Heilbronn
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Klaviere auf der Straße laden zum Spielen ein

David Bartetzko gestaltet für die Aktion "Spiel mich" der Heilbronner Bürgerstiftung ein Klavier. Vom 22. Juni bis 14. August wird es zusammen mit anderen Pianos in Heilbronn im öffentlichen Raum stehen und kann dann von jeder und jedem bespielt werden.

Von Stefanie Pfäffle
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Lesezeit 2 Min
Klaviere auf der Straße laden zum Spielen ein
David Bartetzko hat sich das Thema Wasser für sein Klavier überlegt und will das qualitativ hochwertig umsetzen. Foto: Stefanie Pfäffle  Foto: Pfäffle, Stefanie

Im Wohnzimmer von David Bartetzko steht seit Ende April ein Klavier. An sich ist das nichts Besonderes, aber der 39-jährige Familienvater hat das gute Stück bereits vollkommen auseinandergenommen, geschliffen, grundiert und ist mittendrin in der Bemalung. Denn dieses Instrument ist eines von acht, das bei der Aktion "Spiel mich! Heilbronn" der Heilbronner Bürgerstiftung vom 22. Juni bis 14. August im öffentlichen Raum stehen wird und zum Spielen einlädt. David Bartetzko ist in diesem Jahr der einzige Privatmann, der aus den mehr als 30 Bewerbungen ausgewählt wurde.

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Seine Kinder brachten ihn auf die Idee

Wirklich gerechnet hatte der Unterländer, der seit Ende 2020 wieder in Heilbronn lebt, nicht damit. "Aber es ist natürlich cool, wenn die ganze Mühe, die ich in das Konzept gesteckt habe, auch ankommt", freut er sich. Immer, wenn er mit Tochter Lina (4) im vergangenen Sommer zum Kindergarten gelaufen ist, haben sie auf ihrem Weg durch den Botanischen Obstgarten das dort aufgestellte bunte Klavier gesehen. "Die Kinder waren immer sehr begeistert, wollten darauf spielen oder zuhören, wenn es jemand anders tat", erzählt der Entwicklungsingenieur für die Automobilindustrie.

Langsam entwickelte sich die Idee, sich an der Aktion zu beteiligen. "Erst sollte es ganz simpel sein, aber dann habe ich mich ein bisschen reingesteigert und es wurde immer mehr", gibt er grinsend zu.

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Das ausgesuchte Thema ist Wasser, was für ihn gut zur Sommerhitze passt, quasi ein erfrischendes Instrument. Zusätzlich bewegen Bartetzko auch die zunehmende Wasserknappheit und der Umgang mit dem wertvollen Gut, das spielt ebenfalls in die Gestaltung mit ein. "Als ich beim Grundieren zig Mal die Rolle ausgewaschen habe, habe ich mir auch Gedanken gemacht, ob das jetzt so sinnvoll ist mit den zig Litern Wasser oder ob es besser wäre, immer wieder eine neue zu verwenden - auf die richtige Lösung bin ich aber nicht gekommen."

Kunst begleitet den Heilbronner schon sein Leben lang

Graffiti war sein Ding, die Buchstaben hat er später auch auf Leinwände gebannt, Flyer gestaltet und gezeichnet. Zwischendurch gab es die Überlegung, umzusatteln und Kommunikationsdesign zu studieren. "Aber ich bin dann doch lieber bei der Technik geblieben und behalte mir die Kunst als Hobby."

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Auf Holz und mit Acryl hat er aber noch nie gearbeitet, deswegen hat er sich extra mit einem Schreiner ausgetauscht. "Ich möchte ja schon was Hochwertiges abliefern, da soll die Farbe nicht gleich wieder abblättern." Allein schon, weil er das Klavier gerne behalten würde, wenn es den Sommer übersteht. "Ich habe jetzt mal ein bisschen geklimpert, das könnte ein neues Ziel sein", überlegt der 39-Jährige lächelnd. Bis dahin wird er allerdings noch viele Stunden mit der Ausgestaltung beschäftigt sein. Auch Lina und ihr Bruder Lukas (2) sollen sich verewigen. Wie, wird nicht verraten. "Das können die Leser dann suchen."

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