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Heilbronn

Neue Ausstellung in der Experimenta: Alles eine Frage des Geschmacks

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Die Sonderausstellung "Geschmacksfragen" der Experimenta dreht sich um Vorlieben der Besucher in den Bereichen Mode, Musik, Essen, Wohnen und Liebe. An 24 Stationen kann man selbst mitmachen - und bekommt am Ende eine Auswertung der eigenen Geschmacksentscheidungen.

von Annika Heffter
Unter den Besuchern der Sonderausstellung sind auch viele Kinder und Schulklassen.
Unter den Besuchern der Sonderausstellung sind auch viele Kinder und Schulklassen.  Foto: Kunz, Christiana

Pink, grün, blau, gelb - In leuchtenden Farben begrüßt die Sonderausstellung "Geschmacksfragen" der Heilbronner Experimenta ihre Besucher. An den Stationen zu den Themen Mode, Musik, Essen, Wohnen und Liebe stehen sowohl interaktive als auch Informations-Angebote bereit, durch die man den eigenen Geschmack auf die Probe stellen sowie Vergleiche anstellen und eventuelle Vorurteile ergründen kann.

Wie sieht das Essen am appetitlichsten aus?
Wie sieht das Essen am appetitlichsten aus?  Foto: Kunz, Christiana

Die eigens von der Experimenta konzipierte Ausstellung ist noch bis Januar 2023 in dem Heilbronner Science Center zu sehen. Danach soll sie weiterziehen - auch in andere Länder.

Wie ein buntes Einkaufszentrum der 80er-Jahre

Vor dem Eingang zu der Sonderausstellung bekommen Besucher eine Karte, auf der sie ihren echten oder einen erfundenen Namen plus Alter eingeben, oder einen Gastzugang erstellen können. An den Mitmach-Stationen scannt man die Karte und diese sammelt die Präferenzen der Besucher.

"Am Ende der Ausstellung bekommt man dann eine Auswertung über die persönlichen Geschmacksentscheidungen", erklärt Marc Friedrich von der Experimenta. Zusammen mit seiner Kollegin Laura Kuhn hat er die Ausstellung mitkonzipiert und gibt der Stimme einen Einblick.

Die Idee, berichtet er, sei, dass Besucher "eine Art Einkaufszentrum im Stil der bunten 80er-Jahre" betreten. Das Jahrzehnt hat die Experimenta ausgewählt, weil "das Design schon eine Geschmacksfrage an sich ist": zu bunt, zu schrill oder doch cool?

Was ist  das coolste Sneaker-Design?
Was ist das coolste Sneaker-Design?  Foto: Kunz, Christiana

Los geht es dann mit der Station Mode. Neben Infos zu den Fashion-Vorlieben der Vergangenheit und Gegenwart kann man hier unter anderem einen Sneaker nach den eigenen Vorstellungen designen. Er erscheint auf einem Bildschirm, an dem andere Besucher Likes vergeben können.

Aussehen, Kleidung und Vorurteile

An dieser Station gibt es auch ein Quiz: Man sieht verschiedene Menschen und muss nach Aussehen und Bekleidung raten, welchen Beruf sie ausüben oder welche Musik sie gerne hören. Am Ende erzählt die jeweilige Person, welche Antworten richtig sind. Es sei spannend, sagen Friedrich und Kuhn, zu reflektieren, warum man einem Menschen bestimmte Eigenschaften zuordnet und welche Vorurteile man eventuell hat.

An der Station Musik fällt sofort die Disko-Tanzfläche auf. Darauf können Besucher Beats und Melodien an- und ausschalten und miteinander kombinieren.

Wie sollte ein Teller ausgerichtet sein, damit das Essen gut aussieht?

An der Station Essen gibt es Informationen zu Trends und Nachhaltigkeit, aber auch interaktive Bereiche, an denen Besucher etwa entscheiden können, welche Präsentation ihres Essens ihnen am besten gefällt, zum Beispiel, wie der Teller ausgerichtet sein sollte. Wie bei anderen Stationen kann man hier auch vergleichen, was andere Besucher am schönsten fanden und wie einzigartig der eigene Geschmack ist. "Man kann vergleichen, aber es wird nicht bewertet. Es gibt nicht den einen Standard oder einen richtigen Geschmack", betont Kuhn.

Was ist die schönste Wohnzimmer-Einrichtung?
Was ist die schönste Wohnzimmer-Einrichtung?  Foto: Kunz, Christiana

Im Bereich Wohnen gibt es unter anderem ein Quiz zu Vorlieben und eine Reihe Stühle, aus denen man sein Lieblingsstück auswählen kann. Bei der Station Liebe stehen Telefone, über die man bewerten kann, welche der verschiedenen Stimmen besonders attraktiv klingt. Außerdem findet man dort ein Labyrinth zu Beziehungstypen und Geschichten zum Online-Dating.

Daten sollen auch freiwillig gespendet werden können

Die Ausstellung ist seit dem 27. Juni geöffnet - technisch läuft es an einzelnen Stellen noch nicht immer rund und zwei Angebote kommen in nächster Zeit erst noch dazu. Dennoch stehen genügend Stationen bereit, um ein bis zwei Stunden in den Räumen zu verbringen. Die Daten von der Karte und die Auswertung des eigenen Geschmacks am Ende der Ausstellung stehen nur den Besuchern selbst zur Verfügung.

Bald sollen die Daten anonymisiert und freiwillig auch gespendet werden können. Sie gehen dann an Forscher der Hochschule Heilbronn, der Bergischen Universität Wuppertal und des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik, die sich wissenschaftlich mit dem Phänomen Geschmack beschäftigen. Passend zur Ausstellung gibt es eine App, "Unite in Taste", in der man den eigenen Geschmack weiter erkunden kann.

Öffnungszeiten und Preise

Die Sonderausstellung kann bis Januar 2023 montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr und an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr besucht werden. Sie ist auch auf Englisch verfügbar und ist im Eintrittspreis der Experimenta enthalten. Wer nur die Sonderausstellung besuchen will, zahlt sieben Euro, ermäßigt vier Euro. Weitere Informationen unter www.experimenta.science.

 
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