Heilbronn
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So will Heilbronn klimaneutral werden

Die Stadt Heilbronn muss bis zum Jahr 2040 mehr als 90 Prozent Kohlendioxid einsparen. 2015 lag die Einsparung erst bei rund 20 Prozent. Entsprechend ehrgeizig geht die Klimaleitstelle der Stadt Heilbronn die Herausforderung an.

Joachim Friedl
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Lesezeit 2 Min
Verkehr Allee Heilbronn
Im Mobilitätskonzept der Stadt Heilbronn von 2019 schreiben die Autoren, die für die Stadt formulierten Maßnahmen allein reichten zur Erfüllung der übergeordneten Klimaziele nicht aus.  Foto: Berger, Mario

Das große Ziel heißt Klimaneutralität. Bis 2040 soll der in Heilbronn produzierte Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) durch Maßnahmen wie den Ausbau von erneuerbaren Energien, weniger Pkw-Verkehr, Begrenzung fossiler Energien, das Solarförderprogramm für private Haushalte, die Bürger-Solarberatung und Info-Veranstaltungen zum Thema Klimawandel kompensiert werden.

Wärmeplanung der Stadt wird aktualisiert

Für die dafür erforderliche kommunale Wärmeplanung findet aktuell das Auswahlverfahren für einen Dienstleister statt. Er soll ermitteln, wie es gelingen soll, dass Heilbronn bis 2040 mehr als 90 Prozent CO2 einsparen kann. Bei der letzten CO2-Bilanz 2015 lag die Einsparung erst bei rund 20 Prozent.

Bund und Land sind in der Pflicht

Für Dr. Bettina Schmalzbauer, Leiterin der Heilbronner Klimaleitstelle, ist der Weg zur Klimaneutralität eine "herausfordernde und ambitionierte Aufgabe, für die es einen langen Atem braucht". Ihr Fazit fällt dennoch heute schon erfreulich positiv aus: "Innerhalb der Verwaltung sind wir auf einem guten Weg." Um dann doch den Fuß ein wenig vom Gas zu nehmen: "Sofern das Land und der Bund die richtigen Förderprogramme auflegen. Eine Kommune kann das Klima-Gesamtpaket nicht alleine stemmen."

Alle Kräfte müssen zusammenwirken

Dass Heilbronn das angestrebte Ziel der Klimaneutralität nicht ohne Unterstützung erreichen kann, ist Schmalzbauer bewusst: "Wir leben hier nicht auf einer Klima-Insel." Damit spricht die studierte Ökologin einen zentralen Punkt an: "Alle Kommunen in der Region, alle Unternehmen und die Bürgerschaft müssen eng zusammenwirken, denn es wird sich nichts ändern, solange die Zusammenhänge, wie dem Klimawandel begegnet werden kann, nicht verstanden werden." Alleingänge seien kontraproduktiv. Wichtig sei der gemeinsame Wille, Klimaneutralität in der Breite zu erreichen.

Energie-Agentur ist wieder besetzt

Gezielt erarbeitet die Stadtverwaltung derzeit Strukturen, um die einzelnen Klimaschutz-Einzelmaßnahmen aufeinander abzustimmen. Mit im Boot sitzen dabei der erst jüngst beschlossene 26-köpfige Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsbeirat, der erstmals Ende des zweiten Quartals tagen wird, und die seit Anfang des Jahres wieder besetzte Energie-Agentur in der Heilbronner Lohtorstraße.

Photovoltaik auf Dächern wird ausgebaut

Bei Photovoltaik ist nach den Worten von Bettina Schmalzbauer ein Drittel der Dachfläche städtischer Gebäude mit einer Leistung von aktuell 2500 Kilowattstunden belegt. Bis Ende des Jahres, Anfang 2023 sollen mit der Energeno und der Bürger-Energiegenossenschaft Heilbronn weitere 1600 Kilowattstunden hinzukommen. Vorangetrieben wird Schritt für Schritt auch die energieeffiziente Straßenbeleuchtung mit LED und die Errichtung von sogenannten Retentionstümpeln im Forst. Sie dienen insbesondere der Stabilisierung der Waldbestände bei zunehmender Trockenheit.

Klimaschutz-Masterplan gibt die Richtung vor

Im Bereich Nachhaltigkeit wurden seit der Verabschiedung des Klimaschutz-Masterplans 2021 schon einige Maßnahmen umgesetzt. Als Beispiele zählt Bettina Schmalzbauer die Förderung eines Mehrwegsystems in der Gastronomie und die Zertifizierung Heilbronns als Fairtrade Town Ende 2022. Ihr Fazit: "Es passiert in der Stadt schon einiges."

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