Heilbronn
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Daten werden fürs Gesundheitswesen immer wichtiger

Die Jahresveranstaltung des Forums Gesundheitsstandort Baden-Württemberg hat sich in der Heilbronner Harmonie mit der Datennutzung für Forschung und Patientenversorgung befasst.

Ulrike Plapp-Schirmer
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Lesezeit 2 Min
Daten werden fürs Gesundheitswesen immer wichtiger
Mit starkem Aufgebot an Politikern und Wissenschaftlern ist die Konferenz des Forums Gesundheitsstandort Baden-Württemberg in Heilbronn gestartet. Foto: Ralf Seidel  Foto: Seidel, Ralf

Die Nutzung von Gesundheitsdaten beim gleichzeitigem Schutz von Persönlichkeitsrechten war das zentrale Thema der Jahresveranstaltung des Forums Gesundheitsstandort Baden-Württemberg mit 300 Gästen in der Heilbronner Harmonie.

2018 gegründet, beschäftigen sich in diesem Forum rund 550 Akteure aus dem Gesundheitswesen mit drängenden Zukunftsfragen. Ein Thema erfordert besonders schnelles Handeln, so der Tenor der Tagung: die Neuregelung des Datenschutzes, der sich so, wie er aktuell ausgestaltet ist, als Hemmschuh für Forschung und Patientenversorgung, letztlich aber auch für die Wirtschaft erweist.

Landesregierung bringt sich stark ein

Welche zentrale Rolle das Thema "Datennutzung im Gesundheitswesen" für die Zukunft des Landes spielt, das zeigte das Aufgebot an Spitzenpolitikern, die sich an diesem Donnerstag aktiv in die Tagung mit einbrachten. Unter ihnen Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Krauth, Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und die Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, Ute Leidig.

Erklärter Wunsch aller ist "die bessere Nutzung von Daten für Gesundheitszwecke", so der Chef der Staatskanzlei, Florian Stegmann in Vertretung von Ministerpräsident Kretschmann.

Das Forum Gesundheitsstandort bezeichnete Stegmann als "eines der wichtigsten Arbeitsformate des Landes". Vom Bund fordert die Landesregierung aktuell die Erhebung, Speicherung und Verarbeitung von Gesundheitsdaten neu zu regeln, so dass deren Nutzung für Versorgung und Forschung verbessert werden könne. Stichwort: digitale Patientenakte. Sie wird in einem aktuellen Antrag als "Dreh- und Angelpunkt für die Datennutzung in der Gesundheitsversorgung" bezeichnet.

"Das Individuum schützen und seine Daten nutzen: Da wollen wir hin", sagte Florian Stegmann: "um allen Menschen bestmöglich zu helfen." Etwa durch die Zusammenführung von Daten bei vergleichbaren Krankheitsverläufen. Oder auch, um Forschungsergebnisse schneller in die Praxis umzusetzen.

Gesundheitsstandort Deutschland

Ein Blick in die USA zeigt, dass man dort beim Thema digitale Medizin schon sehr viel weiter ist. 250 Millionen Amerikaner verfügen über eine digitale Krankenakte. Arzttermine, Diagnosen, Röntgenbilder und vieles mehr können sie am Handy einsehen und weitergeben.

Vor diesem Hintergrund bezeichnete Dr. Erwin Böttinger vom Hasso-Plattner-Institut die Datennutzung als "entscheidendes Thema für die Zukunft des Gesundheitswesens" in Deutschland. Ähnlich wie im Finanzsektor, wo Online-Banking heute Standard sei, werde die digitalisierte Patientenversorgung kommen, die Frage sei nur wann und wie. Dabei stehe man weniger vor technischen als mehr "vor politischen, organisatorischen und gesellschaftlichen Herausforderungen". Ohne die Wirtschaft - von großen Konzernen bis zu kleinen Start-ups - gehe es nicht, so Böttinger.

Die Bürgerinnen und Bürger auf dem Weg in die digitale Zukunft mitnehmen, ihnen Skepsis und Ängste nehmen, aber auch die Mitarbeiter im Gesundheitswesen schulen - auch das sind Themen, mit denen sich das Forum Gesundheitsstandort Baden-Württemberg befasst.

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