Heilbronn
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Kinder-Uni startet: Für die nächsten beiden Veranstaltungstage sind noch Plätze frei

Wie entsteht eigentlich eine Spiele-App? Mit dieser Frage startet das Semester der Kinder-Uni am Campus Sontheim.

Maike Skerstins
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Lesezeit 2 Min
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Eintauchen in die Welt der Informatik: Für die Kinder war es ein spannender Tag am Campus.  Foto: Berger, Mario

An drei Veranstaltungstagen dieses Jahr bekommen Kinder einen Einblick in spannende Wissenschaften. Die Uni ist eine Kooperation der Hochschule Heilbronn und der Heilbronner Stimme und wird seit 2004 angeboten. Das Angebot richtet sich an alle Acht- bis Zwölfjährigen.

An der Kinder-Uni haben 150 Kinder teilgenommen

Noch bevor die Tagesstudenten in die Welt der Informatik einsteigen, verteilt Professor Thomas Fankhauser Stecknadeln. Hinter ihm zwei Aufsteller mit jeweils 35 Luftballone. Die meisten davon sind gelb, nur ein paar wenige sind schwarz. „Die schwarzen Ballone sind die Bomben. Wer eine trifft, hat verloren“, sagt Fankhauser und bittet zwei Kinder auf die Bühne.

Dann wird es wild und laut. Gewonnen hat derjenige, der am schnellsten alle gelben Ballone kaputt macht, ohne eine der schwarzen Nieten zu erwischen. Es knallt an die 60 Mal. Der Professor schaut sich die gelben Fetzen am Boden an. Gleichstand. Aber ein Junge im Publikum will es genau wissen. „Wie sieht es mit einem Video-Beweis aus?“ und bringt damit die 150 Kinder zum Lachen und Jubeln.

Keine Angst davor Fragen zu stellen

Fankhauser, der Informatik an der Hochschule Heilbronn lehrt, hat jetzt die ganze Aufmerksamkeit. Das Spiel, das die Kinder gerade mit Luftballons gespielt haben, soll am Ende der Stunde auch digital spielbar sein. Auf geht’s. Fankhauser klappt sein Laptop auf und öffnet ein Grafik-Programm. Seinen Bildschirm teilt er über einen Projektor an der Wand, sodass ihn alle sehen können.

Und die Fragen reißen nicht ab. Noch bevor der Professor zum nächsten Punkt übergehen kann, streckt ein Junge: „Wie hört sich unser Spiel an?“ Auch das ist schnell eingebaut. Feierliche Tröten, wenn ein neuer Rekord erreicht wird und ein jammerndes Geräusch, wenn man eine der Bomben erwischt hat.

Eltern müssen draußen bleiben

Und das Spiel kann beginnen, welches die Eltern nur vor der Tür über Bildschirme verfolgen dürfen. Denn an der Kinder-Uni können sich keine Erwachsenen einschreiben. Genau das schafft die besondere Atmosphäre, in der die Kinder sich ganz auf die Themen und sich konzentrieren können.

„Es ist schön zu sehen, dass die Kinder keine Scheu haben, Fragen zu stellen. Ich hoffe, dass die Neugier bei den Kindern bleibt“, sagt Jonathan Kunz, Programm-Verantwortlicher von AIM (Akademie für Innovative Bildung und Management Heilbronn-Franken). Auch Thomas Fankhauser ist begeistert. „Ich fand es total verrückt und herausfordernd, weil das Publikum sehr kritisch und direkt ist. So viel Begeisterung sehe ich noch nicht einmal bei meinen Studierenden." 

Kaum ein Beruf ohne Informatik

Fankhauser betont, dass Informatik immer mit anderen Berufsgruppen gekoppelt ist. So sei auch der Beruf des Försters, den der zwölfjährige Niklas Schulz aus Sinsheim gerne erlernen möchte, eine Branche für Informatiker. Oder der Berufswunsch vom neunjährigen Lio Weyhmüller, der gerne Polizist oder Ingenieur werden möchte, kann für Informatiker interessant sein. Als eine Bereicherung empfindet seine Mutter die Kinder-Uni. Sie ermögliche den Kindern, über den Tellerrand zu schauen.

Berufswunsch von Kindern: Ein Rat vom Professor

Wenn es um den Berufswunsch geht, rät Thomas Fankhauser: „Wir sollten tatsächlich die veralteten Gedanken loswerden, dass Kinder einer Begabung folgen sollten. Sich darauf zu beschränken schließt andere Berufe aus.“ Mit einem Mythos möchte er dann auch noch aufräumen: „Keine Angst haben, denn Informatik hat wenig mit Schulmathe zu tun.“

Es sind noch Plätze für die Kinder-Uni frei

Für die nächsten beiden Veranstaltungen im Mai sind noch Plätze frei. Am 5. Mai geht es darum, wie Brücken gebaut werden und am 31. Mai werden Kinderfragen zum Thema Gentechnik beantwortet. Die Kinder-Uni findet jeweils von 15 bis 16 Uhr statt.

Eltern können ihre Kinder anmelden unter: www.aim-akademie.org oder per E-Mail an: teilnehmerservice@aim-akademie.org sowie unter der Telefonnummer 07131 390970. Für Lio, Niklas und seine Schwester Helen (10) steht fest: „Wir kommen wieder.“

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