Vernunft-SUV für Familien

Mercedes erweitert seine Palette um den eher hemdsärmeligen GLB

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Vernunft-SUV für Familien

GLA, GLC, GLE, GLS. Und jetzt auch noch der GLB. Da kommt unweigerlich die Frage auf: Braucht es dieses weitere SUV-Modell wirklich? Für Robert Lesnik ist das natürlich kein Thema, schon allein wegen der optischen Eigenständigkeit des 4,63 Meter langen und mit bis zu sieben Sitzen lieferbaren Neulings. "Für einen Siebensitzer ist der GLB relativ kurz", erläutert der Exterieur-Designer bei der Fahrzeug-Präsentation vor Journalisten. Das liege unter anderem daran, weil man beim GLB ein Box-Konzept verfolge. So besitzt der mindestens 37?746,80 Euro teure Fünftürer diverse für Mercedes eher ungewöhnliche Design-Kniffe. "Die Dachreling liegt zum Beispiel nicht auf", sagt Lesnik. "Das verstärkt den Eindruck von Höhe."

Ein Knick in der Seitenlinie an den hinteren Türen verkürze das Auto optisch, auch massive Säulen, ein Dachspoiler sowie die extrem runde Heckscheibe sollen den Body betonen. Robert Lesnik: "Die aufrechte A-Säule und die hohe Frontpartie sind ebenfalls speziell für den GLB." Wem die kantige G-Klasse oder der üppige GLS gefallen, der dürfte vermutlich auch den hemdsärmeligen GLB mögen. Bei anderen Betrachtern wird dieser Look aber höchstwahrscheinlich polarisieren.

Im Innenraum ist technisch-kühle Modernität angesagt. Im besten Fall sind dann zwei jeweils 10,25 Zoll große, hochauflösende Displays verbaut, die durchgehend unter einer Scheibe zusammengefasst werden. Über diese Anzeigen werden Fahrzeug- und Infotainmentfunktionen abgerufen, selbstverständlich ist das System immer online und verfügt über eine intelligente Spracherkennung.

Für gute Lesbarkeit der angezeigten Informationen sorgt eine sogenannte Shutterfolie − störende Spiegelungen sollen damit ausbleiben, denn auf eine schattenspendende Hutze hat man wie schon in A- und B-Klasse verzichtet.

Lüftungsdüsen im Turbinenlook, Alu-Pedale, Dekor-Elemente mit gefrästen Oberflächen und eine Bedieneinheit samt Touchpad sind ebenso an Bord wie beinahe obligatorische Mercedes-Eigenheiten, unter anderem die elektrische Sitzverstellung an den Türen und ein Gangwahlhebel am Lenkrad. Selbiges verfügt über einen weiten Einstellbereich und ist mit diversen Knöpfen zur einfacheren Bedienung versehen.

Dank seines langen Radstandes von knapp 2,83 Metern soll der technisch auf den Kompaktmodellen basierende GLB vor allem Familien ansprechen, die einen erhöhten Platzbedarf haben, gleichzeitig aber nicht mit einem (extrem teuren) Fünf-Meter-Schiff wie dem GLS durch die Gegend fahren wollen. Und in den Kofferraum passt ein Maximalvolumen von rund 1800 Litern, das sollte im Alltag eigentlich immer ausreichen. "Der neue GLB ist ein vollwertiges Familienauto", sagt Drummond Jacoy, Direktor Fahrzeugentwicklung bei Mercedes-AMG. "Mit ihm haben wir nun insgesamt acht Modelle im Kompaktsegment im Angebot."

Zum Marktstart bietet Mercedes den GLB mit drei Dieselmotoren an. Die Vierzylinder leisten 116, 150 und 190 PS, sind mit Achtgang-Automatik und wahlweise Front- oder Allradantrieb (samt Offroad-Programm) ausgerüstet. Bei den Benzinern setzt der Hersteller ebenfalls auf die Kraft der vier Zylinder, die Leistungsspanne reicht hier von 163 bis 224 PS, dazu kommt eine 35er-AMG-Version mit 306 PS (Verbräuche: 4,8 bis 7,6 Liter, CO2-Emission: 125 bis 173 g/km). Mit den vertikalen Lamellen an der Front, bis zu 21 Zoll großen Rädern und markanten Endrohren macht die AMG-Variante auf sich aufmerksam. "Außerdem haben wir alle radführenden Komponenten modifiziert", sagt Drummond Jacoy. Ziel: höchstmögliche Agilität.

Fünf Fahr-Modi und Sportsitze sind serienmäßig beim AMG. Das ist nice to have − und trotzdem wirkt der Sportdress in diesem eher auf Vernunft und Alltagstauglichkeit getrimmten Auto fast ein bisschen deplatziert. Gut, dass Mercedes in Sachen Antrieb zeitnah noch nachlegen will − mit einer batterieelektrischen Ausführung.

Vernunft-SUV für Familien
Vernunft-SUV für Familien

Alexander Rülke

Alexander Rülke

Stv. Ressortleiter Leben und Freizeit

Alexander Rülke ist im Ressort Leben und Freizeit für die Sonderveröffentlichungen des Medienunternehmens zuständig. Dazu gehören unter anderem das Wochenendmagazin Freizeit sowie die Autostimme. Der gebürtige Heilbronner interessiert sich für alle Neuigkeiten auf vier Rädern und ist in der Redaktion zudem Ansprechpartner für Themen rund um Heavy Metal.

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