Unterwegs im Kalten Feld: Coole Tour für heiße Tage

Region  Schmale Pfade, viel Schatten: Das Kalte Feld bei Schwäbisch Gmünd ist perfekt für eine Sommerwanderung.

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Wie das duftet! Das Bauernbrot kann sein heißes Ofennest nicht länger verlassen haben als wir unser warmes Bett. Und der Salzkuchen ist auch eben fertig geworden. Yes! Damit ist für das Vesper nachher auf der Wanderung gesorgt. Der Einkaufsstop in Hinterlintal zwischen Fichtenberg und Schwäbisch Gmünd ist also wieder ein voller Erfolg. Wir sind nämlich Wiederholungstäter. Wer's selbst ausprobieren möchte: Auf den Aufsteller am Straßenrand achten! Immer samstags ab 10 Uhr wird der kleine Bauernladen direkt an der B298 zum Backhaus.

Von hier aus ist es auch nicht mehr weit bis zum Start der Wanderung. Nur noch hinab nach Schwäbisch Gmünd ins Remstal. Und dann wieder hinauf. Oben, gleich hinter der Kuppe zwischen Hornberg und Bernhardus, liegt der Wanderparkplatz Furtlepass, 630 Meter hoch. Einen herrlichem Ausblick gibt es gleich beim Aussteigen - was will man mehr. Aber keine Bange: Zu Fuß geht es noch weiter nach oben. Und hinab. Und wieder hinauf. So ist das hier. Und das bei einem angekündigten heißen Sommertag.

Gut, dass der "Kaltes Feld Weg" eine ausgesprochene Schönwetter-Tour ist: mit mehreren Rast- und Grillmöglichkeiten unterwegs und: sehr viel Schatten. Wer schon mal bei feuchter Witterung über den schweren Boden hier am Rand der Ostalb gematscht und über die glatten Kalksteine gerutscht ist, wählt gerne beim nächsten Mal das Schwitzen bei Hitze und Sonnenschein.

Mampfende Ziegen

Doch noch atmet der Wald die Kühle der Nacht und es geht leichtfüßig auf federndem Boden parallel zum Hang entlang. Immer steiler fällt der ab, gleich rechts vom Weg. Bis es dort nur noch tiefes Nichts zu geben scheint. Irgendwo da unten, den vorsichtigen Spähversuchen über die Kante hinab entzogen, entspringt die Lauter. Und unten im Tal, klein wie die Häuser einer Modelleisenbahnanlage, schmiegt sich Degenfeld zwischen die bewaldeten Berghänge. Das Herz sagt herrlich! Und macht einen freudigen Hüpfer vor Glück. Die grasenden Ziegen beeindruckt all das nicht. Sie haben nur Augen für die Wiesenblumen und das hohe Gras, durch das sie sich mampfen und das den Wald allmählich ablöst.

Immer mehr Wacholderbüsche recken sich statt Buche und Eiche dem Himmel entgegen. Man hört den Wechsel zur Heidelandschaft am Summen und Zwitschern. Und man fühlt ihn, denn nun wird es merklich wärmer. So windet sich der Pfad in zahllosen Schleifen und immer steiler nach Degenfeld hinunter. Dort steht - als hätten die Wegplaner geahnt, dass nun der Geruch vom Salzkuchen und vom Brot gar zu unwiderstehlich wird - ein Bänklein im Schatten eines Baumes - wie gemacht für den Festschmaus am Ende der ersten Etappe.

Durchs Death Valley

Im Ort brennt die spätmorgendliche Sonne bereits kräftig auf dem Straßenasphalt. Die Querung zur anderen Talseite - sie kann schon wenig später zur Hitzeschlacht werden. Dann ist Degenfeld das Death Valley an der Lauter. Also nichts wie hinein in den Wald, der nach fünfzehn Minuten erreicht ist. Der nun folgende Anstieg ist nach dieser Hitzeschlacht allerdings nicht das, wonach sich der Körper sehnt. Galgenberg! Da ist die Plackerei ja schon Namensbestandteil.

Aber dafür beginnt jetzt der Rückweg. Denn nun geht es in entgegengesetzter Laufrichtung wie bisher wieder nach Norden, zum Kalten Feld. Der Weg führt oberhalb der großen Skisprungschanzen vorbei, die schon beim Herweg vom Hornberg aus zu sehen waren. Aber anstatt auf dem unerträglich heißen Schotterweg zur vorgesehenen Rast zu führen, biegt die Tour einmal mehr ab auf einen schmalen Pfad und versteckt die Wanderer unter einem grünen Dach aus Ahorn- und Eschenblättern vor der Sommersonne. An einem Tag wie diesem, kann man gar nicht anders, als den "Kaltes Feld Weg" sehr, sehr lieb zu haben.

So viel Rasten kann man gar nicht

So gelangen wir schließlich in den Wald der krummen Bäume. Der Name ist nicht offiziell. Trifft es aber auf den Punkt. Denn hier scheinen andere Wachstumsregeln zu gelten als üblich. Schräg oder gebogen wie ein Bogen, nur nicht kerzengerade, beugen sich die Bäume links und rechts und über den Weg, der so fast zum Laubengang wird. Da hüpft das Herz schon wieder!

Eine Freude für die Beine gibt es direkt im Anschluss: das Franz-Keller-Haus vom Schwäbischen Albverein. Es liegt inmitten einer weitläufigen Wiese, verstreut hat es Bänke, Tische, mehrere Grillstellen, und Bewirtung gibt es auch. 781 Meter über normal Null. Der höchste Punkt der Wanderung. Ein perfekter Ort für eine ausgiebige Rast. An die sich - sofern der Appetit mitspielt - wenige Hundert Meter später Kaffee und Kuchen im Knörzerhaus anschließen lassen. Am Segelflugplatz Hornberg vorbei und schon fast wieder am Furtlepass angelangt, folgt eine letzte Rastmöglichkeit: die Grillstelle des Freizeitclubs Degenfeld mit Sonnenliege und herrlichem Blick auf weite Teile der zurückgelegten Tour. Die veranschlagten fünf Stunden - sie lassen sich problemlos verdoppeln.

Infos zur Tour:

Länge: 15 km

Dauer: 5 Stunden

Höhenmeter: 440 auf, 440 ab

Tourbeschreibung: etwa bei Outdooractive unter "Kaltes Feld Weg". Der "SG3" ist sehr gut ausgeschildert und durch eine blaue, querliegende 8 gekennzeichnet.

Anreise: Ab Heilbronn: 90 km, 100 Minuten, über Murrhardt, Gschwend, Hinterlintal, Schwäbisch Gmünd bis Furtlepass (dort Wanderparkplatz)

 

Coole Tour für heiße Tage - Thema des Monats Unterwegs in die Heimat
Coole Tour für heiße Tage - Thema des Monats Unterwegs in die Heimat

Höchster Punkt der Tour: das Franz-Keller-Haus vom Schwäbischen Albverein. Es gibt Außengastronomie, aber auch mehrere Grillstellen ringsum.

Coole Tour für heiße Tage - Thema des Monats Unterwegs in die Heimat

Höchster Punkt der Tour: das Franz-Keller-Haus vom Schwäbischen Albverein. Es gibt Außengastronomie, aber auch mehrere Grillstellen ringsum.

Coole Tour für heiße Tage - Thema des Monats Unterwegs in die Heimat

Wald der krummen Bäume (links): Kurz vor dem Franz-Keller-Haus führt der Weg durch einen skurrilen Wald. Zuvor geht es steil bergauf.

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Andreas Tschürtz

Andreas Tschürtz

Autor

Andreas Tschürtz ist Kinder- und Jugendredakteur im Ressort Leben und Freizeit. Er ist verantwortlich für die Projekte Zeitung im Kindergarten (Ziki) und Zeitung in der Grundschule (Zig).

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