Entwarnung nach Räumung des Paketverteilzentrums in Leimen

Leimen  Hinter den explosiven Postsendungen, die in den vergangenen Tagen an Unternehmen aus der Lebensmittelbranche adressiert waren, vermuten die Ermittler einen Serientäter. In einem Verteilzentrum in Leimen tauchte ein weiteres verdächtiges Paket auf - inzwischen gab die Polizei aber Entwarnung.

Von dpa und unserer Redaktion
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UPDATE, Samstag, 20. Februar, 16:30 Uhr: Im Fall der drei an Lebensmittelunternehmen versendeten Postsendungen haben die Behörden die Festnahme eines Tatverdächtigen verkündet.

Ein Polizeibeamter hält vor einem Logistikzentrum in Leimen (Rhein-Neckar-Kreis) ein Paket in den Händen. Foto: dpa

Wegen eines verdächtigen Pakets ist ein Paketverteilzentrum in Leimen (Rhein-Neckar-Kreis) geräumt worden. Es seien mehrere Streifen vor Ort, das Gebiet sei abgesperrt worden, sagte ein Sprecher der Mannheimer Polizei am Samstagvormittag. Nähere Informationen zu dem Paket gab es zunächst nicht - auch nicht zu der Frage, ob möglicherweise ein Zusammenhang mit den drei zuletzt an Lebensmittelfirmen im Südwesten und in Bayern versendeten explosiven Postsendungen besteht. 

Am frühen Samstagnachmittag konnte die Polizei aber Entwarnung geben: „Das Paket wurde von den Spezialisten des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg geöffnet. Hierbei wurde kein sprengstoffverdächtiger Inhalt festgestellt“, teilte die Polizei mit. Das Paket sei zuvor durch eine Verfärbung der Hülle aufgefallen. Wieso es zu dieser Verfärbung gekommen war, war zunächst nicht klar.

Ein Zusammenhang mit den drei zuletzt an Lebensmittelfirmen im Südwesten und in Bayern versendeten explosiven Postsendungen könne nach „Einschätzung der Ermittler ausgeschlossen werden“.

Am Dienstagmorgen war die erste Postsendung bei den Wild-Werken in Eppelheim bei Heidelberg explodiert. Ein Mitarbeiter erlitt ein Knalltrauma. Am Mittwochmittag um 14.50 Uhr dann die Explosion eines kleinen Päckchens in der Lidl-Deutschland-Verwaltung in der Rötelstraße in Neckarsulm. Zwei Mitarbeiter aus der Poststelle und eine hinzugekommen Frau wurden verletzt, zwei von ihnen leicht und einer der Mitarbeiter mittelschwer. In der Nacht auf Donnerstag verhinderten die Ermittler einen weiteren Anschlag und entschärften einen Sprengsatz, der an den Babynahrungshersteller Hipp adressiert war.

Womöglich gingen die explosiven Postsendungen von dieser Filiale aus auf die Reise. Foto: Adrian Hoffmann

In einer Postfiliale in Ulm - wenige Hundert Meter vom Münster entfernt - sollen die Briefbomben nach Stimme-Informationen aufgegeben worden sein. Man gebe dazu aber keine Auskunft, sagte ein Mitarbeiter in der Filiale am Samstag.

Der Entschärferdienst des Landeskriminalamtes sei standardmäßig verständigt worden, man ermittele in alle Richtungen, sagte der Polizeisprecher am Samstagmorgen zum Fall in Leimen. Man sei momentan extrem sensibel, Sicherheit habe oberste Priorität.