Polizei durchsucht 17 Wohnungen nach Falschgeld

Von Alexander Klug

Region 

Bei einer groß angelegten Aktion mit 300 Durchsuchungen in 13 Staaten hat die Polizei, koordiniert von Europol, an vier Tagen Anfang Dezember versucht, dem internationalen Falschgeldhandel auf die Spur zu kommen. Auch in der Region wurde ein Haus durchsucht, in dem Falschgeld vermutet wurde. 

Eine Polizeiabsperrung.   Foto: Kunz, Christiana

"Bei einem 31-Jährigen im westlichen Neckar-Odenwald-Kreises wurde Falschgeld vermutet", sagt Ulrich Heffner, Sprecher des Landeskriminalamts in Stuttgart auf Stimme-Nachfrage. "Er soll Kontakte zur Geldfälscherszene gehabt haben." Den Ort wolle man nicht genauer benennen. In sämtlichen Bundesländern fanden Durchsuchungen statt. In Baden-Württemberg wurden bei den 17 Durchsuchungen die Häuser von 16 Beschuldigten unter die Lupe genommen. Das Alter der Beschuldigten im Land reicht von 16 bis 58 Jahren sie stehen unter anderem im Verdacht, über einen Anbieter im sogenannten Darknet Falschgeld erworben zu haben, wie die Staatsanwaltschaften in Mannheim und Stuttgart sowie das Landeskriminalamt mitteilen.

Falschgeld über Darknet-Marktplatz verkauft

Die Ermittler vermuten, dass ein Mann aus Österreich das Falschgeld über einen Marktplatz im Darknet angeboten hat, Kunden in zahlreichen Ländern könnten es erworben haben. Sie haben zahlreiche Falschgeldnoten gefunden, außerdem viele elektronische Speichermedien sowie Drogen in geringen Mengen. Die umfangreichen elektronischen Daten werden derzeit ausgewertet. Festnahmen gab es in Baden-Württemberg keine. Das Landeskriminalamt hat die Aktionen koordiniert, es waren über 70 Beamte von LKA im Einsatz außerdem von den Polizeipräsidien Aalen, Freiburg, Heilbronn, Konstanz, Mannheim, Stuttgart und Tuttlingen.

Mit den Sicherheitsmerkmalen vertraut machen

Vor allem 20- und 50-Euro-Scheine seien unter Fälschern beliebt, erläutert Ulrich Heffner. "Sie sind am häufigsten und vergleichsweise leicht in den Verkehr zu bekommen. Eine 500-Euro-Note fällt schnell auf." Es gebe immer mehr Möglichkeiten, die einst als unfälschbar geltenden Scheine nachzuahmen. "Man kann einzelne Sicherheitsmerkmale separat im Darknet bestellen und auf die Scheine kleben. Zum Beispiel den silberfarbenen Hologrammstreifen." Wer mit den Merkmalen echter Scheine vertraut ist, lasse sich davon aber nicht täuschen die Eigenschaften entsprechen nicht den Originalen. "Wenn man den Schein kippt, verändern sich Motive und Farben. In Kombination ist das nicht originalgetreu zu schaffen." Ulrich Heffner empfiehlt, sich auf der Internetseite der Bundesbank zu informieren.