Heilbronn
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Erster Heilbronner Astronomietag dreht sich um den Mond

Beim ersten Heilbronner Astronomietag in der Experimenta geht es unter anderem darum, warum der Mond sich bei einer Mondfinsternis rot färbt, wie er überhaupt entstanden ist und woher seine dunklen Flecken kommen.

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Erster Heilbronner Astronomietag dreht sich um den Mond
Tagsüber können Besucher auf der Dachterrasse der Experimenta die Sonne durch Teleskope mit unterschiedlichen Filtern beobachten.  Foto: Nico Kurth

Der Mond - eigentlich ist er "nur einen Katzensprung entfernt", erzählt Agata Rusek. "Würden wir mit Lichtgeschwindigkeit reisen, wären wir in 1,3 Sekunden da." Der Vortrag der Astronomie-Besucherbetreuerin der Experimenta zu Mondformationen ist Teil des ersten Heilbronner Astronomietags am Samstag (07.05.), organisiert von der Experimenta und der Robert-Mayer-Sternwarte.

Der Astronomietag dreht sich hauptsächlich um den Mond, "weil am 16. Mai eine totale Mondfinsternis stattfindet", sagt Stephan Fichtner, der Leiter der Experimenta-Sternwarte. Neben Vorträgen zur Entstehung des Mondes, zu Raumfahrtmissionen und der Frage, inwiefern sich Wasser auf dem Mond für solche Missionen nutzen ließe, gibt es an dem Tag unter anderem eine Spezialvorstellung im Science Dome der Experimenta.

Einschläge, Krater und Berge auf dem Mond

Erster Heilbronner Astronomietag dreht sich um den Mond
Vorführung im Science Dome. Nicht nur der Mond ist hier Thema, sondern auch ferne Galaxien und wie hier der Kugelsternhaufen Messier 13.  Foto: Jennifer Corinna, Robert-Mayer-Sternwarte

Über die Kuppel im Science Dome fliegen die Besucher den Himmelskörper an und sehen plastische Bilder, zum Beispiel von den "Alpen" auf dem Mond, denn die Bergformationen auf dem Erdtrabanten sind nach Gebirgen auf der Erde benannt.

Eindrücklich erzählen Emmerich Szabo von der Robert-Mayer-Sternwarte und Bastian Barton von der Experimenta, warum der Mond uns stets dieselbe Seite zeigt und wie sich vor langer Zeit riesige Einschlagsbecken mit Lava füllten, die dann zu den dunklen Flecken auf der Mondoberfläche erstarrte. Die beiden Experten zeigen außerdem den Frühlingssternenhimmel und ferne Galaxien in einer beeindruckenden Simulation.

 

Tagsüber gibt es Sonnenbeobachtungen

Weil der Astronomietag aber schon um 10 Uhr beginnt und der Mond sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht blicken lässt, bietet das Sternwarte-Team der Experimenta tagsüber verschiedene Möglichkeiten an, die Sonne zu beobachten.

Zwei Teleskope stehen auf der Dachterrasse des Science Centers für interessierte Besucher. "Ich sehe einen roten Ball", verkündet ein kleines Kind stolz seiner Mutter. "Das ist die Sonne", erklärt der Besucherbetreuer am Teleskop. Rot, fährt er fort, sei sie, weil das H-Alfa-Teleskop nur eine Spektrallinie des Lichtes durchlasse. Dadurch wird die Aktivität der Sonne besonders gut sichtbar und man könne sogenannte Protuberanzen sehr gut sehen. Das seien heftige Energieströme, quasi Explosionen am Rande der Sonne, die wie langgezogene Fäden aussehen.

Am anderen Teleskop und in der großen Beobachtungskuppel ist ein Weißlichtfilter eingebaut, der die Sonne in der Farbe erscheinen lässt, wie wir sie auch mit bloßem Auge erkennen. Durch diese Teleskope lassen sich besonders Sonnenflecken gut beobachten, also kleine dunkle Bereiche, an denen es um 1000 bis 1500 Grad kühler ist.

Lichtblitze zeugen von Einschlägen

Bei den Vorträgen tagsüber sind immer einige Besucher mit von der Partie und zeigen sich interessiert, sowohl die Erwachsenen als auch die Kinder. "Wenn die Krater auf dem Mond durch Einschläge entstehen, könnte man diese Einschläge auch beobachten?", fragt ein Besucher. "Ja, es werden zum Beispiel kleine Lichtblitze auf der dunklen Seite des Mondes beobachtet, wenn wir einen Meteoritenschauer haben. Das ist logisch, denn der Mond ist ja ganz in der Nähe. Und er hat keine Atmosphäre, dadurch schlägt dort alles ein", antwortet Stephan Fichtner.

Am Abend finden noch zwei Vorträge in der Robert-Mayer-Sternwarte statt, mit einem anschließenden Beobachtungsabend nach Eintritt der Dunkelheit. Hier tauschen sich einige Besucher über das Universum aus und schauen durch die beiden Teleskope in den leider etwas bewölkten Frühlingssternenhimmel. Der 13-jährige Martin und der sechsjährige Alex Smilyanov sind begeistert, wie nah der Mond durch die Teleskope erscheint. "Die Krater auf dem Mond sind gar nicht so gelb, wie sie auf Bildern aussehen", ist Alex erstaunt.

Totale Mondfinsternis

Bei der totalen Mondfinsternis am 16. Mai wandert der Mond auf seiner Laufbahn in den Schatten der Erde. Er kann von der Sonne nicht mehr direkt angestrahlt werden und erscheint rot. Das liegt daran, dass ihn trotz der Lage im Schatten der Erde noch langwelliges rotes Licht erreicht, das die Erdatmosphäre passiert hat. Deshalb wird er auch Blutmond genannt. Die Mondfinsternis zieht sich über mehrere Stunden, im Kernschatten der Erde steht der Mond komplett nur etwas mehr als eine Stunde. Die dunkelste Phase der Mondfinsternis ist in Deutschland nicht mehr zu sehen, da der Mond dann schon untergegangen ist. Die Robert-Mayer-Sternwarte bietet bei Interesse eine Beobachtung der Mondfinsternis an.

 
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