Heilbronn
Lesezeichen setzen Merken

VHS Heilbronn: Bildung hilft, Krisen zu meistern

Volkshochschule Heilbronn trotzt der Corona-Pandemie mit einem regelrechten Digitalisierungsschub. Und sie schreibt trotz weniger Kursteilnehmern keine roten Zahlen.

Kilian Krauth
  |    | 
Lesezeit 2 Min
VHS Heilbronn: Bildung hilft, Krisen zu meistern
35 Prozent aller Angebote der Volkshochschule Heilbronn werden inzwischen digital oder digital angereichert durchgeführt. Foto: Archiv/Berger  Foto: Berger

Die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg haben die Welt, unsere Gesellschaft, aber auch den Alltag teils tiefgreifend verändert. Vor diesem Hintergrund sei die Bildungsarbeit der Volkshochschule (VHS) Heilbronn gerade in unsicheren Zeiten unverzichtbar und hilfreich: von praktischen Hilfsangeboten über Sprach- und Integrationskurse - verstärkt für Menschen aus der Ukraine - bis zu den beiden Semesterthemen "Demokratie (er)leben" und "Gesundes Leben".

Die große Stärke der VHS sei, "dass sie ein thematisch breit gefächertes Bildungsprogramm unter einem Dach vereint", und dies in unterschiedlichen Formaten, so VHS-Chef Peter Hawighorst. So könnten wichtige Themen der Zeit mit den jeweiligen Fachkräften auch interdisziplinär angegangen werden.

Krise zwingt zu Veränderungen

"Krisenzeiten sind Bildungszeiten", betonte Hawighorst bei der Vorlage seines Jahresberichts im städtischen Kulturausschuss. Die VHS selbst habe in der Krise ihre Veränderungs- und Innovationsfähigkeit unter Beweis gestellt und beispielsweise ihr digitales Angebot enorm ausgebaut, um den Menschen auch unter Corona-Bedingungen Zugang zu Bildung zu ermöglichen.

So seien im Berichtsjahr 2021 an die 15 000 Unterrichtsstunden, das sind rund 35 Prozent der gesamten Angebote, digital oder digital angereichert durchgeführt worden. Gleichzeitig habe die VHS hier groß investiert: in 43 Laptops, zwei Hybridkurs-Setups, vier Kursraumausstattungen oder etwa in ein Dozenten-Tool. Zudem sei eine 50-Prozent-Stelle für E-Learning/Digitalisierung geschaffen worden. Insgesamt gibt es bei der VHS 31,11 Stellen.

Auf und zu im Corona-Jahr 2021

Der zweite Corona-Lockdown hatte sich von Herbst 2020 bis Mai 2021 gezogen, danach griffen das ganze Jahr über wechselnde Regeln, wodurch die meisten Kurse nicht voll belegt werden durften. Mit dem Ziel, die Teilnehmer bei der Stange zu halten, habe die VHS 2021 auch eine zusätzliche Sommerreihe aufgelegt, die einen Schwerpunkt auf Open-Air-Angebote legte.

Das Herbstsemester war geprägt durch sich ständig ändernde Rahmenbedingungen, Stichwort 3G, 2G, 2G-Plus, Maskenpflicht, Abstand, Test- und Dokumentationspflicht. "Ein Normalbetrieb war nicht möglich", so Hawighorst. Aufgrund der Unsicherheit hätten viele Kursteilnehmer von Rücktritts- und Stornierungsregelungen Gebrauch gemacht. Für die Mitarbeiter der VHS sei im Jahr 2021 mehrfach Kurzarbeit angeordnet worden. Vieles sei übers Homeoffice gelaufen.

Wo die Teilnehmer herkommen

Nur 50 Prozent der Kursteilnehmer sind Heilbronner, 15 Prozent kommen aus den Orten der Außenstellen Erlenbach, Flein, Leingarten und Untergruppenbach, 26 Prozent aus dem restlichen Landkreis, acht Prozent von weiter her.

Die schwierigen Rahmenbedingungen lassen sich auch an den betrieblichen Kennzahlen ablesen. Im zweiten Pandemiejahr 2021 sank die Zahl der Kurse und Einzelveranstaltungen gegenüber 2020 um 25,1 Prozent auf 1575. Die Statistik erfasste 14 943 Belegungen, also 35 Prozent weniger als im ersten Corona-Jahr. Trotz der damit verbundenen deutlichen Rückgänge der Teilnehmergebühren habe 2021 ein ausgeglichener Jahresabschluss erreicht werden können, sagte Hawighorst.

Das Gesamtbudget der VHS betrug 4,36 Millionen Euro (Vorjahr 4,22 Millionen Euro). Aus Teilnehmerbeiträgen und Erstattungen für Teilnehmer konnten davon 56,3 Prozent (Vorjahr 55,6 Prozent) finanziert werden. In Normaljahren liege dieser Wert bei rund 65 Prozent. Der Zuschuss in Bar- und Sachleistungen der Stadt Heilbronn entsprach 23,8 Prozent (Vorjahr: 24,6) des Gesamtbudgets. Der Zuschuss vom Land Baden-Württemberg entsprach einem Anteil von 10,5 Prozent (Vorjahr: 10,4 Prozent). Die verlässliche Förderung ist laut Hawighorst auch im zweiten Pandemiejahr "für eine stabile Finanzierungsstruktur der VHS von entscheidender Bedeutung" gewesen.

 
Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
Kommentare werden geladen
  Nach oben