Durch Münchens Herz

Auch Städtetrips sind langsam wieder möglich: Wie wäre es mit Stadtwandern?

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Die Nord-Süd-Wanderung verläuft durch den Englischen Garten.

Wenn das Reisen so lange Traum statt Realität war, stehen Städtetrips womöglich nicht an erster Stelle, nun, wo wir langsam wieder unterwegs sein dürfen. Der Gedanke an volle Bahnen und Menschenmassen in Innenstädten mag abschrecken. Es lohnt aber, genau hinzusehen. Nach München zum Beispiel.

Die bayerische Hauptstadt betrauert auch in diesem Jahr eine abgesagte Wies"n und damit hohe wirtschaftliche Verluste. Doch bayerische Gemütlichkeit mit Großstadtgefühl und Biergarten, die gibt es für den Besucher dennoch. Und allzu viel Bahnfahren ist da gar nicht nötig. Bekanntlich lernt man eine Stadt ohnehin kaum besser kennen als zu Fuß − oder auf dem Rad. Stadtwandern nennt sich, was München Tourismus jüngst auf die Beine gestellt hat, um auch in diesen noch ungewissen Zeiten Menschen für einen Städtebesuch zu begeistern. Zwar sind auch in München viele kulturelle Angebote wie Kunstgalerien und Museen wieder geöffnet. Aber das große Motto lautet: München draußen erleben.

Zwei Routen

Auf zwei Routen lässt sich die Stadt − mit Karte in der Hand oder der Touren-App Komoot − erlaufen. Die Nord-Süd-Route etwa ist 21 Kilometer lang und verläuft von der BMW-Welt auf Höhe des Olympiaparks über die Innenstadt bis zum Biergarten am Hinterbrühler See, kurz hinterm Tierpark Hellabrunn im Münchner Süden. Wer mag, geht die gesamte Tour an einem Tag. Sie lässt sich aber ebenso gut in drei Teilstrecken aufteilen und ganz gemütlich angehen. Oder man steigt für ein paar Kilometer aufs Fahrrad um, wie Frauke Rothschuh von München Tourismus empfiehlt. "Gerade entlang der Isar ist das wunderschön." Mieträder der Münchner Verkehrs Gesellschaft MVG seien überall in der Stadt verteilt. Und nicht nur an der Isar ist die Stadt grün − der Weg gen Süden führt auch durch den herrlichen Englischen Garten, heute einer der größten Stadtparks der Welt. Dazwischen: große Boulevards, weltbekannte Museen und viel Architektur und Geschichte.

Bis zum Schloss Nymphenburg

Auch von Ost nach West lässt sich dieses Potpourri erleben. Nicht selten heißt es, München sei ein Dorf − mit Blick darauf, dass sich die meisten Sehenswürdigkeiten tatsächlich zu Fuß erschließen lassen, stimmt das allemal! Auf zwölf Kilometern − diese Wanderung können Besucher ebenfalls in kleinere Etappen aufsplitten − geht es bei der zweiten Tour vom Prinzregentenplatz in Bogenhausen bis zum Schloss Nymphenburg.

Auch in dieser Route steckt viel grünes München, und wer das Stadtwander-Paket (siehe Info) gebucht hat, darf im Englischen Garten sogar auf den Chinesischen Turm. Eine echte Besonderheit, denn wer nicht gerade Mitglied der Blaskapelle ist, die für die Biergartenbesucher am Turm aufspielt, hat hier keinen Zutritt. Der Ausblick von oben über Park und Biergarten ist großartig. Danach ein kaltes Bier und eine herzhafte Brotzeit. Beides funktioniert an vielen Orten dieser Welt. An manchen macht es aber besonders viel Freude. München gehört definitiv dazu. Wenn dann noch der Himmel weiß-blau lacht, ist die Welt doch für den Moment schon fast wieder ganz in Ordnung.

Weitere Infos zu Angeboten und Führungen: www.einfach-muenchen.de Stadtwander-Reisepaket:

Für die Ost-West-Tour ist ein Pauschalangebot buchbar, mit unter anderem zwei Übernachtungen im 5-Sterne-Hotel München Palace, Fahrradverleih, Picknickdecke und Besichtigung des Chinesischen Turms, mit exklusivem Turmaufstieg. Ebenfalls eingeschlossen sind 3 Tage München Card. Drei Tage kosten ab 315 Euro pro Person.

Durch Münchens Herz

Mitten in München: der berühmte Eisbach.

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Blick vom Olympiaberg auf den Olympiapark.

Durch Münchens Herz
Durch Münchens Herz

Man muss es der Stadt lassen: Mit Münchens Panorama ist nicht so leicht zu konkurrieren. Fotos: München Tourismus/Rudolf Sterflinger, Anita Brechbühl, D. Verstl, Sigi Müller


Stefanie Sapara

Stefanie Sapara

Autorin

Stefanie Sapara ist seit 2008 bei der Heilbronner Stimme und Redakteurin im Ressort Leben und Freizeit. Sie kümmert sich im Wochenendmagazin "Freizeit" um den Reiseteil der Zeitung sowie um die Kinderstimme.

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