Stuttgart
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NSU-Ausschuss will Umgang mit Beweismaterial klären

Der Umgang mit Beweismaterial stellt den NSU-Untersuchungsausschuss im Landtag vor schwierige Fragen.

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NSU-Ausschuss - Stuttgart
ARCHIV - Ein PKW, in dem ein potenzieller Zeuge zum Mord an der Polizistin Kiesewetter verbrannt war, steht am 16.09.2013 auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart-Bad Cannstatt (Baden-Württemberg). In seinen Sitzungen am 2., 9. und 13. März 2015 will sich der Untersuchungsausschuss "Rechtsterrorismus/NSU BW" des baden-württembergischen Landtags mit dem Fall einer angeblichen Selbstverbrennung befassen. Der im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt zu Tode gekommene Mann war ein potenzieller Zeuge zum Mord an Kieswetter. Der Mann sei kurz vor seiner Aussage bei der Polizei in seinem Auto verbrannt. Foto: Andreas Rosar/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

SPD-Obmann Nikolaos Sakellariou sagte am Mittwoch in Stuttgart, dass Asservate wohl eigentlich an die Staatsanwaltschaft gehen müssten. Diese hat das 2014 eingestellte Todesermittlungsverfahren zum früheren Neonazi und möglichen NSU-Zeugen Florian H. wieder aufgenommen. Der 21-Jährige starb 2013 in einem brennenden Wagen. Die Polizei geht davon aus, dass Florian Suizid begann. Die Familie bezweifelt das.

Florians Familie hatte aber im Ausschuss erklärt, kein Vertrauen mehr in die offiziellen Ermittlungsbehörden zu haben. Daher hatte sie Gegenstände an das Landtagsgremium übergeben und die Übergabe von elektronischen Datenträgern angekündigt, die der Ausschuss von unabhängigen Gutachtern untersuchen lassen will. Das Gremium kommt an diesem Donnerstag in nicht-öffentlicher Sitzung zusammen - auch, um über den weiteren Zeitplan der Ausschussarbeit zu beraten. Danach plant der Ausschussvorsitzende Wolfgang Drexler eine Pressekonferenz.

Florians Familie hatte den verbrannten Wagen vor der Verschrottung bewahrt und darin nach eigenen Angaben einige Gegenstände gefunden, die die Polizei offenbar übersehen hat. Darunter sind eine Pistole, eine Machete, ein Feuerzeug und ein seit langem vermisstes Schlüsselbund. Mittlerweile ist klar, dass es sich bei der Waffe um eine Luftpistole handelt. Florian soll gewusst haben, wer die Polizistin Michèle Kiesewetter im Jahr 2007 in Heilbronn getötet haben soll. Der Mord wird den Rechtsterroristen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) zugerechnet. dpa/lsw

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