Falsche Paketankündigung: Polizei warnt vor betrügerischen SMS-Nachrichten

Region  Betrüger versuchen derzeit, Schadsoftware auf Smartphones zu installieren. Dazu verschicken sie SMS-Nachrichten mit falschen Sendungsankündigungen. Die Polizei hat dazu eine Reihe von Tipps veröffentlicht.

Von unserer Redaktion
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Bei mehreren Polizeipräsidien in der Region, darunter das Präsidium in Ludwigsburg und Aalen, häufen sich derzeit Anrufe von Handy-Nutzern, die ominöse SMS-Nachrichten erhalten. Die Nachricht informiert über die anstehende Zustellung einer Paketsendung oder über aufgetretene Probleme beim Versand und enthält einen oder mehrere Links zur angeblichen Sendungsverfolgung oder zum Erhalt weiterer Informationen.

Dabei handelt es sich um eine Masche von Cyberkriminellen. Sie generieren SMS-Nachrichten wie "Ihr Paket wurde verschickt. Bitte überprüfen und akzeptieren Sie es". Es kursieren aber auch zahlreiche andere Textvarianten. Die Aktivierung eines angebotenen Links kann dabei zur unbemerkten Installation von Schadsoftware führen.

Keine Links öffnen

Alle SMS enthalten einen Link, der aber von denen gängiger Paketdienstleister abweicht und der zu offenbar von Betrügern kompromittierten Seiten führt. Die Polizei rät daher:

  • Klicken Sie auf keinen Fall auf Links, die Ihnen von unbekannter
    Seite und unerwartet zugestellt werden. Sollten Sie den Absender tatsächlich kennen, fragen Sie auf alternativem Wege nach, was sich hinter dem Link verbirgt und ob der Versand beabsichtigt war.
  • Bestätigen Sie keine Installationen von fremden Apps auf Ihrem 
    Smartphone. Besonders gefährdet sind hier Android-Geräte, da auf ihnen bei entsprechender Einstellung auch Apps installiert werden können, die nicht im Google Play Store zu finden sind - also auch schädliche Apps. Deaktivieren Sie daher bei Android-Geräten die Möglichkeit, unbekannte Apps zu installieren. Suchen Sie dazu unter "Einstellungen" nach "Unbekannte Apps installieren" und entfernen Sie dort die entsprechenden Berechtigungen.
  • iPhone-Besitzern wird empfohlen, ein Update des Betriebssysstems iOS auf die Version 14.4.2 durchzuführen. Durch eine aktuell bestehende Sicherheitslücke im WebKit besteht die Gefahr, dass über einen manipulierten Link Apple-Geräte kompromittiert werden können.
  • Richten Sie bei Ihrem Mobilfunkanbieter eine Drittanbietersperre
    ein, um weitere Kosten zu vermeiden. Diese Sperren können kostenlos gebucht werden.
  • Sperren Sie die Rufnummer, von der die SMS versendet wurde.
  • Löschen Sie die fragliche SMS. 

Was tun, wenn Sie dem Link gefolgt sind?

Wenn Sie bereits auf einen solchen Link geklickt, Schadsoftware installiert haben und die SMS nun massenhaft bekommen oder sogar selbst versenden, rät die Polizei:

  • Schalten Sie Ihr Smartphone in den Flugmodus. 
  • Informieren Sie Ihren Mobilfunkprovider und richten Sie bei ihm 
    eine Drittanbietersperre ein. 
  • Prüfen Sie, ob Ihnen bereits Kosten entstanden sind (Kostennachweis). 
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Bringen Sie dazu das 
    Smartphone und ggf. Screenshots und Kostennachweise mit. Die Polzei bietet die Möglichkeit, über die Internetwache auch online eine Anzeige zu erstatten.
  • Starten Sie Ihr Smartphone im abgesicherten Modus und prüfen Sie, welche Apps zuletzt oder nicht bewusst von Ihnen installiert wurden. Entfernen Sie diese Apps und starten Sie dann das Smartphone neu. Die Möglichkeiten für den abgesicherten Modus unterscheiden sich von Hersteller zu Hersteller.
  • Wenn Sie hier nicht weiterkommen, nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch. Das kann Kosten verursachen. Eventuell hilft nur das Zurücksetzen des Telefons in den Werkszustand.
  • Auch Verbraucherschutzzentralen geben Hinweise zu diesem Phänomen.