Wohin die Füße uns führen

Albsteig bis Berchtesgaden: Apps können viel, aber es geht unterwegs und für die große Übersicht nichts über einen Wanderführer in der Hand

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Christine Thürmer gilt als die Frau mit den meisten Wanderkilometern in den Beinen − mehr als 54?000 sind es mittlerweile. Die mehrfache Buchautorin war schon weltweit unterwegs und auch in Deutschland ist sie sämtliche Fernwanderwege gelaufen. Der schönste aber, sagte sie im Stimme-Interview, sei der Albsteig. Technisch einfach, sehr abwechslungsreich und versehen mit unvergleichlich schönen Ausblicken vom Albtrauf. Ausblicke gebe es zwar auch in den Alpen, dort aber verbunden mit oft schwierigen Anstiegen oder Geröllfeldern. 27 Etappen sind es von Donauwörth bis Tuttlingen auf dem "Hauptwanderweg 1", kurz HW 1 − und man muss sie natürlich nicht wie Christine Thürmer mit Zelt im Gepäck am Stück gehen. Viel besser ist es ohnehin, es beim Wandern zu halten wie Pippi Langstrumpf: Wir machen es so, wie es uns gefällt. Eine Hilfe im großen oder kleinen Rucksack ist in jedem Fall die neue Auflage von Renate Florls Wanderführer "Albsteig" (Rother, 200 Seiten, 16,90 Euro). Denn hier steckt alles drin, was man an Informationen braucht. Höhenprofile, Anreise, Tipps, Wirtschaften, Kartenausschnitte und GPS-Tracks.

Ebenso praktisch klein, handlich und doch detailliert ist − gleichfalls von Rother − "Berchtesgadener Land" (144 Seiten, 16,90 Euro). Allerdings geht es hier nicht ums Streckenwandern, sondern um einzelne Touren rund um das bezaubernde Fleckchen im äußersten Südosten Deutschlands: hoch hinauf aufs Watzmannhaus, rund um den Jenner oder zur Schellenberger Eishöhle im Untersberg. 51 Touren sind hier kurz und knackig beschrieben, eine Wanderkarte zum Herausnehmen liegt bei. Alternativ oder ergänzend eine Empfehlung: "Berchtesgadener Land und Steinernes Meer" (Kompass, 192 Seiten, 14,99 Euro). Auch hier liegt eine Karte bei, sind 55 Touren kompakt, aber mit allem, was man wissen muss, beschrieben − darunter einige schwarze Routen, sprich: schwere Bergwege. Ein Wanderführer für alle Ansprüche.

Ebenfalls bei Kompass erschienen ist die große Wanderkarte zum Berchtesgadener Land (Nr. 794; 11,99 Euro) − inklusive Königssee und Nationalpark Berchtesgaden. Alles andere als altmodisch übrigens, sondern eine optimale Absicherung unterwegs. Zwar lässt sich auch die Kompass-Karte mit einer App und damit digitalen Karte kombinieren. Aber wer das Papier in der Hand hat, ist weder auf Empfang noch einen vollen Akku angewiesen.

Bannwald und Bachgeplätscher − das ist das Motto bei der Tour durch den Rotenackerwald ins Enz- und Leudelsbachtal bei Markgröningen. Die zehn Kilometer lange Rundwanderung, die Katja Groll in ihrem Buch "Naturwege" (Ungeheuer + Ulmer Ludwigsburg, 248 Seiten, 14,90 Euro) beschreibt, lässt sich sogar mit einer kleinen Kanu-Tour auf der Enz verbinden. Insgesamt 20 Ausflüge stellt die Autorin vor − rund um Ludwigsburg und angelegt als Streifzug durch Jahreszeiten und Landschaften. Es geht zu Weinbergsteillagen, über Felder, an Badeseen, zu Flusslandschaften, und wer mag, schläft in der Hopfenburg in Münsingen eine Nacht im Schäferwagen. Die Touren sind mal angelegt als Spaziergang, mal als Wanderung oder Fahrradtour. Und im Winter kommt der Schlitten mit.

Kein Wanderführer, dafür bildreicher Ideengeber, der dennoch alle wichtigen Infos von Streckenlänge über Einkehr bis Anreise vereint, ist "Entdeckertouren Fränkische Schweiz" (Bruckmann, 192 Seiten, 19,99 Euro). 33 Wanderungen durch "nahezu unberührte Naturräume", wie Autor Bernhard Pabst schreibt. Ein Landschaftsraum geprägt von Felsgruppen, Wasserspielen, Höhlen und Felsüberhängen. Ebenso abwechslungsreich wirken die Routen: Mal eineinhalb, mal fünfeinhalb Stunden ist der Wanderer unterwegs, auch Pabst teilt seine Vorschläge in Schwierigkeitsstufen ein: leicht, mittel und anspruchsvoll. Ein durchweg sympathisch geschriebenes Buch, das Anregung sein will, aus jeder Tour ein ganz persönliches Natur-Erlebnis zu machen.

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Stefanie Sapara

Stefanie Sapara

Autorin

Stefanie Sapara ist seit 2008 bei der Heilbronner Stimme und Redakteurin im Ressort Leben und Freizeit. Sie kümmert sich im Wochenendmagazin "Freizeit" um den Reiseteil der Zeitung sowie um die Kinderstimme.

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