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Teilen statt kaufen: Studierende und Forscher entwickeln Sharing-App für den Bildungscampus

Das Fraunhofer-Institut in Heilbronn und DHBW-Studierende haben einen Prototypen einer App entwickelt, die zum Beispiel die Suche nach Fahrgemeinschaften oder WGs erleichtern soll.

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Teilen statt kaufen: Studierende und Forscher entwickeln Sharing-App für den Bildungscampus
Noch kann man sich nicht anmelden: Die Sharing-App "Bildungscampus connect" wird weiter getestet.  Foto: DHBW Heilbronn/Fraunhofer IAO

Teilen, tauschen oder leihen statt zu kaufen: Gerade bei jungen Menschen wird die sogenannte Sharing-Economy (deutsch: Wirtschaft des Teilens) immer beliebter. Auch auf dem Bildungscampus in Heilbronn gibt es Überlegungen, wie eine Plattform für Sharing-Angebote aussehen und umgesetzt werden könnte.

Zusammen mit Maximilian Feike und Nina Hieber vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) haben zehn DHBW-Studierende aus dem Studiengang BWL-Dienstleistungsmanagement einen Prototypen einer App entwickelt, über die Studierende künftig etwa Fahrgemeinschaften, Lerngruppen, Lehrbücher oder Wohnungen und WGs finden können sollen. Noch steht nur die Oberfläche der App, die weiter getestet wird. Damit die Plattform wirklich genutzt werden kann, fehlt außerdem noch ein möglicher Betreiber.

Nachhaltigkeit, Komfort und Kostenersparnis

Sharing-Konzepte, erklärt Maximilian Feike, seien so beliebt, "weil sie einerseits den Nachhaltigkeitsaspekt in den Fokus stellen. Man kann dadurch Ressourcen teilen". Andererseits, berichtet der wissenschaftliche Mitarbeiter, liege die Motivation auch im Komfort und in der Kostenersparnis. "Ich hole mir so ganz nach meinem Bedarf Services dazu, die ich sonst kaufen müsste", sagt er.

Im Rahmen eines Integrationsseminars von Oktober bis März, erzählt Feike, habe es vier Phasen der "Ko-Innovation" zwischen IAO und dem DHBW-Team gegeben: Zunächst seien die Ist-Situation und Herausforderungen definiert worden. Im zweiten Schritt sei es um Ideen und Nutzertypen gegangen. Dafür befragten die Studierenden auch Kommilitonen, welche Funktionen die App haben sollte. "Man darf ja nicht nur von sich selbst ausgehen", erklärt Feike. Dann sei ein Prototyp der App erstellt worden, mit dem Namen "Bildungscampus connect". Schließlich sei dieser getestet und reflektiert worden.

Nachfrage im Bereich Mobilität und Wohnen besonders groß

"Man muss dazusagen: Das ist noch keine funktionierende App, die da entwickelt wurde. Es gibt verschiedene Aspekte, an denen wir jetzt weiterarbeiten", berichtet Maximilian Feike. Dennoch habe die Zusammenarbeit viele gute Erkenntnisse eingebracht, zum Beispiel zu besonders nachgefragten Funktionen, die die App haben sollte. Besonders großes Interesse, so der Forscher, habe es beim Thema Mobilität gegeben: "Wie komme ich geschickt zum Campus und zurück, und wie finde ich Fahrgemeinschaften?", nennt er als Beispiel.

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Das zweite große Thema für die Studierenden sei die Wohnungssuche gewesen. "Das hat etwas damit zu tun, dass gerade DHBW-Studenten alle drei Monate zwischen Praxis- und Theoriephase wechseln und dann Miete zahlen, obwohl sie in den Praxisphasen oft gar nicht da sind", erklärt Feike. So gebe es eine Nachfrage für "intelligentes Matching", bei dem sich etwa Studierende aus unterschiedlichen Zyklen eine Wohnung teilen könnten. Zudem gebe es Interesse an einer Plattform, um alte Lehrbücher zu verkaufen oder Networking zu betreiben.

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Schnittstellen oder besser Eigenlösungen?

Von der Zusammenarbeit mit der DHBW ist das IAO sehr angetan: "Zum einen waren wir von den Studenten sehr beeindruckt. Zum anderen konnten wir so die späteren Nutzer der Plattform - die Leute auf dem Campus - von Anfang an mit einbinden", erklärt Feike.

Im nächsten Schritt werde das IAO den Prototypen nun weiterentwickeln. Viele Fragen sind noch offen: Sollte die App zum Beispiel einfach auf bewährte Angebote verweisen, sollte sie Schnittstellen zu bestehenden Plattformen, zum Beispiel zur WG-Suche, herstellen oder besser Eigenlösungen anbieten? Neben inhaltlichen Fragen betont Maximilian Feike auch, dass das IAO als Forschungsinstitut die App natürlich nicht vermarkten und betreiben werde. Mit interessierten potenziellen Betreibern spreche das Institut aber gerne.


Smart Campus

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in Heilbronn hat eine "Smart Campus Initiative" ins Leben gerufen. Dabei entwickelt das Institut gemeinsam mit anderen Akteuren auf dem Bildungscampus Visionen, wie der Campus künftig aussehen könnte und wie er smart und innovativ gestaltet werden kann. Sharing-Konzepte, Nachhaltigkeit und Mobilität, erklärt Maximilian Feike vom IAO, seien dabei von Anfang an Thema gewesen. Die Zusammenarbeit mit den DHBW-Studierenden und die Entwicklung der Sharing-App seien also Teil der Initiative.

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