Versuchte Sprengung eines Geldautomaten - Tatverdächtiger wird bei Festnahme erschossen

Erligheim/Ludwigsburg  Ein Tatverdächtiger ist in der Nacht auf Donnerstag bei einem Zugriff der Polizei in Erligheim ums Leben gekommen. Der Mann soll gemeinsam mit einem Komplizen eine Geldautomatensprengung in einer Bankfiliale vorbereitet haben. Ob ein Zusammenhang zu jüngsten Sprengungen im Landkreis Heilbronn besteht, wird geprüft.

Von unserer Redaktion
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In dieser Bankfiliale versuchten die Täter einen Geldautomaten zu sprengen. Foto: Adrian Hoffmann

Im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens der Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg wegen einer Reihe von Geldautomatensprengungen kam es am frühen Donnerstagmorgen gegen 1.55 Uhr zu einem polizeilichen Schusswaffengebrauch gegen einen der beiden Tatverdächtigen in einer SB-Bankfiliale in der Bönnigheimer Straße in Erligheim (Landkreis Ludwigsburg).

Tatverdächtiger soll mit Schraubendreher auf Polizisten losgegangen sein

Nach bisherigen Erkenntnissen setzten die beiden Tatverdächtigen zur Sprengung eines Geldautomaten an. Bei dem daraufhin erfolgten Zugriff durch ein Mobiles Einsatzkommando soll der sich im Bankvorraum aufhaltende Tatverdächtige mit einem langen Schraubendreher auf die Beamten losgegangen sein. Daraufhin sei es zu einem Schusswaffengebrauch gekommen, bei dem der Tatverdächtige getroffen wurde, wie die zuständige Staatsanwaltschaft Heilbronn und das Polizeipräsidium Ludwigsburg am Donnerstag gemeinsam mitteilten.

Nachfragen zum Schusswaffengebrauch beantwortete die Polizei mit Verweis auf laufende Ermittlungen am Donnerstag nicht – weder die Frage, wie viele Schüsse fielen, noch die Frage, ob nur ein Polizist schoss oder mehrere.

Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen verstarb der Mann noch vor Ort. Der zweite Tatverdächtige versuchte zunächst zu flüchten, konnte aber durch die eingesetzten Beamten in unmittelbarer Tatortnähe vorläufig festgenommen werden.

Ermittler prüfen Tatzusammenhänge

Bankautomaten waren zuletzt auch im Landkreis Heilbronn gesprengt worden - zum einen Ende Oktober in Lehrensteinsfeld, zum anderen Anfang September in Brackenheim-Meimsheim. Ob für diese Taten auch die Tatverdächtigen aus Erligheim verantwortlich sind, wird nach Angaben der Ludwigsburger Polizei geprüft. "Es ist nicht ausgeschlossen", sagt Polizeisprecherin Yvonne Schächtele auf Stimme-Nachfrage. Die Ermittlungen dauerten derzeit noch an.