Stuttgart
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NSU-Ausschuss setzt Arbeit mit Nachforschungen zur „NSS“ fort

Mit der Befragung eines früheren Bekannten des ehemaligen Neonazis Florian H. hat der NSU-Untersuchungsausschuss am Montag seine Arbeit fortgesetzt.

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NSU-Ausschuss - Stuttgart
Polizisten sichern und untersuchen den Tatort. In seinen Sitzungen will sich der Untersuchungsausschuss «Rechtsterrorismus/NSU BW» des baden-württembergischen Landtags mit dem Fall einer angeblichen Selbstverbrennung befassen. Der im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt zu Tode gekommene Mann war ein potenzieller Zeuge zum Mord an Kieswetter. Der Mann sei kurz vor seiner Aussage bei der Polizei in seinem Auto verbrannt. Foto: Andreas Rosar/dpa (zu dpa-Berichterstattung über den NSU-Auschuss vom 19.04.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Der Eppinger Florian H. war im Herbst 2013 in einem brennenden Wagen in Stuttgart gestorben. Zuvor hatte der junge Mann erklärt, er kenne die Mörder der Polizistin Michèle Kiesewetter. Zudem hatte er der Polizei von einer bis dahin unbekannten rechtsextremen „Neoschutzstaffel“ (NSS) berichtet. Der Ausschuss will nun Existenz und Bedeutung dieser Organisation klären.

Der frühere Bekannte von Florian, Andre H., beteuerte am Montag im Ausschuss, er habe damals nichts von einer NSS gehört, sondern davon erst später aus Medienberichten erfahren. Im Anschluss wollte der Ausschuss einen Mann mit Spitznamen „Matze“ befragen, der ebenfalls mit Florian in der rechtsextremen Szene unterwegs war und Mitglied der NSS gewesen sein soll. „Matze“ konnte erst im Zuge der Ausschussarbeit von den Ermittlern identifiziert werden.

Dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) werden neun Morde an Migranten und die Ermordung Kiesewetters 2007 in Heilbronn vorgeworfen. Der Landtagsausschuss arbeitet die Bezüge des NSU nach Baden-Württemberg und mögliches Behördenversagen im Südwesten auf. lsw

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