Der Rucksack im Wandel der Zeit

ANZEIGE  Rucksäcke und ihre Vorläufer begleiten den Menschen schon seit der Jäger- und Sammlerzeit. Die lange Geschichte des praktischen Utensils beginnt mit einfachen Tragegestellen und bringt aktuell High-Tech-Modelle für Bergexpeditionen und edle Designerstücke gleichermaßen hervor. Ein Rückblick auf die Entwicklung des Rucksacks.

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Lässiger Begleiter in allen Lebenslagen: der Rucksack von heute. © jolopes - Fotolia.com

Schon Ötzi wanderte mit einer Art Rucksack über die Alpen. Seine Kraxe, ein Tragegestell aus Holz, ist heute im Archäologiemuseum in Bozen zu bewundern. Heute reicht die Bandbreite der praktischen Tragehilfen vom Wanderrucksack über den Laptoprucksack bis zum modischen Rucksack von Picard. Wer den Rucksack erfunden hat, ist nicht überliefert. Aber sein Werdegang zum Allround-Transportmittel lässt sich nachvollziehen.

Von Ötzis Tragegestell zum Militärtornister

Die Geburtsstunde des Rucksacks, wie wir ihn kennen, datieren Historiker auf die Mitte des 17. Jahrhunderts. Damals wurde der Tornister Bestandteil der Ausrüstung von Soldaten, um auf Märschen die Verpflegung, Munition, Wechselwäsche und Lagerutensilien zu transportieren. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde das soldatische Transportwerkzeug in punkto Komfort, Zweckmäßigkeit und Haltbarkeit immer weiter verbessert. Für die bessere Lastenverteilung kam der Brustriemen hinzu und das unflexible Holzgestell wich weicheren, leichteren Verstärkungen. Riemen, Schnallen und Außenfächer machten das geordnete Packen leichter.

Die 70er: Tarnrucksäcke der Friedensbewegung

Richtig spannend wird die Rucksackgeschichte in der jüngeren Vergangenheit. Die Tragetasche wurde für politische Statements verwendet und von der Modewelt entdeckt. Ende der 60er Jahre kleideten sich die Protestanten gegen den Vietnamkrieg wie Militärs. Die olivgrünen Soldatenrucksäcke gehörten mit Friedenssymbolen verziert zum Look der pazifistischen Bewegung der 70er Jahre. Der italienische Modeschöpfer Gianni Versace machte den Military Look auf den Laufstegen salonfähig.

Funktion statt Protest: die 80er

Ab den 80er Jahren stand wieder die Funktionalität des Rucksacks im Vordergrund. Sportrucksäcke waren nicht nur beim Wandern in den Bergen, beim Skateboard fahren und  überhaupt bei körperlichen Aktivitäten dabei, sondern gehörten auch im Großstadtdschungel zum Alltagsbild. Sportive Rucksäcke in allen Lebenslagen zu tragen, wurde Trend.

Praktischer Modeartikel in den 90ern und ab 2000

In den 90er Jahren stieg der Rucksack schließlich zu dem auf, was er bis heute ist: Universaltransportmittel und Fashion-Piece. Besonders Kinder und Jugendliche gingen ohne coolen Markenrucksack  nicht mehr aus dem Haus und der Ranzen wurde vom Eastpak verdrängt. Im Folgejahrzehnt etablierten sich in der Businesswelt der Laptop-Rucksack und viele weitere Formen des modischen und zugleich praktischen Accessoires wie der Bodybag. Heute haben Top-Designer den Rucksack ebenso im Programm wie Sportartikelhersteller.

 


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