krauth
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Wengerter Martin Heinrich ist jetzt 70 und kein bisschen müde
Jubilar Martin Heinrich (rechts) mit Weinexperte Othmar Kiem auf der Heilbronner Hütte. Foto: Kilian Krauth

Wenn er nach einer Führung über den Wein-Panorama-Weg auf dem Wartberg ankommt und das Schild "Martin-Heinrich-Wengerthäusle" erblickt, ist das dem Namensgeber gar nicht recht. Der Verkehrsverein, in dessen Vorstand Martin Heinrich seit Jahren tatkräftig mitwirkt, und die Heilbronn Marketing GmbH (HMG) mit Aufsichtsratschef Oberbürgermeister Harry Mergel hatten den Weingärtner im Sommer mit der Taufe überrascht, weil Heinrich das Häusle plus Besucherarena aufgebaut und mit Jungwinzern schön eingebunden hatte.

Der in den 1990ern von seinem Vater Adolf Heinrich und vielen kreativen Freunden auf den Weg gebrachte Lehrpfad ist so etwas wie das Steckenpferd von Martin Heinrich. So nimmt es nicht Wunder, dass er sich zu seinem 70. Geburtstag, von dem er am 30. November nichts in der Zeitung lesen wollte, keine Geschenke wünschte, sondern ausschließlich Spenden, die in die Pflege und Verfeinerung mancher Panorama-Stationen fließen. Insgesamt kamen so 3000 Euro zusammen.

Mit dem Vater an den Wartberg ausgesiedelt

Dass der scheinbar unermüdliche Schaffer und Ideenquell inzwischen soviel Zeit für solche Hobbys hat, ist nicht nur Ehefrau Christel, sondern auch seinen Söhnen Björn und Tobias zu verdanken, denen er das Familienweingut G. A. Heinrich bereits übertragen hat und unter denen die Qualität der Weine, so sagen Experten, "noch besser" geworden sei.

Der heutige Seniorchef hatte den erstmals 1545 erwähnten Betrieb, der nach 1945 durch seine Besenwirtschaft in der Schillerstraße groß geworden war, nach Winzerlehre und Weinsberger Techniker-Ausbildung in den 1970er Jahren zusammen mit Vater Adolf an den Wartberg ausgesiedelt und später ausgebaut, nicht zuletzt durch eine Vinothek, in der es neben Wein auch Schmuck von Tochter Kathrin gibt.

Mit Trollinger-Wettbewerb Qualität verbessert

Martin Heinrich führte außerdem lange Zeit die 1976 gegründete Vereinigung Selbstmarktender Weinbaubetriebe Württembergs, also gut 100 Betriebe, die seit 2004 als Württemberger Weingüter auftreten. Mitte der 1990er hob er den Trollinger-Wettbewerb aus der Taufe und verhalf der schwäbischen Nationalrebsorte so zum Qualitäts- und Imagegewinn, was nicht zuletzt die von ihm mitinitiierten "Gipfeltreffen" mit dem Südtiroler Zwillingsbruder Vernatsch auf der Heilbronner Hütte beweisen.

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